Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom, Ovarialtumor

Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom oder Ovarialtumor genannt, tritt relativ selten auf. In Deutschland erkranken im Jahr rund 8000 Frauen an dieser Art von Krebs, bei dem es sich in 90 Prozent der Fälle um ein Adenokarzinom handelt – einen bösartigen Tumor, der aus dem Drüsengewebe hervorgegangen ist.  

Ursachen und Risikofaktoren

Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken nimmt mit dem Alter und bei Übergewicht zu. Frauen, die während oder nach den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie erhalten haben, sind besonders gefährdet.

Die Anti-Baby-Pille und Schwangerschaften wirken sich dagegen günstig aus. Außerdem gibt es eine genetische Komponente. Brust- und Eierstockkrebs-Fälle in der engeren Familie sollten daher zu besonderer Aufmerksamkeit führen.  

Eierstockkrebs wird aufgrund unspezifischer Symptome oft erst spät erkannt

Ein Overialtumor ist häufig lange symptomlos bzw. zeigt sehr unspezifische Symptome. Dazu gehören

  • Blutungen außerhalb der Reihe
  • Blutungen nach den Wechseljahren
  • Unbestimmte Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Zunahme des Bauchumfangs ohne Gewichtszunahme
  • Müdigkeit, Erschöpfung

Der Eierstockkrebs wird deshalb oft spät diagnostiziert, bildet aber bereits frühzeitig Metastasen.  

Erstklassige Behandlung in unseren Krebszentren

Die München Klinik hat als gynäkologische Klinik einen herausragenden Ruf. Das gynäkologische Tumorzentrum Süd ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Gynäkologisches Krebszentrum aufgrund der hohen Behandlungsqualität zertifiziert worden. 

Unsere Kliniken sind außerdem Mitglied im Tumorzentrum München. In den Krebszentren unserer Frauenkliniken werden nicht verschiedene Spezialsprechstunden angeboten. Sollte Unklarheit herrschen, sind Betroffene in der gynäkologischen Ambulanz am Standort Schwabing gut aufgehoben. 

Eierstockkrebs: Stadien und Prognose

Eierstockkrebs wird in vier Stadien eingeteilt. Neben der TNM-Klassifikation für maligne Tumore wird ebenso häufig die FIGO-Klassifikation für gynäkologische Tumore verwendet, die nach ähnlichen Kriterien vorgeht. Für die einzelnen Stadien gibt es nochmals feinere Unterteilungen.

Entscheidend für die Überlebensrate ist das Tumorstadium bei Diagnosestellung und der nach der OP verbliebene Tumorrest. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt im Mittel zwischen 30 und 40%. Die meist späte Diagnosestellung und das hohe Rezidivrisiko sind die Hauptgründe. 

Überblick der Stadien und der 5-Jahres-Überlebensrate

  • Stadium I = Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke und ist auf sie begrenzt.
    • 5-Jahres-Überlebensrate 80 %
  • Stadium II = Tumor breitet sich im Becken aus
    • 5-Jahres-Überlebensrate 60 %
  • Stadium III = Tumor breitet sich im Bauchfell außerhalb des Beckens aus und/oder befällt Lymphknoten
    • 5-Jahres-Überlebensrate 23 %
  • Stadium IV = Es haben sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet
    • 5-Jahres-Überlebensrate 14 %

     

Wie schnell wächst das Ovarialkarzinom?

Eierstockkrebs ist ein aggressiver Tumor, der schnell Metastasen bildet. Wie schnell der Tumor wächst, hängt von der Art des Krebses ab. Es gibt Formen die schnell wachsen, andere dagegen langsamer.

Das Ovarialkarzinom ist ein stiller Tumor, der erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome bildet. Auch Früherkennungsuntersuchungen bleiben oft ergebnislos. Selbst bei einer jährlichen oder halbjährlichen vaginalen Ultraschalluntersuchung kann der Krebs unentdeckt bleiben, da er beispielsweise genau zwischen den beiden Screening-Termine beginnen kann zu wuchern.

Untersuchungen und Behandlungsoptionen bei Ovarialkarzinom

Neben der Tastuntersuchung der Eierstöcke durch den Gynäkologen ist die Ultraschalluntersuchung ein wichtiges Instrument. Mithilfe des vaginalen Ultraschalls kann festgestellt werden, ob die Eierstöcke vergrößert sind. Bei einem Bauchultraschall wird abgeklärt, ob sich bereits Tumorzellen in andere Organe ausgebreitet haben.

Um allerdings eine gesicherte Diagnose zu erhalten, ist eine Operation unabdingbar. Dabei wird Eierstockgewebe entfernt und vom Pathologen untersucht. Bestätigt der Pathologe den Krebsverdacht, versuchen die Gynäkologen, möglichst vollständig den Tumor zu entfernen. Je nach Tumorstadium können das nicht nur die Gebärmutter und die Eierstöcke sein, sondern auch große Teile des Bauchfells, Lymphknoten, Darmsegmente oder andere Organe.

OP nur in spezialisierten Krebszentren

Die Operation dauert mehrere Stunden, ist sehr aufwendig und kompliziert und sollte daher nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Dadurch bestehen gute Chancen, dass alle Tumorherde im fortgeschrittenen Stadium entfernt werden können. Ziel ist eine makroskopische Tumorfreiheit, das heißt, dass mit bloßem Auge keine Tumorzellen mehr erkennbar sind. Die Überlebensrate der Patientinnen hängt von den im Körper verbliebenen Tumorresten ab.

Bei jüngeren Patientinnen mit Kinderwunsch, deren Ovarialkarzinom noch im Stadium I ist, kann fruchtbarkeitserhaltend operiert werden. Dabei verbleiben die Gebärmutter und der gesunde Eierstock im Körper. Allerdings besteht dadurch das Risiko, dass der Tumor zurückkehrt. 

Chemotherapie im Anschluss

Im Anschluss an die OP wird eine Chemotherapie durchgeführt, um verbliebene oder schlummernde Krebszellen zu vernichten.

Die Zytostatika hemmen das Zellwachstum der Krebszellen. Sie werden jeweils in einem Abstand von drei Wochen sechsmal verabreicht.

Wenn ein Rezidiv (Rückfall) auftritt

Kehrt der Tumor zurück, ist es eventuell möglich, eine erneute Operation durchzuführen, um den Tumor vollständig zu entfernen. Kann die Krankheit nicht mehr geheilt werden, wird oft nur noch palliativ behandelt.

Die Therapie richtet sich dann darauf, die Lebenszeit der Patientin zu verlängern, indem man den Tumor so lange wie möglich im Wachstum stoppt und die Beschwerden lindert.  

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