Die Leistungen des Zentrums für Akutgeriatrie und Frührehabilitation (ZAGF) im Überblick

Stationäre Behandlung

Geriatrische Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Schlaganfall oder Morbus Parkinson) sowie Menschen mit vielfältigen Begleiterkrankungen nach schweren operativen Eingriffen werden auf den Stationen 47 und 57 des ZAGF im Haus B vollstationär behandelt. Ihnen steht das gesamte diagnostische Spektrum des Klinikums Neuperlach, eines Krankenhauses der höchsten medizinischen Versorgungsstufe, zur Verfügung. Die begleitende frührehabilitative Behandlung soll die Selbstständigkeit und Beweglichkeit fördern bzw. erhalten. Bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen ermöglichen palliativmedizinisch ausgebildete Fachkräfte ein würdevolles Leben bis zuletzt im Akutkrankenhaus.

Teilstationäre Behandlung

In der Tagesklinik des ZAGF (Haus B, 3. Stock) werden akut erkrankte ältere Menschen behandelt, die keiner stationären Aufnahme mit durchgängiger Überwachung bedürfen. Die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten entsprechen dabei denjenigen im vollstationären Bereich. Die teilstationäre Behandlung ermöglicht den Betroffenen den Verbleib in der gewohnten häuslichen Umgebung bei gleichzeitig umfassender Diagnostik und Therapie.

Im Bereich Memory-Klinik der Tagesklinik werden speziell ältere Menschen mit kognitiven Defiziten, Verdacht auf Demenz oder Depression gerontopsychologisch ausführlich untersucht und behandelt (Gedächtnistraining, ggf. Medikamente).

Geriatrisches Assessment

Um neben akutmedizinischen auch psychische, kognitive und soziale Probleme diagnostisch zu erfassen, werden unsere Patientinnen und Patienten durch alle Berufsgruppen des therapeutischen Teams untersucht. Die Ergebnisse dieser multiprofessionellen Beurteilung sind Basis für den Behandlungsplan sowie für die nachfolgende Versorgung. Das standardisierte geriatrische Assessment ermöglicht so frühzeitig eine vollständige geriatriespezifische Diagnostik.

Frührehabilitation

Die Behandlung im Akutkrankenhaus bedeutet vor allem für ältere Menschen eine körperliche und psychische Belastung. Um zu verhindern, dass sich ihre Mobilität und Selbstständigkeit krankheitsbedingt verschlechtern, erhalten ältere Patientinnen und Patienten im ZAGF vom Aufnahmetag an funktionell aktivierende Therapien parallel zur akutmedizinischen Behandlung. Durch Frührehabilitation im Akutkrankenhaus wird das Risiko einer Funktionsverschlechterung bis hin zur Pflegebedürftigkeit vermieden. Hierfür ist ein multiprofessionelles Therapeutenteam mit interdisziplinärer Arbeitsweise erforderlich.

Ergotherapie

Unsere Einsatzgebiete

  • Neurologie
  • Chirurgie / Traumatologie / Orthopädie
  • Rheumatologie
  • Onkologie
  • Intensivmedizin
  • Schmerzambulanz

Welche Therapiearten gibt es bei uns ?

  • sensomotorisch / perzeptive Einzelbehandlung nach Bobath, Perfetti und Affolter bei Krankheitsbildern wie z. B. Schlaganfall, Parkinson-Syndrom
  • motorisch-funktionelle Einzelbehandlungen:
  • Selbsthilfe-Training
  • Hilfsmittelberatung und -anpassung
    Handtherapie und Schienenherstellung bei Krankheitsbildern wie z. B. Frakturen Sehnenverletzungen von Hand und Arm, Nervenverletzungen
  • neuropsychologische Einzelbehandlungen bei Einschränkungen
    von z. B. Konzentration, Gedächtnis, Aufmerksamkeit Orientierung, räumlichen Fähigkeiten Handlungsplanung, Wahrnehmung (Neglect), Praxie
  • Begleitung, Beratung und Anleitung von Angehörigen
  • Handwerkgruppe der Schmerz-Tagklinik

Logopädie

Diagnose und Therapie von Störungen des Sprechens, der Sprache, der Stimme und des Schluckens.

Als Folge neurologischer Erkrankungen wie Schlaganfall, durch Verletzungen, Entzündungen oder Tumore können Betroffene häufig nicht mehr oder nur undeutlich sprechen, andere nicht verstehen, nicht mehr lesen und schreiben. Gemeinsam wird deshalb eine individuelle Therapie erarbeitet.

