Medizinische Schwerpunkte der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrine und Minimal-invasive Chirurgie

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrine und Minimal-invasive Chirurgie vertritt neben der allgemeinchirurgischen Grundversorgung zwei spezielle Schwerpunkte: Viszeralchirurgie und Endokrine Chirurgie. Unsere Gefäßchirurgie bietet alle Verfahren der operativen Therapie, schwerpunktmäßig im Bereich der hirnversorgenden- und Extremitätenarterien, an.

Die Klinik hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile der modernen minimal-invasiven Chirurgie soweit wie möglich auszudehnen. Sie finden hier eine grobe Auflistung der minimal-invasiven Operationen, die wir anbieten können.

Onkologische Chirurgie

Die Behandlungsqualität der Krebskranken ist eng mit der Erfahrung der beteiligten Mediziner verbunden. Je häufiger bestimmte Krebsarten an einem Krankenhaus behandelt werden, desto besser sind auch die Ergebnisse der Therapie. Nur wenn die zuständigen Chirurginnen und Chirurgen die großen Operationen regelmäßig durchführen, kann die erforderliche Qualität gewährleistet werden. Am Klinikum Bogenhausen werden jährlich mehr als 400 Operationen wegen Darmkrebs und mehr als 50 jeweils wegen Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Speiseröhrenkrebs vorgenommen. Wir besitzen auch große Erfahrung in der Behandlung von Lebertumoren. Nicht minder wichtig ist zudem, dass alle an einer Krebstherapie beteiligten Fachabteilungen eine überdurchschnittliche Kompetenz selbst bei selteneren Tumorarten aufweisen können.

Chirurgie der Leber, Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege

Die Operationen an der Leber, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Gallenwege gehören zu den kompliziertesten Eingriffen. Daher dürfen diese Eingriffe nur in den Kliniken durchgeführt werden, welche eine Mindestzahl solcher Erkrankungen behandeln. Das Klinikum Bogenhausen erfüllt diese Anforderungen bereits seit Jahrzehnten, Operationen dieser Art werden jede Woche durchgeführt. Ebenso wichtig sind die großen Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie und des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin. Mit diesen arbeiten wir eng und interdisziplinär zusammen. Sie ermöglichen mit modernsten Methoden der Diagnostik, die Erkrankungen der Leber und der Bauchspeicheldrüse so früh wie möglich zu erkennen. Bei diesen Erkrankungen ist das oft lebensrettend, verringert außerdem das Operationsrisiko und verbessert deren Ergebnisse.

Erkrankungen des Dick- und des Enddarms

Die Behandlung des Mastdarmkrebses /des Rektumkarzinoms stellt aufgrund der anatomische Nähe zu den Nachbarorganen und Nerven eine Herausforderung dar. Das darmumfassende Gewebe darf während des Eingriffes keinesfalls verletzt werden. Unsere Klinik besitzt eine überdurchschnittliche Erfahrung in der Behandlung des Rektumkarzinoms, insbesondere mittels minimal-invasiver Technik, und hat die Ergebnisse in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Kongressbeiträgen und Kursen vorgewiesen.

Die Häufigkeit der Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hat in den letzten 20 Jahren sehr stark zugenommen. Die Betroffenen finden sich mittlerweile in allen Altersgruppen und Ethnien. Die Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Chirurgie und der Klinik für Gastroenterologie beschäftigen sich seit Jahren schwerpunktmäßig und fachübergreifend mit beiden Erkrankungen. Mittwochs haben wir eine interdisziplinäre Sprechstunde eingerichtet.

Bösartige Erkrankungen des Bauchfells (Peritoneale Malignome)

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Bauchfells (Peritonealkarzinose, Bauchfellkrebs) ist eine besondere Herausforderung. Sie erfordert meist ein individuelles Vorgehen, das aus verschiedenen Modulen besteht ("multimodales Therapiekonzept") und erfahrene Spezialisten verschiedener Fachrichtungen einbezieht ("interdisziplinär").

