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Spezialuntersuchungen und -Behandlungen

SIRT

TACE

RFA

TIPSS

Vertebroplastie

Perfusions-CT der Hirngefäße

Cardio-CT


SIRT

Selektive interne Radiotherapie
Diese Therapieform wird bisher erst in wenigen deutschen Kliniken durchgeführt. Das Klinikum Bogenhausen ist in München die zweite Klinik, welche dieses Therapieverfahren anbietet. Seit Anfang 2008 steht diese neuartige Therapieform zur Behandlung von Lebermetastasen sowie primären bösartigen Lebertumoren in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin zur Verfügung.
Fortgeschittene Stadien primärer Lebertumoren (Leberzellkarzinom, Cholangiozelluläres Carcinom), aber auch Lebermetastasen werden mit winzigen Kügelchen (Sphären mit 35 Mikrometer Durchmesser) behandelt, indem die Sphären mit einer radioaktiven Substanz beladen werden und in die Leberarterie eingespritzt werden. Diese radioaktive Substanz ist das Isotop Yttrium-90. Als Betastrahler ist die Reichweite im Gewebe mit ca. 1 cm gering und somit ohne Belastung für die anderen Organe oder die Umgebung. Die Halbwertszeit beträgt 64 Stunden. Lokal können im Tumor damit ca. 200 Gy Dosis erreicht werden, während die übrige Leber geschont wird.
Mit einer vorhergehenden Testinjektion mit Technetium-90-MAA 1-2 Wochen vor dem eigentlichen Therapieeingriff wird geprüft, ob Kurzschlussverbindungen zur Lunge bestehen, was möglicherweise eine Dosisreduktion zur Folge hätte.



TACE

Transarterielle Chemoembolisation
Bestimmte Lebertumore, die sich nicht operieren lassen, werden mittels einer lokal angewendeten Chemotherapie behandelt. Dabei werden über einen Katheter, der in die zum Tumor führende Arterie eingeführt wird, kleine Kügelchen in den Tumor eingeschwemmt, die in diesem steckenbleiben und das Chemotherapeutikum über einen längeren Zeitraum allmählich direkt ans Tumorgewebe abgeben. Dadurch sind hohe Konzentrationen des Therapeutikums im Tumorgewebe erreichbar.



RFA

Radiofrequenzablation
Abhängig von der Tumorart, der Anzahl und Größe von Lebermetastasen können diese mit Hilfe der RFA unter computertomografischer Kontrolle behandelt werden. Dabei wird die Leber mit einer Nadel punktiert, aus der mehrere kleine Nadeln schirmförmig in die Lebermetastase ausgefahren werden. Durch Erhitzen der Sonde kommt es in der Metastase zu einer so starken Erwärmung, dass das entartete Gewebe abstirbt.
Es ist aber auch möglich, andere Tumore mit RFA zu behandeln, z.B. kleine Nierenzellkarzinome oder Bronchialkarzinome.



TIPSS

Transiugulärer portosystemischer Shunt
Bedingt durch Leberzirrhose kann der Druck im vorgeschalteten (portalen) Gefäßsystem steigen. Es können sich Varizen (Krampfadern) ausbilden, die zu lebensgefährlichen Blutungen führen können. Um den Druck zu senken, wird mittels Einbringung eines Stents eine künstliche Verbindung hergestellt zwischen Lebervene und Portalvene. Damit umgeht ein Teil des Blutes die zirrhotische Leber und die Gefahr einer tödlichen Blutung sinkt. Problematisch kann allerdings die mangelnde Entgiftung des Blutes werden. Durch Einbringung eines zusätzlichen verengenden Stents kann zu viel Fluss im Umgehungsweg wieder reduziert werden. Gleichzeitig ist ein Verschluss von Speiseröhrenvarizen möglich.



Vertebroplastie

Ältere Patienten mit Wirbelkörperbruch leiden manchmal unter medikamentös nicht beherrschbaren Schmerzen. Wenn die Kernspintomografie dabei einen Wirbelkörperbruch anzeigt, der noch nicht verheilt ist besteht die Möglichkeit, als Schmerztherapie Knochenzement in den Wirbelkörper einzubringen. Der Zement wird dabei durch eine Nadel eingebracht, deren Lage mit Hilfe der CT immer wieder kontrolliert wird.
Zumeist ist der Patient danach beschwerdefrei oder es kommt zumindest zu einer Linderung der Schmerzen.


Perfusions-CT der Hirngefäße

Die Perfusions-CT wird hauptsächlich zur Verlaufskontrolle des Durchblutungszustandes des Gehirns bei bestimmten neurochirurgischen Patienten (SAB mit Vasospasmus) eingesetzt und kann den Unterschied zeigen zwischen lediglich angeschwollenem Hirngewebe und totem Hirngewebe. Dies hat Einfluss auf die Therapie der Hirnschwellung.
Des weiteren kann sie bei Schlaganfallpatienten mit Minderdurchblutung (Ischämie) zeigen, wieviel Hirngewebe der Gefahr unterliegt, noch zugrunde zu gehen (sogenannte "Penumbra"), bzw. wieviel Gewebe irreparabel geschädigt ist.


Cardio-CT

Mit Hilfe des neuen 64-Zeilen-CT können hochauflösende Bilder des Herzens angefertigt werden. Es kann die Kalkmenge der Herzkranzgefäße beurteilt werden, außerdem die Herzmuskulatur, Verengungen der Herzkranzgefäße, Bypässe, evtl. auch Stents. In Vorbereitung sind funktionelle Untersuchungen des Herzens.


Prof. Dr. med. Thomas Helmberger

Chefarzt


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