Gehörlosigkeit, Taubheit

Es gibt rund 80.000 gehörlose Menschen in Deutschland. Sie hören entweder gar nichts mehr oder können akustische Signale nur noch mit einem Hörgerät oder Cochlea-Implantat wahrnehmen.

Ursachen von Gehörlosigkeit sind vielfältig

Medizinisch grenzt man die Gehörlosigkeit oder Taubheit von der Schwerhörigkeit durch den Grad des Hörverlustes ab: Wer im Bereich zwischen 125 und 250 Hz einen Hörverlust von mehr als 60 dB sowie im übrigen Frequenzbereich von mehr als 100 dB hat, gilt als gehörlos.

Bei etwa 15 Prozent der Gehörlosen ist die Taubheit angeboren. Während der Schwangerschaft können zum Beispiel Viruserkrankungen der Mutter wie Röteln oder Toxoplasmose oder Medikamente das Gehör der ungeborenen Kinder hochgradig schädigen und so Gehörlosigkeit verursachen.

Bei der Geburt kann es durch Sauerstoffmangel oder mechanische Schädigungen zum Verlust des Gehörs kommen. Tritt Gehörlosigkeit im Laufe des Lebens auf, sind z.B. Gehirnhautentzündungen, Schädelbrüche, Virus-Infektionen wie Mumps oder Masern, chronische Mittelohrentzündungen oder bestimmte Medikamente Schuld.

Ein Cochlea-Implantat kann das Hörvermögen wiederherstellen

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Innenohrprothese, ein so genanntes Cochlea-Implantat, sinnvoll sein und das Hörvermögen ganz oder teilweise wiederherstellen.

Eine solche Operation sollte bei gehörlosen Kindern frühzeitig erfolgen, um die Sprachentwicklung zu ermöglichen. So können gehörlose Kinder sprechen lernen.

Das Erlernen der Gebärdensprache, einer visuellen Sprache mit eigener Grammatik, sollte fester Bestandteil der Frühförderung bei Gehörlosigkeit sein.

Diese Gebärdensprache ermöglicht den Gehörlosen das Sprechen und die Kommunikation mit anderen Menschen. Mithilfe von Gestik und Memik wird die Gebärdensprache formuliert.

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