Die Leistungen der Klinik für Herzchirurgie im Überblick

Schwerpunkte der operativen Behandlungsmöglichkeiten bilden:

  • Minimal invasive Operationen bei Mitralklappenrekonstruktionen und Aortenklappenersatz.
  • Klappenerhaltende Operationen (Mitralklappenrekonstruktion, David-/Yacoub-OP sowie direkte Aortenklappenrekonstruktion und ROSS-OP).
  • Bypass-Operation unter Verwendung beider Brustwandarterien (Doppel-IMA) und/oder ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (OPCAB).
  • Chirurgische Therapie von Vorhofflimmern (MAZE-Ablationen), Pulmonalvenenisolation und „Stand-Alone“-Prozedure
  • Implantationen von Schrittmacher-Aggregaten und Defibrillatoren. Entfernung infizierter oder nicht mehr benötigter Sonden
  • Kathetergestützer Aortenklappenersatz.
  • Operative Behandlung von Aneurysmen und Dissektionen der aufsteigenden Aorta und des Aortenbogens.
  • Operative Behandlung von Verengungen der Halsschlagadern (Carotis-TEA)

Koronarchirurgie

Aortokoronare Bypassoperation

Das Herz ist als eines der zentralen Organe des Körpers ständig im Einsatz, den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen und besitzt die Fähigkeit, seine Arbeitsweise dem erforderlichen Bedarf bei körperlicher Anstrengung anzupassen. Das Herz ist als großes Hohlorgan aus Muskulatur ebenfalls auf die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut angewiesen.

Für die Versorgung des Herzmuskels sind die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) verantwortlich, die oberflächlich auf dem Herzmuskel verlaufen. Kommt es zu Verengungen (Stenosen) der Herzkranzgefäße, kann der Herzmuskel nicht mehr adäquat mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Das typische Symptom der koronaren Herzerkrankung (KHK) ist die Angina pectoris (Übelkeit, stechende Brustschmerzen, Atemnot, Engegefühl in der Brust, Vernichtungsschmerzen). Die Beschwerden treten zunächst bei Belastung auf, später auch in Ruhe und können unbehandelt zu einem Herzinfarkt und dadurch auch zum Tode führen.

Risikofaktoren für die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung sind Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Bluthochdruck und familiäre Disposition aber auch die Lebensstilführung.

Wird die Diagnose einer interventionspflichtigen koronaren Herzerkrankung gestellt, ist in einigen Fällen eine Bypass-Operation notwendig, um die Verengung mit einer „Umgehungsstrasse“ (Bypass) zu überbrücken. Die Operation wird am stillgelegten Herzen mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt, die während des Eingriffes die Funktion beider Organe übernimmt.

Als Bypassmaterialien kommen körpereigene Gefäße zur Anwendung. In der Regel wird die linke Brustwandarterie (LIMA) verwendet, die normalerweise für die Versorgung des Brustbeins zuständig ist. Zusätzlich werden häufig Venen aus dem Bereich der Innenseite des Ober- und Unterschenkels verwendet.

Total arterielle Revaskularisation

Die koronare Bypassoperation ist eine anerkannte Therapieoption in der Behandlung der fortgeschrittenen koronaren Herzerkrankung. Als Bypassmaterialien stehen venöse Gefäße aus dem Ober- und Unterschenkel zur Verfügung, die gute operative Frühergebnisse zeigen. Im Spätverlauf zeigen sie degenerative Veränderungen, die mit einer erhöhten Spätmorbidität und –mortalität einhergehen können.

Exzellente Langzeitergebnisse können bei der alleinigen Verwendung von arteriellem Bypassmaterial erzielt werden. Hierbei werden eine Brustwandarterie (A. mammaria interna), beide Brustwandarterien und / oder eine Arterie aus dem Unterarm (A. radialis) entnommen. Mittelfristige Ergebnisse der arteriellen oder total arteriellen Revaskularisation zeigen eine bessere Lebensqualität und –erwartung.

