Die Leistungen der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie

Hier können Sie sich über die medizinischen Schwerpunkte der Abteilung informieren. Details zu den Leistungszahlen und Schwerpunkten finden Sie unter Infomaterial in unserem Leistungsbericht.

Gastroenterologische Onkologie

Sie stellt einen klinischen Schwerpunkt der Abteilung dar. Wir freuen uns, dass die exzellente Qualität der Abläufe und des diagnostischen wie therapeutischen Angebotes im September 2007 von der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. mit dem Zertifikat "Darmzentrum" ausgezeichnet wurde.

Zunächst wird eine exakte Diagnostik und Stadieneinteilung durchgeführt. Schwerpunkte liegen u.a. bei

  • Darmkrebs (sog. Colonkarzinom oder Rektumkarzinom),
  • Magenkrebs,
  • Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom),
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom),
  • Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) und
  • seltenen Tumoren wie Papillentumore, neuroendokrine Tumoren und gastrointestinale Stromatumore (GIST).

Tumorboard

Zur Besprechung des Behandlungskonzeptes findet wöchentlich ein interdisziplinäres Tumorboard
statt, an dem ausgewiesene Experten aus Münchner Krankenhäusern (Mitglieder des Tumorzentrums München) teilnehmen. Nach ausführlicher Diskussion aller Fakten wird für jeden einzelnen Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt.

Im Falle einer Operation, die durch die chirurgische Abteilung unseres Hauses durchgeführt wird, werden von uns anschließend postoperative Verlaufsbeurteilungen veranlasst. Alle Arten präoperativer und postoperativer Chemotherapien werden in unserer Abteilung durchgeführt.

Ist keine operative Behandlung notwendig oder möglich, aber eine Chemotherapie sinnvoll, wird diese bei uns für alle gastrointestinalen Tumoren und gastrointestinalen Lymphome angeboten, wobei alle modernen Medikamente einschließlich der Gabe von Tumorantikörpern (z. B. Cetuximab oder Avastin) eingesetzt werden.

Multizentrischen Studien zur Chemotherapie

Die Abteilung ist dabei auch an verschiedenen multizentrischen Studien zur Chemotherapie bösartiger Tumoren von Bauchspeicheldrüse, Dickdarm und Leber beteiligt. Eine ausführliche Liste dieser Angebote finden Sie unter "Infomaterial" zum Download.

Onkologische Tagesklinik

Damit wir unseren Patienten bei all diesen Behandlungen den höchsten Komfort und medizinischen Standard zugleich bieten können, erfolgen die Therapien nach Möglichkeit über unsere Interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik.

Mit endoskopischen Verfahren können tumorbedingte Engen in den Verdauungsorganen mit Laser, Plastik- und Metallprothesen wiedereröffnet werden. Zur Behandlung primärer und sekundärer Malignomen der Leber steht die Radiofrequenzablation zur Verfügung. Die Punktion der Tumore erfolgt hierfür nach sonographischer oder computertomographischer Ortung oder auch intraoperativ.

Psychoononkologie

Ein Team erfahrener Psychologinnen übernimmt die psychoonkologische Betreuung der Tumorpatienten und ihrer Angehörigen.

Endoskopie

Diagnostik und Therapie in einer der modernsten Endoskopien Münchens

Eine fundierte und exakte Diagnostik ist Voraussetzung für die richtige Therapieempfehlung. In der hochmodernen Endoskopie in Bogenhausen können wir unseren Patienten alle modernen diagnostischen Untersuchungen und therapeutischen Eingriffe anbieten.

Diagnostik in unserer Endoskopie

Neueste High-Tech-Endoskopie mit hoher Expertise:

  • Umfassendes Spektrum aller modernen Verfahren
  • Erfahrene Untersucher (Tätigkeit als Dozenten im Rahmen der Gastroenterologie-Ausbildung-Training- Endoskopie-Kurse der gastroenterologischen Fachgesellschaft)
  • enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Viszeralchirurgie (z.B. gemeinsame intraoperative Untersuchungen
  • high-definition Videoendoskope der neuesten Generation
  • spezielle Filtertechnik („narrow band imaging“, NBI) für eine verbesserte Darstellung pathologisch veränderter Gewebe
  • validierter Reinigungsprozess mit Reinigungs-Desinfektions-Maschinen (RDG-E)
  • regelmäßigen Hygieneprüfungen. Als Verbrauchsmaterialien verwenden wir fast ausnahmslos Einmalmaterial.

Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, „Magenspiegelung“

  • NEU: EndoBarrier®. Ein modernes Verfahren zur Gewichtskontrolle und Zuckereinstellung bei Adipositas (Übergewicht) und Diabetes mit hohem Therapieerfolg: Endoskopisches Einpassen eines Dünndarmschlauches für verringerte Nährstoffaufnahme und verbesserten Stoffwechsel.
    Sie finden ein Informationsblatt in unserem Infomaterial.
  • high-definition Endoskopie, ggf. mit Biopsieentnahmen
  • Chromoendoskopie (NBI, Essigsäure, Lugol)
  • Blutungsstillung bei Ulkus- oder Tumorblutungen durch Unterspritzung, Endoclips, Argon-Plasma-Koagulation oder Neodym-YAG-Laser
  • Therapie von Ösophagus-, Cardia- und Fundusvarizen durch Gummibandligatur oder Histoacryl-Injektion
  • Stenosenbehandlung durch Bougierung oder Dilatation
  • Endoskopisches Stenting bei malignen und benignen Stenosen durch selbstexpandierende Metallstents (unbeschichtet, teil- oder vollbeschichtet)
  • endoskopische Schleimhautresektionen durch Mukosektomie, Polypektomie oder endoskopische Submukosadissektion (ESD) bei dysplastisch oder karzinomatös veränderter Schleimhaut
  • Radiofrequenzablation von Barrett-Epithel mit Dysplasien
  • Behandlung der Achalasie durch Ballondilatation oder Botulinumtoxin-Injektion
  • Aufrechterhaltung einer enteralen Ernährung durch Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG), ggf. auch mit jejunalem Schenkel (JET-PEG) oder über eine Gastropexie-PEG
  • Endoskopische Vakuumschwamm-Therapie im Ösophagus bei Insuffizienzen
  • Endoskopische Behandlung von Zenker-Divertikeln im Ösophagus

Endosonografie (endoskopischer Ultraschall, EUS)

  • Diagnostik von Tumoren im Ösophagus, Magen und Duodenum (mukosale und submukosale Prozesse) mit elektronischen Radial- und Sektorscannern

  • Kontrastmittel-Endosonografie mit Sonovue

  • Gewinnung von EUS-kontrollierten Feinnadelaspirations-Zytologien aus Lymphknoten, Pankreastumoren, anderen endoskopisch erreichbaren Organen (Nebenniere, Leber, etc.)

  • Transgastrale oder transduodenale Pankreaspseudozystendrainagen sowie Pankreasnekrosektomien

  • Minisonden-Endosonografie mit hochfrequenten Sonden im Papillen- und Gallengangsbereich

Dünndarm-Endoskopie

  • Kapselendoskopie, ggf. auch endoskopische Plazierung der Endokapsel

  • Doppelballon-Enteroskopie oral + anal, ggf. mit Biopsieentnahme, Blutstillung, Polypektomie oder Dilatation

  • Doppelballon-Enteroskopie kann auch zur ERCP bei postoperativ veränderter Anatomie verwendet werden

Koloskopie

  • high-definition Endoskopie, ggf. mit Biopsieentnahmen

  • endoskopische Schleimhautresektionen durch Mukosektomie, Polypektomie oder endoskopische Submukosadissektion (ESD)

  • Blutungsstillung durch Unterspritzung, Endoclips oder Argon-Plasma-Koagulation

  • Dilatation entzündlicher Stenosen

  • Endoskopisches Stenting maligner Stenosen durch selbstexpandierende Metallstents

  • Endoskopische Vakuumschwamm-Therapie bei Insuffizienzen

Proktoskopie und Rektoskopie

  • Starre Rektoskopie zur differenzierten Höhendiagnostik von Rektumkarzinomen

  • Starre Proktoskopie einsch. Hämorrhoidensklerosierung und –ligatur

Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)

  • Retrograde radiologische Darstellung der Gallenwege und des Pankreasgangs einschl. endoskopischer Papillotomie, ggf. Precut-Papillotomie, Dilatation der Papilla vateri

  • Endoskopische Therapie von Steinen im Gallengang durch Extraktion oder Lithotripsie

  • Endoskopische Therapie von Steinen im Pankreasgang durch Extraktion oder Lithotripsie, ggf. Einsatz der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

  • Mother-Baby-Endoskopie, ggf. mit Biopsieentnahmen oder Laserlithotripsie

  • Endoskopische Therapie biliärer oder pankreatischer Stenosen durch Kunststoff-Stents oder selbstexpandierende Metallstents (unbeschichtet, teil- oder vollbeschichtet)

  • Photodynamische Therapie (PDT) von Gallengangskarzinomen

  • ERCP über ein Doppelballonenteroskop bei postoperativ veränderter Anatomie (Y-Roux, Billroth II, pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion, etc.)

