Icon Notfall
Notfall

Beckenbodenschwäche, Beckenbodensenkung

Die Muskulatur des Beckenbodens sorgt für dessen Stabilität, so dass alle sich darin befindlichen Organe, wie Gebärmutter und Blase, ihre Position beibehalten. Zudem ermöglicht uns der Halteapparat, dass wir, ohne Harn oder Stuhl zu verlieren, Gegenstände heben und tragen können. Ist die Muskulatur geschwächt, können die Organe nicht mehr ausreichend in ihrer ursprünglichen Position gehalten werden und sie sinken ab. Bei Frauen kann es durch die Beckenbodenschwäche zu einer Absenkung der Gebärmutter kommen.

Beckenbodenschwäche führt zu Kontrollverlust

Häufigstes Problem ist die sogenannte Blasenschwäche. Normalerweise spannt sich der Beckenbodenmuskel reflexartig beim Niesen oder Husten an, damit kein Harn oder Stuhl durchdringt.

Bei einer Beckenbodenschwäche ist dies nicht mehr möglich. Beim Husten, Niesen, Lachen oder dem Heben schwerer Lasten gehen unwillkürlich einige Tropfen Urin verloren.

Eine Beckenbodenschwäche äußert sich mit unterschiedlichen Symptomen

Eine Beckenbodenschwäche kann eine Reihe von Beschwerden verursachen und impliziert nicht nur den unwillkürlichen Abgang von Urin:

  • Unterleibsschmerzen
  • Belastungsinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Gebärmuttersenkung bis hin zum Vorfall
  • Blasensenkung
  • Stuhlinkontinenz

Viele Frauen schämen sich noch immer für ihre Blasenschwäche

Im Grunde ist es normal, dass der Beckenboden mit der Zeit ein wenig Stabilität verliert. Im Alter und bei Frauen, die eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche oder Kinder zur Welt gebracht haben, nimmt die Beckenbodenschwäche aber stark zu.

Vor allem Frauen über 50 Jahre sind von der Beckenbodenschwäche betroffen, jede zweite sogar von einer Blasenschwäche. Viele leiden unter der Situation, ihren Harn nicht mehr halten zu können und ziehen sich von sportlichen Aktivitäten zurück. Teilweise ist es den Betroffenen so peinlich, dass sie sich komplett aus dem sozialen Umfeld zurückziehen.

Wir sind Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft

Als Beratungsstellen der Deutschen Kontinenzgesellschaft ist es uns in Bogenhausen und Schwabing ein großes Anliegen, unsere Patienten individuell zu beraten.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine intensive Diagnostik. Mit Hilfe z.B. der urodynamischen Untersuchung wird mit Drucksonden und Elektroden die Funktionsweise der Harnblase untersucht, so dass wir das Ausmaß der Störung feststellen können.

Unsere Patienten sind mündig: wir beziehen sie in die Therapieentscheidung mit ein

Wir drängen keine unserer Patienten zu einer Operation. Das sollte der Patient oder die Patientin selbst nach eingehender Beratung mit ihrem Arzt entscheiden. So bietet spezielle Beckenbodengymnastik wirkungsvolle Methoden, die Muskulatur zu stärken, denn unsere Beckenbodenmuskulatur lässt sich ebenso trainieren wie andere Muskeln unseres Körpers.

Bei einer überaktiven Blase setzen wir in der Therapie auf die Verbesserung der Kontrolle. Wir trainieren mit der Patientin, die Abstände zwischen den Toilettengängen zu verlängern.

Dauerhaft beschwerdefrei durch rekonstruktive Beckenbodenchirurgie

Sollten aber alle Trainingsmaßnahmen und Hilfsmittel nicht ausreichen oder die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt sein, bieten wir in unseren Kliniken das gesamte Spektrum der operativen Behandlung an.

Zum operativen Spektrum zählt die konventionelle OP durch die Scheide mit Scheidenplastik wie auch die schonende minimal-invasive Bauchspiegelung bei Gebärmuttersenkung oder –vorfall unter Verwendung moderner Kunststoffnetze.

Bei reiner Harninkontinenz reicht oft die Einlage von Kunststoffbändchen unter die Harnröhre aus, um das Problem zu beheben.