OPCAB (off-pump Coronary Artery Bypass)

Patienten, die auf Grund ihrer Begleiterkrankungen, wie eine stark verkalkte Körperschlagader, stark eingeschränkte Lungenfunktion oder eingeschränkter Nierenfunktion ein erhöhtes Risiko für die Anwendung der Herz-Lungen-Maschine aufweisen, können durch die OPCAB-Technik enorm profitieren. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, bei dem in enger Zusammenarbeit mit der Anästhesiologie, die Bypassversorgung ohne Anwendung der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen durchgeführt wird. Ziel ist hierbei, die erkrankten Adern und vorgeschädigten Organe so wenig wie möglich in ihrer normalen Funktion zu beeinträchtigen und so das Risiko des Eingriffs zu minimieren.

Aortenklappenchirurgie

Biologischer / Mechanischer Aortenklappenersatz

Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe)

Bei der Aortenklappe handelt es sich um eine Taschenklappe, die sich zwischen der linken Herzkammer und der großen Körperhauptschlagader (Aorta) befindet.

Das muskelstarke linke Herz kontrahiert sich, um das sauerstoffreiche Blut aus der Lungenstrombahn in den Körperkreislauf zu befördern. Hat der Herzmuskel durch Kontraktion einen bestimmten Druck aufgebaut, öffnet sich die Aortenklappe und lässt das arterielle Blut aus der linken Kammer in den Körperkreislauf strömen, von wo es zu den Organen gelangt.

Ist die Öffnungsmöglichkeit der Aortenklappe durch degenerative Vorgänge vermindert, spricht man von einer Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe). Liegt eine Aortenklappenstenose vor, muss das Herz einen höheren Druck generieren, um dasselbe Blutvolumen durch eine kleinere Öffnung zu befördern. Der Herzmuskel kann diese Mehrarbeit eine gewisse Zeit lang kompensieren, jedoch schadet sie auf Dauer dem Herzen erheblich.

Symptome einer schweren Aortenklappenstenose sind Abgeschlagenheit, verminderte Leistungsfähigkeit, Atemnot (vor allem bei körperlicher Anstrengung) und Schwindel bis Ohnmacht bei Belastung.

Die Behandlung der Wahl einer schwerer Aortenstenose ist der operative Ersatz der erkrankten Klappe, welcher offen-chirurgisch am nicht-schlagenden Herzen unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt wird. Im Herzzentrum des Klinikums Bogenhausen wird diese Operation ca. 300 mal pro Jahr mit sehr guten Langzeitergebnissen und hoher Patientenzufriedenheit durchgeführt.

Es gibt verschiedene Arten des operativen Klappenersatzes, zum einen die Implantation einer mechanischen Herzklappenprothese, die eine lebenslange orale Antikoagulation (Blutverdünnung) mit beispielsweise Marcumar© erforderlich, oder die Implantation einer biologischen Herzklappenprothese aus bovinem oder porcinem Gewebe (postoperativ 3 Monate Marcumar©).

Je nach Grunderkrankung, Patientenalter und Nebenerkrankungen muss die Entscheidung der geeigneten Herzklappenprothese individuell abgewogen werden.

                        

Aortenklappe biologisch                
Perimount Bioprostetic Valve
Quelle: sscts.org/Valves.aspx 

Aortenklappe biologisch
St. Jude Trifecta
Quelle: www.sjm.com

 

Aortenklappe mechanisch
St. Jude
Quelle: www.sjm.com

 

Neben dem offen-chirurgischen operativen Ersatz der Aortenklappe steht ein neueres Verfahren, der perkutanen kathetergestützten Aortenklappenimplantation (TAVI) zur Verfügung, die ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen durchgeführt wird. Dieses Verfahren ist für Patienten geeignet, die auf Grund von schweren Nebenerkrankungen oder hohem Patientenalter für eine offen-chirurgische Behandlung mit Herz-Lungen-Maschine und Intubationsnarkose nicht geeignet sind.

Minimalinvasiver Aortenklappenersatz

Liegt eine isolierte Aortenklappenstenose vor, ist es nicht in allen Fällen notwendig, den Brustkorb vollständig zu eröffnen. Zugangsweg stellt die obere partielle Sternotomie dar, über die minimal invasiv die Operation durchgeführt werden kann. Dabei wird nur der obere Teil des Brustbeins durchtrennt. Vorteile dieser Technik sind neben einem besseren kosmetischen Ergebnis, ein rascherer Wundheilungsprozess, weil hierbei mehr knöcherne Strukturen unversehrt bleiben und die Patienten von einem geringeren postoperativen Schmerzverlauf profitieren.