Dazu können gehören:

  • Sprachverständnisübungen
  • Lese- und Schreibübungen
  • Stimmübungen
  • Artikulationsübungen
  • Training der Gesichts- und Mundmuskulatur
  • Aufbau und Verbesserung von nichtsprachlichen Verständigungsformen

Nicht nur der Patient selbst wird betreut. Angehörigenberatung und –schulung ist ein wichtiges Thema, z.B. die Beratung zur korrekten Ernährungsform bei Schluckstörungen. Die Schulung neuer Verständnisformen bei schweren Sprach-/Sprechstörungen. Oder die Vermittlung weiterführender Therapie-Anwendungen nach der Entlassung.

Physikalische Therapie

Schmerzlinderung, Durchblutungsförderung und Stoffwechselaktivierung

Die physikalische Medizin umfasst die Wirkungen von physikalisch beschreibbaren und physikalisch wirkenden Mitteln.

Mit allen erforderlichen räumlichen und technischen Voraussetzungen ausgestattet, leistet diese Abteilung einen wichtigen Beitrag zur Frührehabilitation . Durch den intensiven Kontakt unserer Mitarbeiter zu ihren Patienten entsteht eine positive Aktivierung – ebenfalls ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Rehabilitationserfolg.

Die Behandlungstechniken werden nach neuesten therapeutischen aber auch bewährten Maßnahmen durchgeführt:

  • Elektrotherapie (z.B. TENS, diadynamischer Strom, Ultraschall)
  • Bäder (z.B. Stangerbad, 4-Zellenbad, CO-2 Bad, Kneippsche Anwendungen)
  • Thermo-Therapie (Wärmeapplikation über Fango, Moor-, Heu- oder Paraffinpackungen, Kälteanwendungen mit Eis)
  • Massagen (klassisch und Sonderformen z.B. Marnitz, Terrier, Akupunktmassage nach Penzel, Fußreflexzonenmassage)
  • Unterwasserdruckstrahlmassage
  • Ödembehandlung mittels manueller Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung
  • Inhalationen (z.B. Sole)

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Bewegungsvermögen und Selbstständigkeit zurückgewinnen.

In allen Abteilungen des Hauses wird ein breites Spektrum physiotherapeutischer Maßnahmen eingesetzt sowohl im Sinne von Prävention als auch Frührehabilitation. Die Therapie findet am Patientenbett statt. Ausserdem haben wir die Möglichkeit, in eigenen Räumlichkeiten zu therapieren. Dafür stehen uns zur Verfügung:

  • Einzelbehandlungsräume
  • Gymnastikraum
  • Bewegungsbad
  • Tauchbad
  • Gehparcours
  • Motorschienen

Sollte der stationäre Aufenthalt einer Patientin oder eines Patienten für die Sicherung des Behandlungserfolges nicht ausreichen, wird im interdisziplinären Team und mit den Betroffenen die weiterführende Therapie besprochen und gegebenenfalls eingeleitet.

Auch die Hilfsmittelversorgung mit Rollstühlen, Rollatoren, Gehstützen, Schienen usw. obliegt den Physiotherapeuten in Absprache mit dem behandelnden Arzt und Orthopädietechnikern.
Für Angehörige pflegebedürftiger Patienten stehen wir gern beratend zur Verfügung.

Forschung

Wir forschen für Sie auf folgenden Gebieten

  • Beteiligung an dem Projekt "Die ICF als Referenzrahmen zur Bewertung von Effektivenessstudien bei demenziellen Erkrankungen" in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München / Institut für Gesundheits-und Rehabilitationswissenschaften, Klinikum Großhadern 
  • Beteiligung an einem Projekt "Determinanten der Gewichtsveränderung bei Alzheimer" / Bachelorarbeit der Technischen Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan
  • StKM-internes Projekt "Geriatrisches Screening in den Notaufnahmestationen" der Kliniken Bogenhausen, Schwabing, Neuperlach und Harlaching
  • Mitarbeit an der Studie „Auswirkung von Gelenkkontrakturen auf Funktionsfähigkeit und soziale Teilhabe älterer Menschen in geriatrischen Settings – Entwicklung eines Standartsets“. Studienleitung: Prof. Dr. Eva Grill, Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.