
Herz-MRT
Für die bildgebende Diagnostik des Herzens steht neben den traditionellen Verfahren des Ultraschalls, der nuklearmedizinischen Verfahren und der Herzkatheteruntersuchung mit Röntgenkontrastmittel auch die Kernspintomographie zur Verfügung. Dabei werden mit unterschiedlichen Messtechniken Informationen sowohl über die Morphologie (z.B. Größe und Wanddicke der Herzkammern) als auch über die Funktion des Herzens sowie über die regionale Durchblutung des Herzmuskels gewonnen. Kinematographische Aufnahmen erlauben die genaue Beobachtung und Dokumentation der Herzwandbewegung sowie die exakte quantitative Erfassung der Pumpfunktion. Verfahren zur Darstellung der Herzwanddurchblutung ermöglichen die Abgrenzung von vitalem und nicht-vitalem Muskelgewebe und können z.B. eine Entscheidungshilfe bei der Frage liefern, ob eine Bypassoperation die Funktion eines infarktgeschädigten Herzens verbessern kann oder nicht. Eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße wie in der Herzkatheter-Angiographie gelingt mit der hier zur Verfügung stehenden Geräte-Generation noch nicht, hierfür sind weitere technologische Entwicklungen abzuwarten. Daneben ist die Kernspintomographie auch geeignet zur Diagnostik entzündlicher Herzmuskelerkrankungen. Für die letztgenannten Verfahren ist die intravenöse Gabe eines Kontrastmittels erforderlich. Dieses ist ohne Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion und kann auch bei eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden.
Wie auch in der übrigen Kernspin- Diagnostik können Schrittmacherträger in unserem Hochfeld- Kernspintomographen nicht untersucht werden.
Abgesehen von einer (je nach Fragestellung) bis zu 45 Minuten betragenden Untersuchungsdauer ist die Methode nicht belastend oder mit Risiken bzw. Nebenwirkungen behaftet, erfordert jedoch eine gewisse Kooperationsbereitschaft des Patienten, z.B. für die Befolgung von Atemkommandos.

Prof. Dr. med. Andrea Rieber-Brambs
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