Kleine Wunde nach minimalinvasivem Eingriff 

Der minimal-invasive Aortenklappenersatz wird am Herzzentrum Bogenhausen bei alleinigem Vorliegen einer Aortenklappenstenose standardmäßig durchgeführt.

 

Aortenklappenrekonstruktion nach David/Yacoub

Obwohl die häufigste Erkrankung der Aortenklappe, die Stenose (Verengung), meist nur mit einem Klappenersatz behandelt werden kann, besteht bei Vorliegen einer Aortenklappeninsuffizienz (unvollständiger Klappenschluss) die Möglichkeit einer klappenerhaltenden Operation.

Eine Undichtigkeit der Aortenklappe wird oft durch eine Aufweitung der Körperhauptschlagader verursacht, die die Klappengeometrie verändert. Durch die Aufweitung der Körperschlagader wird der Ursprung der Aortenklappe ebenfalls geweitet. Zur Wiederherstellung der Klappengeometrie stehen zwei Operationstechniken nach Yacoub und David zur Verfügung, die durch den Erhalt der patienteneigenen Herzklappe keine lebenslange orale Antikoagulation erfordern.


    Bentall-OP                       Yacoub-OP                     David-OP

 

Ross-Operation

Bei der Ross-Operation handelt es sich um ein operatives Verfahren, benannt nach seinem Entwickler Donald Ross, bei dem die degenerativ veränderte Aortenklappe durch eine gesunde patienteneigene Pulmonalklappe ersetzt wird. An Stelle der Pulmonalklappe wird ein Homograft (Klappe aus menschlichem Spendergewebe) oder eine biologische Klappenprothese implantiert.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können von diesem Verfahren enorm profitieren. Ein großer Vorteil dieser Operation besteht darin, dass keine dauerhafte orale Antikoagulation, wie bei einem künstlichen Klappenersatz notwendig wird. Im Herzzentrum Bogenhausen wird dieser Eingriff seit einigen Jahren mit großem Erfolg und exzellenten Langzeitergebnissen durchgeführt.

Interventionelle, kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI)

Die interventionelle, kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) ist ein neuartiges Verfahren zur Behandlung von Patienten mit hochgradiger Aortenklappenstenose. Im Herzzentrum am Klinikum München-Bogenhausen wird diese neue Technik seit März 2007 in enger Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgie, Kardiologie und Anästhesiologie durchgeführt.

Allein im Jahr 2011 konnten 114 Patienten mit diesem Verfahren behandelt werden. Darüber hinaus bestehen seit 2010 enge Kooperationen mit den Kardiologischen Abteilungen der Städtischen Kliniken München-Schwabing, München-Neuperlach und München-Harlaching. Die an den jeweiligen Standorten diagnostizierten Patienten werden nach entsprechender Vorbereitung gemeinsam in den Räumlichkeiten der Klinik für Herzchirurgie in interdisziplinärer Zusammenarbeit behandelt. Dies schafft optimale Voraussetzungen für die Versorgung von Hochrisikopatienten mit der ständigen Bereitschaft der Herz-Lungen-Maschine. Das Herzzentrum am Klinikum München-Bogenhausen hat bundesweit bei diesem Verfahren einen sehr guten Ruf erworben.

Diese minimal-invasive Methode der Aortenklappenimplantation wird wie bei der Herzkatheteruntersuchung über die Schlagader in der Leiste (transfemoral), einen kleinen Schnitt an der linken Brustkorbseite über die Herzspitze (transapikal) oder über eine obere partielle Sternotomie direkt durch die Körperschlagader (transaortal) des Patienten durchgeführt. Alternativ kann auch ein Zugang über eine Schlüsselbeinarterie gewählt werden. In allen Fällen wird zunächst am schlagenden Herzen die verengte, körpereigene Aortenklappe mit einem Ballon aufgedehnt (Ballonvalvuloplastie) und anschließend eine Gefäßprothese mit integrierter biologischer Herzklappe über einen Katheter eingebracht und auf Höhe der erkrankten Aortenklappe entfaltet (Implantation).

Schema: Die kathetergestützte Aortenklappenimplantation mit einer Edwards Sapien Prothese. Implantation über die Leiste (Clip TAVI 1) oder direkt über die Herzspitze (Clip TAVI 2) ohne Eröffnung des Brustbeins am schlagenden Herzen.

CLIP1: Interventionelle, kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) über die Leiste mit einer Edwards Sapien Prothese

Quelle: Video mit freundlicher Genehmigung von Edwards Lifesciences

CLIP2: Interventionelle, kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) über die Herzspitze mit einer Edwards Sapien Prothese

Quelle: Video mit freundlicher Genehmigung von Edwards Lifesciences

Diese minimal-invasive Methode kann ohne Eröffnung des Brustbeins am schlagenden Herzen und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden. Es stellt insbesondere bei solchen Patienten eine sinnvolle Alternative oder Therapieoption dar, für die der herkömmliche operative Aortenklappenersatz aufgrund von zusätzlichen schweren Begleiterkrankungen oder hohem Lebensalter mit einem deutlich erhöhten Operationsrisiko verbunden wäre. Auch kann die minimal-invasive Aortenklappenimplantation bei kardialen Wiederholungseingriffen eine gute Alternative beim alten Patienten zur konventionellen, offenen Reoperation darstellen.

Es stehen derzeit mehrere unterschiedliche Klappensysteme zur Verfügung, die alle auf biologischen Herzklappen basieren.

 

 

 

Edwards Sapien XT

 

 

 

Jena Valve

 

 

 

 

 Medtronic Core Valve 

 

In einem ausführlichen Arztgespräch erläutern wir gerne dem Patienten und dessen Angehörigen die für Ihn individuell geeignete Methode und Herzklappenprothese.

Mitralklappenchirurgie

Biologischer / Mechanischer Mitralklappenersatz

Die Mitralklappe befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Die Mitralklappeninsuffizienz (Undichtigkeit der Klappe), als häufigste Erkrankung der Mitralklappe und zweithäufigster Herzklappenfehler des Erwachsenen, entsteht durch degenerative, entzündliche und ischämische Prozesse, die am Klappenapparat und dem Herzmuskel auftreten.

Man unterscheidet degenerative Formen, bei denen Klappensegel und Sehnenfäden betroffen sind, von funktionellen Formen, bei denen der Aufhängeapparat betroffen ist.

Weniger häufig ist die Mitralklappenstenose (Verengung der Mitralklappe), deren Ursache meist in rheumatischen Veränderungen liegt.

Bei Vorliegen einer Mitralklappenstenose ist die Therapie der Wahl meist der Ersatz der Mitralklappe durch eine biologische oder mechanische Klappenprothese.

Kommt diese Therapie für Sie in Betracht, besprechen wir gerne im Vorfeld der Operation, welche Herzklappenprothese am Besten für Sie geeignet ist.

Minimalinvasive Mitralklappenchirurgie

Liegt eine isolierte interventionspflichtige Erkrankung der Mitralklappe vor, stehen am Herzzentrum Bogenhausen modernste minimalinvasive Verfahren zur Verfügung, bei denen die komplette Eröffnung des Brustkorbs vermieden und die Operation über einen seitlichen Zugangsweg zwischen den Rippen (rechts-anterolaterale Minithorakotomie) durchgeführt wird.

Die Anwendung dieses Verfahrens zum Ersatz oder zur Rekonstruktion der Mitralklappe, zeichnet sich durch hervorragende kosmetische Ergebnisse und einer rascheren postoperativen Rekonvaleszenz aus und ist ein etabliertes Standardverfahren für isolierte Mitralklappenerkrankungen in unserem Hause.

       
Kleine Narbe nach minimalinvasiver OP 

Mitralklappenrekonstruktion

Liegt eine interventionspflichtige Mitralklappeninsuffizienz vor, kann die Mitralklappe nicht mehr vollständig schließen und es kommt zu einem Rückstau des Blutes in den linken Vorhof und bei Fortschreiten der Erkrankung in den Lungenkreislauf.

Symptome einer schweren Mitralklappeninsuffizienz sind leichte Ermüdbarkeit, Atemnot (Dyspnoe) und Herzrhytmusstörungen, die sich oft in Form eines unregelmäßigen Herzschlages zeigen.

