Prof. Dr. med. Stefan Burdach

Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Klinikum Schwabing

Prof. Burdach im Videogespräch

Behandlungsspektrum

Spezialgebiete

Sein medizinischer Schwerpunkt in der stationären Versorgung ist die pädiatrische Onkologie und Hämatologie, also sowohl die Behandlung von angeborenen Erkrankungen des Blutes als auch die Behandlung von Leukämien und bösartigen Tumoren.

Werdegang

BESCHREIBUNG DES WISSENSCHAFTLICHEN WERKS ANLÄSSLICH DER VERLEIHUNG DES KIND PHILIPP PREIS 2009, MAI 2010

Professor Dr. Stefan Burdach ist derzeit Ordinarius für Kinder- und Jugendmedizin der Technischen Universität München und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik München Schwabing (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Schwabing, StKM GmbH und Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München).

Professor Burdach hat seine Facharztausbildung 1978-1983 unter Ewerbeck amKinderkrankenhaus der Stadt Köln und unter Sallan am Dana Farber Cancer Institute, Harvard University Medical School in Boston absolviert. Er hat sich bereits während seiner Facharztausbildung besonders in der Pädiatrischen Onkologie engagiert. Auf Grund seines wissenschaftlichen Engagements erhielt er 1984-1987 von der DFG ein Stipendium am Stanford University Medical Center für sein Forschungsprojekt über hämatopoetische Stammzellen. Es folgte ein Aufenthalt am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, wo er unter Nobelpreisträger Donall E. Thomas eine Ausbildung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation erhielt.

1987 ging Burdach nach Düsseldorf, um dort unter Göbel und Jürgens das Labor für experimentelle Hämatologie und Stammzelltransplantation und gemeinsam mit Wernet das klinische Stammzelltransplantationsprogramm aufzubauen. Insgesamt war er von 1987-1997 in Düsseldorf tätig, zuletzt als Stellvertretender Klinikdirektor und Geschäftsführender Oberarzt des Zentrums.

1997 wurde er auf den Lehrstuhl für allgemeine Pädiatrie an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen. Dort baute er mit Förderung der Deutschen Krebshilfe das Landeszentrum für Zell- und Gentherapie auf. 2003 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für Kinder- und Jugendmedizin der Technischen Universität München, wo auch die 2009 erschienene Preisarbeit angefertigt wurde.

Mit diesen Arbeiten erweiterte er den Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe auf epigenetische Mechanismen der Stammzellregulation. Dies war bereits in Arbeiten der letzten 5 Jahre erkennbar.

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BESCHREIBUNG DES WISSENSCHAFTLICHEN WERKSANLÄSSLICH DER VERLEIHUNG DES KIND PHILIPP PREIS 2009, MAI 2010

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Wissenschaftliches Werk

Stefan Burdach ist ein herausragender Vertreter der translationalen Forschung und ein Prototyp des Physician Scientist: Es ist ihm in seinem Fachgebiet gelungen, Grundlagenforschung und klinische Anwendung zu verbinden. Den nominierten Arbeiten zur Epigenetik des Ewing-Tumors gehen grundlegende und häufig zitierte Arbeiten zur Histogenese dieses Tumors voraus. Hier konnte er durch einen frühen und weitsichtigen Einsatz der Genchip-Technologie seine Erstbeschreibung des neuroektodermalen Charakters des Tumors (Virchows Archive, 1985) und darüber hinaus James Ewings Diktum („Endothelioma of Bone“) bestätigen (Cancer Research 2003).

Durch den frühzeitigen Einsatz von Keimbahn-Gentransfer-Modellen zur Aufklärung der in vivo Funktion von Cytokinen und Cytokinrezeptoren in Kooperation mit Levitt, Lee und Murray lieferte er ferner Beiträge zur Aufklärung der Immunpathogenese von entzündlichen Lungen- und Darmerkrankungen (Journal of Clinical Investigation 1997, Journal of Experimental Medicine 1996 und 1998, Journal of Immonology 1998, Blood 1998a and 1998b, Journal of Clinical Investigation 2006). Burdach war durch die pathogenetische Aufklärung massgeblich an der Etablierungs des Paradigmas der extrahämatopoetischen Manifestation neuerhämatopoetischer Erkrankungen beteiligt.

Darüber hinaus hat Burdach grundlegende Beiträge zur Stammzellbiologie und Stammzelltherapie von Blut und Tumorerkrankungen im Kindesalter geliefert. Seine Arbeiten zur Immunregulation von Blutstammzellen (Journal of Immunology 1987, Blood 1987, Journal of Clinical Investigation 1991) lieferten wichtige Beiträge zur Implementierung des Konzepts einer immunsuppressiven Therapie des Knochenmarksversagens (Klinische Pädiatrie 1998). Darüber hinaus hat er zu häufig zitierten Arbeiten beigetragen, die Grundlagen für die klinische Anwendung der Immun- und Gentherapie geliefert haben (Journal of Experimental Medicine 1995; Nature Medicine 1996, Scandinavian Journal of Immunology 2009).

Als Kinderarzt hat bei seine Arbeiten zu blutbildenden Stammzellen und Immunregulation stets den klinischen Einsatz im Auge und hat insbesondere die Immuntherapie (Journal of Pediatrics 1991, Cancer 1995) und die Stammmzelltransplantation weiterentwickelt. Er ist ein Pionier der autologen und allogenen Stammmzelltransplantation bei peripheren neuroektodermalen Tumoren (Journal of Clinical Oncology 1993, 2003, Lancet Oncology 2005, Bone Marrow Transplantation 2009) sowie der Anwendung von IL2-Rezeptorantikörpern bei allogener Transplantation (Transplantation 1995, Klinische Pädiatrie 2004).

Zusammenfassung:

Stefan Burdach hat sich über fast 25 Jahre kontinuierlich und nachhaltig als herausragende Forscherpersönlichkeit erwiesen. Er hat auf den Gebieten der Stammzell- und Immuntherapie, sowie der selektiven molekularen Tumortherapie zur internationalen Reputation der deutschen Pädiatrischen Onkologie beigetragen. Dabei war er sich stets ein kritischer, unorthodoxer und ausserordentlich kreativer Denker, der seine Hypothesen mit außergewöhnlicher Energie über Jahrzehnte verfolgt. Er ist als ein herausragender Vertreter der translationalen Forschung und Vorbild für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Mitgliedschaft

  • Mitglied in zahlreichen Berufsverbänden und medizinischen Fachgesellschaften
  • Gutachter für Fachzeitschriften und Forschungseinrichtungen

Auszeichnungen

Für seine Forschungstätigkeit erhielt Prof. Burdach renommierte Preise und Auszeichnungen, u.a. den Hill Memorial Award der Stanford University, den Heynen-Preis der Heinrich Heine Universität Düsseldorf sowie den Kind-Philipp-Preis der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH).