Fehlgeburt. Wenn das Kind nicht lebensfähig ist

Eine Fehlgeburt ist für Paare sehr belastend. Die Angst, dass es bei einer weiteren Schwangerschaft wieder zu einer Fehlgeburt kommt, ist sehr groß. Fehlgeburten treten aber sehr häufig auf. Oft geschieht eine Fehlgeburt sogar, bevor die Schwangerschaft festgestellt wurde und bleibt daher von vielen Frauen unbemerkt.

Fehlgeburt und Totgeburt

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn die Schwangerschaft endet, bevor das Kind lebensfähig ist. Kommt ein Fötus vor der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt und wiegt unter 500 Gramm, spricht man von einer Fehlgeburt, auch Abort genannt. Verstirbt ein Baby nach der 24. Schwangerschaftswoche im Mutterlaib, handelt es sich um eine Totgeburt.

Fehlgeburten treten häufig auf

Im ersten Drittel einer Schwangerschaft kommen Fehlgeburten häufig vor. Wenn sich z.B. das Kind nicht richtig entwickelt, geht der Embryo ab. Bei unter 30jährigen gehen etwa die Hälfte der befruchteten Eizellen ab, bei älteren Frauen ist die Rate sogar höher. Ab der 5. Woche, wenn die Schwangerschaft feststellbar ist, kommt es in ca. 10 bis 20 Prozent der Fälle zu einer Fehlgeburt.

Warnsignale und Symptome einer Fehlgeburt

Eine Blutung in der Schwangerschaft ist ein Warnsignal für eine Fehlgeburt, kann aber auch auf andere Komplikationen wie z.B. eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Unterleibskrämpfe oder frühzeitige Wehen kommen bei den betroffenen Frauen häufig hinzu.

Es gibt auch frühe Fehlgeburten, die bei vielen Frauen ohne Symptome verlaufen. Erst ein Ultraschall und eine Blutuntersuchung zeigen dann, ob die Frau noch schwanger ist. Der Arzt untersucht außerdem den Muttermund, ob dieser noch geschlossen ist oder schmerzt. Bei geschlossenem Muttermund und nachweisbaren Herztönen sollte die Schwangere strikte Bettruhe einhalten, um eine Fehlgeburt zu vermeiden.

Risikofaktoren, die eine Fehlgeburt begünstigen

Ärzte unterscheiden zwischen Risikofaktoren, die das weibliche Geschlechtsorgan betreffen, mütterlichen Ursachen und dem Fötus. Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt sind genetische Veränderungen beim Fötus. Sind die Veränderungen so stark, dass die Lebensfähigkeit eingeschränkt oder nicht gegeben ist, stirbt der Fötus.

Weitere Risikofaktoren sind

  • Missbildungen der Gebärmutter
  • Gebärmutterhalsschwäche
  • Infektionen
  • Hormonelle Störungen, z.B. Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Aggressives Immunsystem
  • Stress
  • Rauchen, Alkohol, Drogen
  • Autoimmunerkrankungen

Gewebereste entfernen

Wegen der Infektionsgefahr müssen Gewebereste aus der Gebärmutter durch Ausschabung entfernt werden.

Ab der 16. Woche der Schwangerschaft wird die Geburt unter Gabe von Medikamenten eingeleitet, da der Fötus bereits zu groß für eine Ausschabung ist. Sie lockern und weiten den Gebärmutterhals und regen die Gebärmuttermuskulatur an.

Der abgestorbene Fötus kann so ausgestoßen werden. Die Frau erhält starke Schmerzmittel, so dass die Geburt weitestgehend schmerzfrei erfolgt.

Psychologische Betreuung der Eltern

Viele Frauen leiden unter der Fehlgeburt und haben Angst vor einer erneuten Schwangerschaft. Häufig treten auch Schuldgefühle auf, etwas falsch gemacht zu haben.

Eine psychologische Betreuung ist daher empfehlenswert, da der Verlust des Babys für die Frau, aber auch den Vater eine große emotionale Belastung bedeutet. In unseren Kliniken unterstützen Psychologen und Seelsorger die Eltern.   

Abschied nehmen vom Kind

Oft hilft es den Eltern, bewusst von ihrem Kind Abschied zu nehmen. Sternenkinder, Kinder die mit weniger als 500 Gramm tot geboren wurden, können neben einem Reihen- oder Wahlgrab auch in einem Gemeinschaftsgrab bestattet werden.

Die München Klinik hat eine eigene Grabstelle auf dem Ostfriedhof, wo das Kind zur Ruhe gebettet werden kann. Zweimal im Jahr findet eine Gedenkfeier an der Grabstelle statt.

Kinder die mehr als 500 Gramm wiegen, müssen individuell bestattet werden.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Fehlgeburt, Abort, Totgeburt

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