Die chirurgische Entfernung aller sichtbaren Tumoranteile (zytoreduktive Chirurgie, CRS) gefolgt von einer Spülung des Bauchraumes mit erwärmter Chemotherapie (hypertherme intraperitoneale Chemotherapie, HIPEC) kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten ein zentraler Bestandteil des multimodalen Behandlungskonzeptes sein (mehr dazu unter Publikationen).

Das Klinikum Bogenhausen verfügt über die gesamte hierfür notwendige Infrastruktur. Die Patientinnen und Patienten werden während des gesamten Behandlungszeitraumes von der stationären Aufnahme bis zur Nachsorge von unserem spezialisierten Team begleitet. Zur Qualitätssicherung haben wir uns zur Teilnahme am StuDoQ Peritonealkarzinose-Register der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) verpflichtet.

Gern stehen wir Ihnen telefonisch, per E-Mail (gabriel.glockzin(at)klinikum-muenchen.de) oder persönlich im Rahmen unserer Spezialsprechstunde für weitere Informationen und zur Beratung zur Verfügung. Bei Bedarf erstellen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern im zertifizierten Onkologischen Zentrum ein individuelles fachübergreifendes Behandlungskonzept und koordinieren dessen Umsetzung.

Selbstverständlich können Sie auch jederzeit bei uns eine Zweitmeinung einholen (siehe Checkliste). Auch für die Nachsorge nach erfolgreicher Behandlung einer Peritonealkarzinose (Bauchfellkrebs) stehen wir gerne zur Verfügung.

Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse

Die Operationen an der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse gehören zu den häufigsten überhaupt. In den letzten 20 Jahren hat sich die chirurgische Technik deutlich verfeinert. Die Anforderungen an die Chirurgie sind somit heute gewachsen: eine komplette oder teilweise Entfernung der Schilddrüse erfordert eine hohe Expertise, nicht sachgemäßes Operieren führt zur Schädigung der Stimmnerven und Problemen mit dem Kalziumhaushalt.

Die Nebenschilddrüsen sind wenige Millimeter große Teilchen in der Nähe der Schilddrüse. Um sie im Krankheitsfall aufzufinden, ist eine spezielle Erfahrung gefragt. Ärzte unserer Klinik haben einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der modernen Untersuchungsmethoden, die das Auffinden der betroffenen Nebenschilddrüsen bereits vor der Operation erleichtern.

In unserer Klinik sind einige Ärztinnen und Ärzte auf die Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse spezialisiert. Sie bieten neben den Operationen vor allem die Möglichkeit an, sich in der Sprechstunde für Endokrine Chirurgie beraten zu lassen. Durch minimal-invasive Operationsverfahren kann bei vielen Patientinnen und Patienten auch der kosmetische Aspekt stärker berücksichtigt werden. 

Erkrankungen der Nebenniere

Erkrankungen der Nebenniere (Conn’sche Krankheit, Cushing’sche Krankheit, das sog. Phäochromozytom u.a.) sind vergleichsweise selten und wenig bekannt.   Früher dauerte die Entfernung der Nebenniere recht lange und man benötigte sehr schmerzhafte Schnitte in der Flanke. Damit war das Behandlungstrauma unverhältnismäßig groß. Heute stehen uns auch hier die minimal-invasiven Operationsmethoden zur Verfügung. Auf Grund der Seltenheit der Erkrankungen kann diese Chirurgie allerdings nur an spezialisierten Zentren mit der erforderlichen Qualität angeboten werden. Das Klinikum Bogenhausen gehört zu den wenigen solcher Zentren.

Proktologie

Erkrankungen des Afters kommen häufig vor, die Mehrzahl kann aber mit Salben und Medikamenten behandelt werden. Einige jedoch können allein durch Operationen beseitigt werden. Die Proktologische Sprechstunde (immer donnerstags) am Klinikum Bogenhausen bietet den Patientinnen und Patienten Beratung und bei Bedarf auch Operationen an. 

Auch im Bereich der Aftererkrankungen bieten wir soweit wie möglich die minimal invasiven Verfahren an – die sog. Pit picking Operation bei Patientinnen und Patienten mit Steißbeinfistel, die sog. LIFT Operation bei Analfisteln oder z.B. die laparoskopische Rektopexie bei Vorliegen eines Enddarmvorfalls.