Laparoskopie

  • diagnostische Laparoskopie (5 mm Video-Laparoskop oder 1,9 mm Mini-Laparoskop)

Perkutane transhepatische Cholangiodrainage (PTCD)

  • Anlage von Yamakawa-Drainagen perkutan

  • Perkutane Plazierung selbstexpandierender Metallstents

  • Durchführung sog. „Rendez-vous“-Verfahren (PTC + ERCP)

  • Perkutane Cholangioskopie

Sonografie

An drei Arbeitsplätzen führt die Abteilung auf neuesten Geräten jährlich insgesamt mehr als 10.000 Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane und der Schilddrüse durch. Bei entsprechenden Fragestellungen wird eine Ultraschalluntersuchung mit Echosignalverstärker (Kontrastmittelsonographie) angeschlossen.

Unter sonographischer Sicht werden Punktionen durch die Haut zur gezielten komplikationsarmen Gewebeentnahme aus karzinomverdächtigen Organbereichen durchgeführt, ferner Drainagen infizierter Flüssigkeitsansammlungen nach außen.

Auch die dopplersonographische Darstellung des Blutflusses in wichtigen Arterien und Venen des Bauchraumes wird durchgeführt.

Ein Schwerpunkt ist die Endosonografie, der oberen Verdauungstraktes mit neuesten Linear- und Radialscannern, des unteren GI-Traktes zusätzlich mit speziellen starren Sonden.

Gastroenterologisches Funktionslabor

Liegen Beschwerden im Gastrointerstinaltrakt vor, ohne dass die „Kernuntersuchungen“ in Endoskopie und Sonographie erklärende Befunde liefern, müssen Funktionsstörungen des Verdauungstraktes in Betracht gezogen werden.
Zur Diagnostik funktioneller Erkrankungen von Speiseröhre, Dünndarm, Rektum, analem Schließmuskel und Beckenboden (Inkontinenz, Obstipation) bieten wir ein breites Spektrum an Laboruntersuchungen, apparativer Diagnostik und Beratung an.
Viele Leistungen unseres spezialisierten gastroenterologischen Funktionslabors stehen nicht nur über den stationären Bereich, sondern auch für ambulante Patienten bzw. für Analysen zugesandter Proben zur Verfügung.

Kontakt und Anmeldung

Sie haben Fragen oder möchten einen Untersuchungstermin vereinbaren? Bitte nehem Sie Kontakt mit uns auf, wir sind gerne für Sie da!

Gastroenterologisches Funktionslabor
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie
Klinikum Bogenhausen
Englschalkinger Str. 77
81925 München
Fax (089) 9270-2486
E-Mail:gastrolabor.kb(at)klinikum-muenchen.de

Anmeldung für ambulante Untersuchungen, laborative Diagnostik und bei telefonischen Rückfragen
Telefon (089) 9270-2269
Montag bis Donnerstag 8.00 -16.00 Uhr Freitag 8.00-14.00 Uhr

Anmeldung für stationäre Untersuchungen
Telefon (089) 9270-2244
Montag bis Donnerstag von 9.00-12.45 Uhr und 14.00-16.00 Uhr Freitags von 9.00-12.45 Uhr 

Unser Leistungsspektrum

Unsere Laboruntersuchungen, apparative Diagnostik und Beratungsangebote im Überblick:

Laborative Untersuchungen:

  • H2-Atemteste
    Glukose bei Verdacht auf bakterielle Fehlbesiedlung im Dünndarm, Laktose bei Verdacht auf Laktosemalabsorption, Fruktose bei Verdacht auf Fruktosemalabsorbtion, Laktulose zur Bestimmung der orocoecalen Transitzeit, Sorbit bei Verdacht auf eine Sorbitmalabsorbtion
  • Gastrin nach Sekretinbelastung 
    bei Verdacht auf Gastrinom
  • Elastase-1-Elisa(Stuhl) 
    Zur Quantifizierung der exokrinen Pankreasfunktion
  • Calprotectin (Stuhl) 
    Ein Marker für gastrointestinale Erkrankungen entzündlicher und neoplastischer Genese, zur Unterscheidung zwischen Patienten mit Reizdarm und CED
  • Disaccharidasen (Laktase, Saccharase und Maltase in gefrorenen Dünndarmbiopsien) 
    V.a. Enzymmangel der Dünndarmschleimhaut, bei Sprue oder anderen diffusen Erkrankungen der Dünndarmmukosa

