Frühgeburt, Frühchen. Zu früh geboren

Eltern, deren Kind zu früh zur Welt gekommen ist, durchleben eine Zeit des Bangens. Überlebt mein Kind? Wird es bleibende Schäden haben? Durch den Fortschritt in der Neugeborenen-Intensivmedizin haben sich die Behandlungsmöglichkeiten und die Überlebenschancen für Frühchen erheblich verbessert.

Höhere Überlebenschancen im richtigen Krankenhaus

Frühchen, die weniger als 1500 Gramm wiegen, sollten nur in spezialisierten Kliniken behandelt werden. Kliniken, die weniger als 50 Frühchen im Jahr behandeln, fehlt die Erfahrung. Die Studie der Kinderklinik Bochum bestätigt, dass das Risiko für Spätschäden viel höher ist. Zudem liegt die Sterberate in den spezialisierten Häusern um 45 Prozent niedriger.

In der München Klinik sind Frühchen in unseren Perinatalzentren bzw. Neonatologischen Klinik bestens versorgt. Bereits vor der Geburt werden Frauen mit einer Risikoschwangerschaft oder Risikogeburt intensiv betreut, um eine Frühgeburt zu verhindern bzw. so weit es geht hinauszuzögern.

Ab wann ist ein Kind ein Frühchen?

Kommt ein Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, ist es ein Frühchen. Überlebensfähig sind Frühchen ab der 24. Schwangerschaftswoche bzw. bei einem Geburtsgewicht von 500 Gramm. Allerdings ist das Risiko sehr hoch für bleibende körperliche oder geistige Schäden. Die Lungenreifung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen und auch die restlichen Organe sind nicht voll ausgereift.

Medizinisch indizierte Frühgeburt

Von der spontanen Frühgeburt ist die medizinisch indizierte Frühgeburt zu unterscheiden. Bei Komplikationen während der Schwangerschaft und bei Mehrlingsgeburten wird die Schwangerschaft frühzeitig unterbrochen, um Mutter und Kind zu schützen.

In spezialisierten Perinatalzentren oder Neonatologien erhalten Frühchen die beste Versorgung.

Wenn Wehen zu früh einsetzen. Anzeichen einer Frühgeburt

Untrügliches Zeichen einer Frühgeburt ist, wenn die Wehen zu früh einsetzen. Sie haben nichts mit den sogenannten Vorwehen zu tun, die viele Frauen verspüren. Treten die Wehen über einen längeren Zeitraum auf und kommen sie in kurzen Abständen, also öfter als dreimal in der Stunde, sollten Sie sofort ins Krankenhaus. Der Arzt kann dann feststellen, ob eine Frühgeburt droht und versuchen, sie hinaus zu zögern.

Weitere Anzeichen sind Blutungen oder das Platzen der Fruchtblase, der sogenannte vorzeitige Blasensprung. Im Krankenhaus kann der Arzt feststellen, ob der Muttermund bereits geöffnet ist. Dies könnte auf eine Eröffnung und Erweichung des Muttermunds bei gleichzeitiger Verkürzung des Gebärmutterhalses hindeuten, medizinisch Zervixinsuffizienz.

Risikofaktoren und Ursachen der Frühgeburt

Bei über 40 Prozent der Frühgeburten sind die auslösenden Faktoren unklar. Oft sind mehrere Faktoren verantwortlich. Bestimmte Risikofaktoren können eine Frühgeburt begünstigen

  • Starke seelische Belastungen
  • Rauchen und Alkohol
  • Fehlbildungen des Kindes
  • Fehlbildungen der Gebärmutter oder Plazenta
  • Infektionen
  • Hormonelle Störungen wie z.B. Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen

Medizinische Maßnahmen, um der Frühgeburt vorzubeugen

Nach Möglichkeit wird versucht, die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten, da das Kind im Mutterleib die besten Entwicklungsmöglichkeiten hat. Allerdings hängt es immer vom Gesundheitszustand der Mutter und des Kindes ab, ob die Schwangerschaft erhalten werden kann oder die Geburt zugelassen wird. Bei einem vorzeitigen Blasensprung muss häufig die Geburt eingeleitet werden.

Neben einer strikten Schonung und Bettruhe werden der Schwangeren Wehenhemmer verabreicht, um die vorzeitigen Wehen zu behandeln. Zusätzlich werden Medikamente verabreicht, um die Lungenreife des Kindes zu beschleunigen.

Ist das Baby weit genug entwickelt, in der Regel ab der 35. Schwangerschaftswoche, wird die Geburt zugelassen.

Generell sollten alle Frühgeburten, die vor der 34. Schwangerschaftswoche erfolgen in Perinatalzentren erfolgen. Mutter und Kind finden in diesen ausgewiesenen Zentren die beste Versorgung und größte Sicherheit. In In der München Klinik finden Sie in Neuperlach, Schwabing und Harlaching gleich drei ausgewiesene Zentren in Ihrer Nähe. 

Frühchen brauchen viel Nähe, um sich positiv entwickeln zu können.

Auf der Intensivstation

Nach der Geburt wird das Frühchen in einen Brutkasten auf die Intensivstation verlegt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffgehalt sind konstant und so geregelt, dass das Frühchen sich bestmöglich entwickeln kann.

Atmung und Herzschlag werden überwacht und über eine Magensonde erhalten sie die nötigen Nährstoffe. Zusätzlich muss das Kind mit Medikamenten behandelt werden, da seine Organe noch nicht vollständig entwickelt sind.

Auf der Intensivstation werden die Frühchen rund um die Uhr überwacht.

Förderung von Körperkontakt

In dieser frühen und verletzlichen Phase braucht das Kind viel Geborgenheit. Die emotionale und körperliche Nähe wird in unseren Kliniken gefördert, da es das Frühchen bei seiner gesunden und guten Entwicklung unterstützt.

Bei der Känguru-Methode können die Eltern eine besonders intensive Bindung zu ihrem Frühgeborenen aufbauen. Das nur mit einer Windel bekleidete Frühgeborene wird für einige Stunden auf die nackte Brust von Mutter oder Vater gelegt. Es kann ihren Herzschlag hören, die Haut riechen und die Stimme hören.

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten für Frühgeburt, Frühchen

Prof. Dr. med. Marcus
Chefarzt der Klinik für Neonatologie am Klinikum Harlaching
Prof. Dr. med. Marcus Krüger - Klinikum Harlaching
Prof. Dr. med. Marcus
Chefarzt der Klinik für Neonatologie am Klinikum Schwabing
Prof. Dr. med. Marcus Krüger - Klinikum Schwabing
Kilian Ackermann - Klinikum Harlaching
Leitender Oberarzt der Klinik für Neonatologie am Klinikum Harlaching
Dr. Kilian Ackermann - Klinikum Harlaching
Kilian Ackermann - Klinikum Schwabing
Leitender Oberarzt der Klinik für Neonatologie am Klinikum Schwabing
Dr. Kilian Ackermann - Klinikum Schwabing

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