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Lymphödem

Bei einem Lymphödem staut sich Flüssigkeit, die so genannte Lymphe, in den Lymphgefäßen. Es kommt zu einer Schwellung. Meist tritt ein Lymphödem in Armen oder Beinen auf. Es können aber auch Lymphödeme an Kopf, Hals, Rumpf oder im Bereich der Genitalien entstehen.

Primäre Lymphödeme

Die Ursachen für so genannte primäre Lymphödeme sind entweder genetisch oder nicht eindeutig erkennbar. Primäre Lymphödeme entwickeln sich meist an beiden Beinen und steigen von den Zehen bis zum Oberschenkel auf. Ein typisches Symptom für ein Lymphödem ist das so genannte Stemmer-Zeichen: Die Haut am Fußrücken lässt sich nicht als Falte anheben.

Sekundäre Lymphödeme

Die Schwellung durch ein sekundäres Lymphödem ist dagegen erworben z.B. in Folge einer Verletzung oder einer anderen Erkrankung. Brustkrebsoperationen mit Entnahme der Lymphknoten, Strahlentherapie, bestimmte Krebsarten wie Leukämie oder Morbus Hodgin oder eine Entzündung der Lymphbahnen sind dann z.B. die Ursache für ein Lymphödem.

Im Gegensatz zu den primären Lymphödemen breiten sich sekundäre Ödeme eher absteigend aus, d.h. zum Beispiel von der Achsel in Richtung Unterarm. Diese Lymphödeme treten in der Regel einseitig auf. Zehen und Vorfuß sind nicht betroffen.

Die Therapie versucht vor allem zu entstauen. Die Behandlung kann durch Lymphdrainage und durch Kompressionstherapie erfolgen. Ohne Behandlung verschlechtert sich ein Lymphödem. In späterem Stadium entzündet sich die Haut. Durch ein zu spät entdecktes Lymphödem bilden sich Ekzeme.

Schnelle Diagnose bei Lymphödemen

Die Diagnose wird durch klinisches Bild, Anamnese sowie ggf. eine apparative Funktionsuntersuchung (z.B. Lymphsequenzszintigraphie, Lymph-MRT) gestellt. 

Lymphdrainage zur Entstauung

An erster Stelle der Therapieoptionen steht weiterhin die komplexe physikalische Entstauung (KPE). Teilweise ist diese konservative Behandung jedoch trotz konsequenter Anwendung nicht ausreichend effektiv. Oftmals kann in solchen Fällen eine operative Behandlung angezeigt sein.

Operative Verfahren zur Verbesserung des Lymphtransports

Es stehen hierzu einige OP-Techniken zur Verfügung. Besonders in jungen Stadien mit hohem Wassergehalt bieten sich Methoden mit dem Ziel der Verbesserung des Lymphtransports an. 
Eingriffe mit dem Ziel der Verbesserung des Lymphtransports sind z.B. die Lymphbahntransplantation und die Lymphknotentransplantation. Bei beiden Verfahren wird nur körpereigenes Gewebe transplantiert.

Lymphbahntransplantation

Hierfür ist eine Lymphbahn aus dem gesunden Oberschenkel erforderlich. Diese wird in mikrochirurgischer Technik wie ein Bypass zur Überbrückung der beschädigten Lymphstrukturen eingesetzt, z.B. bei Armlymphödem nach Lymphknotenausräumung der Axilla oder bei einseitigem Beinlymphödem.

Lymphknotentransplantation

Hierbei wird ein Lymphknotenpaket mitsamt seiner Blutversorgung aus der Leistenregion oder der seitlichen Halsregion entnommen und in die Empfängerregion transplantiert. Meist erfolgt die Transplantation in die Wurzel der betroffenen Extremität.

Operative Verfahren zur Gewebereduzierung

Im Verlauf kommt es in dem erkrankten Körperabschnitt jedoch auch zu einer Vermehrung des Bindegewebes (sog. Sekundärveränderungen), weshalb eine tatsächlich gewebereduzierende Maßnahme erforderlich werden kann. 

Unter den resezierenden Verfahren gilt die Aspirationslympholipektomie (Lipolymphosuktion) als minimalinvasives Standardverfahren. Jede der genannten Techniken hat seine speziellen Vor- und Nachteile. Der Therapieplan muss stets individuell erstellt werden.

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Prof. Dr. med. Klaus-Dieter
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