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IQM - Initiative Qualitätsmedizin

Das Städtische Klinikum München ist Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM). IQM ist eine trägerübergreifende Initiative, offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland und der Schweiz. Das Ziel ist, die medizinische Behandlungsqualität im Krankenhaus für alle Patienten zu verbessern.       

Die Qualitätsindikatoren

Warum nur bestimmte Krankheitsbilder ausgewählt sind

Die Qualitätsindikatoren bilden wichtige und häufige Krankheitsbilder ab. Dazu zählen zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenerkrankungen. Neben den Krankheitsbildern umfassen die Qualitätsindikatoren auch wichtige Operationen, wie Herz-OPs, geburtshilfliche Eingriffe, orthopädische OPs oder Magen-Darm-Trakt-OPs. 

Alle Indikatoren sind aus den Routinedaten der jeweiligen Krankenhäuser entnommen. Es muss keine zusätzliche Dokumentation durchgeführt werden.

Was genau gemessen wird

Die wichtigsten Messindikatoren sind

  • Menge
  • Sterblichkeit 

Menge - Anteil gewisser Erkrankungen und Operationen

Die Mindestfallzahl ist ein wichtiger Qualitätsindikator, Je höher eine Fallzahl, desto eher kann der Patient davon ausgehen, dass er eine gute Behandlung erhält.

Neben der Mindestfallzahl ist sollten gewisse Erkrankungen oder Operationen nicht unter- oder überschritten werden. Dazu zählt beispielsweise der Anteil bestimmter schonender Verfahren in der Gynäkologie.

Sterblichkeit

Auch wenn bei bester Medizin die Sterblichkeit in einem Krankenhaus nicht unvermeidbar ist, vergleichen wir die Rate mit den bundesdurchschnittlichen Werten des Statistischen Bundesamts. Das Statistische Bundesamt wertet - wie wir - nach Alter und Geschlecht getrennt aus. Das ist sinnvoll, da eine Klinik mit einem hohen Anteil sehr alter Patienten eine andere Sterblichkeit aufweist als eine Klinik mit relativ jungen Patienten. 

Die Sterblichkeit sollte nicht als alleiniger Nachweis der medizinischen Qualität gelten. Bei manchen Indikatoren ist die Sterblichkeit ein recht seltenes Ereignis und könnte mit anderen Dingen zusammenhängen. Daher messen wir auch in den sogenannten "low-risk"-Bereichen die Sterblichkeit, um so die Patientensicherheit zu erhöhen. 

Orientierung durch den Erwartungswert

Der Erwartungswert löst das Problem der Risikogewichtung zwischen Alter und Geschlecht. Er zeigt, welche Sterblichkeit bei einer Patientengruppe gleicher Alters- und Geschlechtsverteilung im Bundesdurchschnitt zu erwarten ist.

Für Kliniken mit einem hohen Anteil alter Patienten ergeben sich daraus andere Erwartungswerte als für Kliniken mit jüngeren Patienten. Ziel der IQM-Kliniken ist aber, besser zur sein als der Bundesdurchschnitt, in dem Fall also besser als der errechnete Erwartungswert.

Standarized mortality rate

Wissenschaftlich bezeichnet man die Beziehung zwischen erwarteter Sterblichkeit und dem tatsächlichen Wert als standarized mortality rate (SMR).

Bei einer Quote unter 1 ist die tatsächliche Sterblichkeit geringer als die zu erwartende. Liegt die Quote über 1, ist die Sterblichkeit höher als erwartet. Allerdings ist der Wert nur da errechenbar, wo Daten des Statistischen Bundesamts vorliegen.

Als Orientierung sollte berücksichtigt werden, dass die IQM-Kliniken im Durchschnitt besser sind als die erwarteten Werte.     

Was, wenn keine Werte des Statistischen Bundesamts vorliegen?

Liegen keine Werte für Alter und Geschlecht vor, ist es nicht möglich, einen Erwartungswert zu errechnen.

Die IQM-Zielwerte wurden dann aus der wissenschaftlichen Literatur, anderen Qualitätsmessungen oder Fachgremien entnommen.