Operativ wird die Undichtigkeit der Klappe korrigiert, indem auf den ausgeweiteten Mitralklappenring ein Ring aufgenäht wird. Dadurch wird der erweiterte Klappenring gerafft, und die Herzklappe kann wieder regelrecht schließen. In manchen Fällen wird eine zusätzliche Implantation künstlicher Sehnenfäden benötigt, um eine vollständige Korrektur der Klappenpathologie zu erzielen. In seltenen Fällen, bei denen eine Rekonstruktion technisch nicht möglich ist, muss die Mitralklappe ersetzt werden. Es stehen für den prothetischen Klappenersatz verschiedene biologische und mechanische Prothesen zur Verfügung. Im Vorfeld der Operation besprechen wir gerne individuell mit Ihnen, welche Herzklappenprothese für Sie im Fall eines Klappenersatzes geeignet erscheint. Nach einer Mitralklappenrekonstruktion muss in der Regel keine lebenslange orale Antikoagulation eingenommen werden (für 3 Monate nach der Operation).

Implantation eines Mitralklappenrings bei Mitralklappeninsuffizienz

Quelle: Video mit freundlicher Genehmigung von Edwards Lifesciences

Kathetertechnisches Mitralclipping

Die interventionelle kathetergestützte Mitralklappenrekonstruktion mit dem MitraClip-System (Abbott Vascular) dient als Behandlungsalternative für Hochrisikopatienten zur offenen Mitralklappenchirurgie. Die chirurgische Korrektur gilt als Methode der Wahl zur Behandlung der schweren Mitralklappeninsuffizienz. Sie zeigt eine hohe Eingriffssicherheit und eine langfristig gute Klappenfunktion.

Bei multimorbiden, hochbetagten Patienten oder Patienten mit Herzmuskelschwäche bietet die MitraClip-Technik Vorteile gegenüber chirurgischen Verfahren aufgrund der fehlenden Brustkorberöffnung, Stilllegung des Herzens und Anwendung der Herz-Lungen-Maschine. Diese minimal-invasive Methode wird wie bei der Herzkatheteruntersuchung über eine Vene in der Leiste durchgeführt. Hierbei wird ein Führungskatheter am schlagenden Herzen in den linken Vorhof vorgeschoben und hierüber ein Platzierungskatheter mit dem Clip in die linke Herzkammer eingeführt. Unter kontinuierlicher echokardiographischer Kontrolle werden die undichten Anteile der Mitralsegel mit dem Clip gefasst und abgedichtet. Zum Erzielen eines akzeptablen Ergebnisses sind gelegentlich mehrfache Repositionierungen des Clips oder die Platzierung mehrerer Clips nötig. Im Herzzentrum am Klinikum Bogenhausen wird diese Technik in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgie, Kardiologie und Anästhesiologie durchgeführt.

Implantation eines MitraClips bei Mitralklappeninsuffizienz

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Abbott Vascular

Aortenchirurgie

Operative Sanierung von Aneurysmen und Dissektionen  der Aorta ascendens und des Aortenbogens

Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Verletzungen durch einen Unfall, führen zu Veränderungen der Gefäßwand. Hierdurch kann es zu einer Ausweitung (Aneurysma) der Brustschlagader (Aorta) kommen, die aus mehreren Gründen sehr gefährlich werden kann.

In diesen Bereichen wird die Aortenwand dünn, das Gewebe fragil und kann plötzlich einreißen oder im schlimmsten Falle platzen, was zu einer lebensbedrohlichen Blutung führen kann.

Durch die Veränderung der Hämodynamik entstehen in den erweiterten Bereichen Blutgerinnsel, die durch Ausschwemmung eine potentielle Bedrohung darstellen, da sie andere arterielle Gefäße verschließen können (Embolisation).

Um diese lebensbedrohlichen Komplikationen zu vermeiden, ist meist die operative Sanierung das Mittel der Wahl.

Das Ziel der Operation ist der Ersatz des betroffenen Gefäßabschnittes durch eine Kunststoffprothese, der in den meisten Fällen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt wird.

Besonders problematisch ist die Sanierung eines Aneurysmas bei Beteiligung des Aortenbogens, da in diesem Bereich die hirnversorgenden Arterien ihren Ursprung nehmen. Der Aortenbogenersatz wird dann meist in tiefer Hypothermie (Herabsetzung der Körperkerntemperatur) durchgeführt, um den Sauerstoffverbrauch der Organe, vor allem des Gehirns herabzusetzen. Zudem besteht mit der selektiven Kopfperfusion eine zusätzliche Option zum Schutz des Gehirns. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit des Patienten zu erhöhen und die erforderliche Kreislaufunterbrechung auf das Notwendigste zu reduzieren.

In Fällen, in denen die Erkrankung im absteigenden Anteil der Körperschlagader lokalisiert ist, kann häufig eine interventionelle Behandlung mit einer Stentprothese erfolgen. Bei dieser neuen, schonenden Behandlungsmethode wird eine spezielle Prothese über die Arterie in der Leiste, im betroffenen Abschnitt der Körperschlagader positioniert und anschließend entfaltet. Im Herzzentrum am Klinikum Bogenhausen wird diese Technik in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgie, Kardiologie, Radiologie und Anästhesiologie durchgeführt.

Rhythmus-Chirurgie

Herzschrittmacher

Implantation von Ein- / Zwei-Kammer-Schrittmachern

Die Anzahl der Herzschläge beträgt in Ruhe beim Herzgesunden 50-90 pro Minute. Das Reizbildungs- und Reizleitungssystem steuern die Folge und Regelmäßigkeit der Herzschläge. Hierdurch werden eine ausreichende Durchblutung aller Organe des Körpers gewährleistet. Kommt es zu einer Störung in diesen Systemen, schlägt das Herz zu langsam (Bradykardie) und entstehen gefährlich lange Pausen, benötigen Patienten einen Herzschrittmacher. Dies kann gelegentlich auch postoperativ nach einem operativen oder interventionellen Klappenersatz der Fall sein.

HerzschrittmacherEin moderner Herzschrittmacher kann heute an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden und wird zumeist unter einer örtlichen Betäubung, unterhalb des linken Schlüsselbeines unter der Haut implantiert. Etwa 6-8 Jahre nach der Implantation kommt es zu einer Batterieerschöpfung und es wird ein operativer Aggregatwechsel notwendig, bei dem die Sonden in der Regel belassen werden können.



 

Defibrillatoren

Implantation von Automatischen implantierbaren Defibrillatoren (AICD)

Defibrillator (ICD)Bei einem Patienten, der unter lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) leidet, sollte die Implantation eines Defibrillators erwogen werden. Bei der Herzrhythmusstörung „Kammerflimmern“ kommt es aufgrund einer vollkommen unkoordinierten elektrischen Aktivität mit hoher Frequenz, zu einem Verlust der Pumpfunktion des Herzens mit inadäquater Organperfusion. Wenn nicht in dieser lebensbedrohlichen Situation, durch einen Elektroschock mit dem Defibrillator, der normale Herzrhythmus wieder hergestellt wird, kann dies zum Tod des Patienten führen.

Carotis-Endarteriektomie

Operation bei Verengungen der Halsschlagader (Carotis-Endarteriektomie)

Eine Verengung der Halsschlagader (Stenose der Arteria carotis) entsteht durch Ablagerung von Blutfetten (Cholesterin) und Anlagerungen von Blutplättchen an den vorgeschädigten Gefäßwänden (Arteriosklerose).  Diese Verengungen können zu einer Minderversorgung des Gehirns führen. Wird die verengte Halsschlagader vollständig verschlossen, kommt es zu einem Schlaganfall (Apoplex) mit vorübergehenden oder bleibenden Schädigungen (Bewegungs-, Bewusstseins-, Sprachstörungen bis hin zu Lähmungen).

Im Falle einer hochgradigen Engstelle einer Halsschlagader, raten wir Ihnen dringend zur operativen Sanierung der betroffenen Seite.

Wir führen diesen gefäßchirurgischen Eingriff isoliert, als auch kombiniert mit anderen herzchirurgischen Eingriffen mit langjähriger Erfahrung und exzellenten Ergebnissen am Herzzentrum Bogenhausen durch.