Apparative Untersuchungen

  • Colon-Transitzeit
    Messung (mit röntgendichten Markern) zur Abklärung einer chronischen Obstipation
  • Rektummanometrie 
    Bei Verdacht auf Störungen des Sphincterapparates, der Stuhlperzeption oder von Entleerungsstörungen
  • Rektumendosonografie starr 
    Zur bildgebenden Diagnostik des Beckenbodens/ Schliessapparates und weiterführenden Diagnosen von Tumoren des Rektums und Analkanales. Ferner Fistel- und Abszessdiagnostik, z.B. bei Morbus Crohn.
  • Sphincter-EMG in Nadeltechnik (in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie) 
    Zur Diagnostik neurogener Störungen
  • Defäkografie Als Bestandteil einer Beckenbodenabklärung oder bei vermuteter Stuhlentleerungsstörung
  • Biofeedback-/Beckenbodentraining (Einleitung unter intensiver Anleitung durch spezialisierte Therapeuten mit Organisation des benötigten Gerätes) 
    Zur Behandlung von Stuhlinkontinenz oder Stuhlentleerungsstörungen
  • Ösophagusmanometrie (High Resolution Ver-fahren) Diagnostik bei vermuteten Motilitätsstörungen des Ösophagus, z.B. bei Achalasie, CREST-Syndrom etc.
  • 24 Std.-pH-Metrie und kombinierte pH Metrie/ Impedanzmessung des Ösophagus 
    Zur diagnostischen Sicherung einer aziden Refluxerkrankung oder Therapiekontrolle unter Behandlung einer solchen mit Protonenpumpenhemmern, bei vermutetem relevantem nicht-azidem Reflux
  • Flimmerfrequenzmessung: 
    Die Flimmerfrequenzanalyse ist ein objektives und sensitives Verfahren zum Nachweis einer minimalen hepatischen Enzephalopathie, welches nicht durch Trainingseffekte, Bildungsgrad, Tageszeit noch Untersucherbedingte Variabilitäten beeinflusst wird.
  • Dünndarmmanometrie/Impedanzmessung 
    Als weiterführende Diagnostik bei V.a. interstinale Motilitäts- und Transportstörungen, z.B. einer chronischen interstinalen Pseudoobstruktion
  • Kapselendoskopie des Dünndarmes 
    Zur Diagnostik bei vermuteten mittleren gastrointestinalen Blutungen, in einzelnen Fällen auch bei Verdacht auf Dünndarmbeteiligung bei CED oder Tumorleiden.

Spezielle Sprechstunden

  • Beckenboden/ Stuhlinkontinenz/ Obstipation/ Stuhlentleerungsstörungen 
    Anhand abgestimmter Untersuchungen werden Ursachen erfasst und Behandlungsmöglichkeiten besprochen. In schweren Fällen wird interdisziplinär die Indikation zu operativen Maßnahmen (Sakraler Schrittmacher, rekonstruierende Sphincteroperationen etc.) diskutiert.
  • Gastroenterologische Schrittmacherambulanz 
    Betreuung von Patienten, bei denen ein Aggregat zur Elektrostimulation im Bereich des Sakrums, des Magens oder des unteren Ösophagus implantiert wurde.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 
    Es erfolgt eine interdisziplinäre Beratung betroffener Patienten, gerade in komplexen Situationen bei M. Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Lebersprechstunde
    Abklärung von pathologischen Leberwerten und unklaren Leberprozessen 

Ernährungsberatung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Interessieren Sie sich für eine Beratung oder haben Sie Fragen an uns?
Wir sind gerne für Sie da
Tel. 089/9270-2061
gastroenterologie.kb(at)klinikum-muenchen.de

Yasmin Dierckes
Lehr-Diätassistentin

Dr. med. Julia Wagner
Funktionsoberärztin, Internistin

Dr. med. Anna-Lena Bunz
Internistin

Forschung

Unsere Forschungsschwerpunkte sind

  • Funktionelle Verdauungsbeschwerden
  • Säurebedingte Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes
  • Helicobacter pylori
  • Neue medikamentöse Therapieverfahren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Neue medikamentöse Therapieverfahren für Karzinome von Pankreas und Dickdarm

Regelmässig stehen interessante Aufgabengebiete für Doktoranden zur Verfügung.