
Wieder Appetit dank Magenschrittmacher
Magen-Darm-Zentrum am Klinikum Bogenhausen implantiert erstmals in Süddeutschland 46-Jährigem einen Magenschrittmacher per Schlüssellochchirurgie
Dass Ugur Uysaler endlich wieder normal essen kann, verdankt er einem kleinen medizinischen Gerät, einem so genannten Magenschrittmacher. Der scheckkartengroße Apparat wurde ihm Ende Januar im Abdominalzentrum am Klinikum Bogenhausen unter der Haut der Bauchhöhle implantiert.
"Es war der erste minimalinvasive Eingriff dieser Art im süddeutschen Raum",
betont Oberarzt Dr. Holger Seidl. Nötig geworden war der Eingriff, weil Ugur Uysaler in Folge einer langjährigen Diabeteserkrankung unter einer Magenlähmung litt. Dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben, sei bekannt; auch über das diabetische Fußsyndrom wüssten die meisten Bescheid, sagt Seidl. Dass aber auch Magen und Darm Probleme machen können, sei vielen nicht bewusst. Konkret funktionieren der Magenmuskel, der für den Abtransport der Speisen in den Dünndarm verantwortlich ist, sowie der Schließmuskel zum Zwölffingerdarm bei vielen schlecht eingestellten Diabetikern nicht mehr. Das heißt, Speisen können nicht mehr richtig verdaut werden, so dass die Betroffenen unter Übelkeit leiden und sich häufig übergeben müssen. Dank des Magenschrittmachers werden beide Muskeln so stimuliert, dass die Speisen koordiniert in den Dünndarm weitergeleitet werden.
Um die Diagnose der Magenlähmung sicher zu stellen und schließlich fachmännisch zu operieren, ist die enge Zusammenarbeit von viszeralmedizinisch spezialisierten Internisten und Chirurgen unersetzlich.
"Dafür wurden die Kliniken für Gastroenterologie unter Prof. Wolfgang Schepp und für Viszeralchirurgie unter Prof. Wolf-Uwe Heitland als Abdominalzentrum zertifiziert" sagt Seidl.
"Endlich kann ich wieder normal essen", freut sich Ugur Uysaler über die wieder gewonnene Lebensqualität.
Holger Seidl ist zuversichtlich, dass die Schrittmachertechnologie noch vielen Patientinnen und Patienten helfen wird. So ist der Herzschrittmacher längst Alltag geworden, aber beispielsweise auch bei Stuhlinkontinenz hat man am Klinikum Bogenhausen mit der Technologie gute Erfahrungen gemacht. Auch in der Adipositasbehandlung, also der Therapie krankhafter Fettsucht, kommen Magenschrittmacher zur Anwendung. Derzeit gebe es in Deutschland hierfür jedoch noch keine Kostenübernahme der Krankenkassen, sagt Seidl. Anders bei einer Magenlähmung: Ugur Uysalers Kasse hat die Kosten für den Eingriff bezahlt.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Holger Seidl.
DBV
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Kasse hat die Kosten für den Eingriff bezahlt.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Holger Seidl, Tel.
(089) 9270-2061, E-Mail Holger.Seidl@klinikum-muenchen.de.
Dr. med. Holger Seidl
Telefon: (089) 9270-2061
holger.seidl(at)klinikum-muenchen.de
zur Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie
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Prof. Wolfgang Schepp, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepato-logie und Gastroenterologische Onko-logie am Klinikum Bogenhausen, mit einem Magenschrittmacher, dessen Ab-messungen in etwa denen einer Scheckkarte entsprechen. |
Chefarzt Dr. Walter Eichinger leitet seit März
2 0 0 9 d i e H e r z c h i r u r g i e i m K l i n i k u m
Bogenhausen. Zuvor war er leitender Oberarzt
für Herz- und Gefäßchirurgie am Deutschen
Herzzentrum München. Der erfahrene Operateur verwendet Bio- und Kunststoff-Herzklappen. Bei der von einem Rind oder Schwein
s t ammenden Bioklappe (gelb) können die
Patienten auf blutverdünnende Medikamente
verzichten. Dafür hat die natürliche Ersatzklappe eine begrenzte Lebensdauer von zehn bis 15
Jahren. Die Kunststoff-Herzklappe (schwarz)
hält ewig; erfordert aber auch die Einnahme
eines blutverdünnenden Mittels wie Macumar.
So gesehen ist die Wahl der Herzklappe auch
eine Frage des Lebensalters
| "Ein Magenschrittmacher hilft Patien-tinnen und Patienten, die beispielsweise aufgrund einer Magenlähmung an hart-näckiger Übelkeit oder unter Erbrechen leiden, ihre Lebensqualität wieder deut-lich zu steigern", weiß Prof. Wolfgang Schepp. |


