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Diabetes mellitus

Wird ein Diabetes mellitus nicht behandelt, ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Grund dafür ist ein Mangel an Insulin oder eine Insulin-Resistenz. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und beschleunigt die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung in bestimmte Zellen. So regelt es den Blutzuckerspiegel. Bei dieser chronischen Stoffwechselerkrankung, auch als Zuckerkrankheit bekannt, unterscheidet man zwei Formen: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. 

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetiker erkranken meist als Jugendliche oder junge Erwachsene. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin. Vermutet wird, dass im Rahmen einer Autoimmunerkrankung der Körper die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulin-Produktion zuständig sind, angreift und zerstört.

Diabetiker müssen sich das Insulin spritzen. Man bezeichnet den Typ-1-Diabetes daher auch als insulinpflichtigen Diabetes mellitus.  

„Ohne Behandlung und Therapie drohen bei Diabetes mellitus schwere Gefäß- und Nervenschäden, die schwere Fuß- und Nierenprobleme bis zur Erblindung nach sich ziehen können. “
Prof. Dr. Robert Ritzel, Chefarzt Klinikum Bogenhausen

Typ-2-Diabetes

Patienten mit Typ-2-Diabetes sind in der Regel älter und meist übergewichtig. Früher nannte man diesen Diabetes mellitus Typ deshalb auch Altersdiabetes.

Inzwischen erkranken aber auch immer öfter Kinder und Jugendliche daran. Entweder produziert ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin oder ihre Köperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon und nehmen daher weniger Zucker aus dem Blut auf.

Eine Veränderung des Lebensstils, hin zu gesünderer Ernährung, viel Bewegung und einer Gewichtsnormalisierung, kann gegen Diabetes mellitus helfen. Unterstützend können Tabletten, die den Blutzucker senken, eingenommen werden.

Ohne Behandlung und Therapie drohen bei Diabetes mellitus schwere Gefäß- und Nervenschäden, die schwere Fuß- und Nierenprobleme und sogar Erblindung nach sich ziehen können.  

Hohe Qualität der Betreuung und Versorgung

Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten, zertifiziert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) seit 2005 spezialisierte Zentren, Kliniken oder Praxen, die hohe definierte Anforderungen erfüllen.

Aufgrund der Zertifizierungen können Patienten sicher sein, dass sie optimal, sprich: leitliniengerecht, behandelt werden. Das heißt, alle Bereiche entsprechen den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen – von der Therapie, über die Beratung bis zur Schulung. Die Zertifizierung ist sozusagen ein „Qualitätssiegel“. Es bringt Sicherheit und dient der Orientierung auf der Suche nach geeigneten Behandlern.

Die Fachgesellschaft unterscheidet zwei Kategorien: „Basisanerkennung DDG“ und „Diabetologikum DDG“ mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement. Um zertifiziert zu werden, muss eine Einrichtung Erfahrung nachweisen, das heißt, pro Quartal 200 Menschen mit Diabetes Typ 2 und/oder 50 Menschen mit Diabetes Typ 1 leitliniengerecht behandelt haben. Das gilt für den ambulanten Bereich. Im stationären Bereich beziehen sich diese Zahlen auf ein Jahr.

Im Städtischen Klinikum München ist die Neuperlacher Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Angiologie und Innere Medizin als „Diabetologikum DDG“ zertifiziert. Das heißt, auch das Qualitätsmanagement wurde geprüft und als den Kriterien der DDG entsprechend eingestuft. Darüber hinaus sind die Kliniken für Endokrinologie, Diabetologie und Suchtmedizin sowie für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Schwabing als Diabeteszentrum zertifiziert.

Ambulante Hilfe bei Diabetes

In unseren Tageskliniken in Bogenhausen und Schwabing können neben endokrinologischen und diabetologischen auch Fuß- und Wundprobleme behandelt werden, die keiner stationären Behandlung bedürfen.

Tageskliniken funktionieren ähnlich wie Spezialambulanzen. Hier werden Fälle behandelt, die oft einer länger andauernden Therapie bedürfen.

Der große Vorteil der Tagesklinik ist, dass die Patienten zum einen nicht über Nacht bleiben müssen, zum anderen von allen Spezialistinnen und Spezialisten des Fachs behandelt werden, wie Diabetologen, Hormonspezialisten (Endokrinologen), Ernährungsmedizinern, Diätassistentinnen, Diabetes-Beraterinnen und Endokrinologie-Assistentinnen sowie Psychologinnen. Gerade Betroffenen mit ausgeprägten Krankheitsbildern tut die zusätzliche psychologische Betreuung gut.

Hilfe zur Selbsthilfe – Schulungsangebote für Diabetiker

Ziel unserer Therapie ist immer, die Gesundheit bei gleichbleibender Lebensqualität zu erhalten. Neben der individuellen Therapie lernen unsere Patienten in Gruppen- oder Einzelschulungen, eigenständig und sicher mit ihrer Erkrankung und den entsprechenden Therapiemethoden umzugehen.

Neben genauen Einweisungen – von der Tabletten- über die Insulintherapie bis zum richtigen Umgang mit der Insulinpumpe - gehört dazu unter anderem auch eine Ernährungsberatung.

Der diabetische Fuß als große Herausforderung

Der diabetische Fuß ist eine häufige und schwere Folgeerkrankungen bei Menschen mit Diabetes. Wunden heilen nur schlecht und werden von den Betroffenen oft gar nicht bemerkt. Wenn Wunden auftreten, sollten sie sofort einem Spezialisten vorgestellt werden.

Die Diabetes-Spezialisten des Städtischen Klinikums München behandeln Entzündungen in den Wunden sofort. Häufig ist auch eine konsequente Entlastung des betroffenen Fußes nötig oder die Durchblutung in die Füße muss wiederhergestellt werden, etwa durch die Aufweitung von verengten Gefäßen. Zudem wird der Blutzuckerstoffwechsel optimal eingestellt.

Allein im spezialisierten Fuß- und Wundzentrum am Klinikum Schwabing werden pro Jahr mehr als 1.000 Patienten behandelt. Bei den meisten kann eine Amputation verhindert und die Mobilität im Alltag wiederhergestellt werden.

Metabolisches Syndrom: Risiko für Frauen

Bei einer „abdominalen Adipositas“, umgangssprachlich auch inneres Bauchfett genannt, vergrößert sich der Bauchumfang überproportional. Gleichzeitig steigt das Risiko für spätere Herzerkrankungen oder Schlaganfälle.

Das Bauchfett produziert Substanzen, die den Stoffwechsel sehr ungünstig beeinflussen. Es ist verantwortlich für erhöhte Blutzuckerwerte, ungünstige Blutfette und zu hohen Blutdruck. Jeder dieser Faktoren für sich alleine erhöht schon das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn aber alle zusammenkommen, spricht man vom 'Metabolischen Syndrom'. Daraus entwickelt sich sehr häufig ein Diabetes mellitus. In der Folge steigt das Risiko einer späteren Herz-Kreislauf-Erkrankung erheblich an.

Für Frauen ist das Risiko noch höher als für Männer. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit Metabolischem Syndrom bzw. Diabetes mellitus im Vergleich zu gesunden Frauen vier bis sechs Mal so häufig eine Herzerkrankung entwickeln.

Bei Männern ist das Risiko „nur“ zwei- bis dreifach erhöht. Bei der Beratung und Behandlung von betroffenen Frauen ist es daher außerordentlich wichtig, diese besondere Risikokonstellation zu berücksichtigen.

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