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TAVI (Transkatheter-Aortenklappen-Implantation)

Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) ist ein schonendes Verfahren, um verengte oder undichte Aortenklappen des Herzens zu ersetzen. Mittels eines Katheters, der meist in der Leiste eingeschleust wird und durch die Blutbahnen zum Herzen gelangt, führen unsere Herzspezialisten eine klein zusammengelegte Ersatz-Herzklappe ein.

Exakt platziert und entfaltet übernimmt diese Ersatz-Aortenklappe dann die wichtige Aufgabe als Ventil. Die wieder funktionierende Klappe entlässt eine ausreichende Menge sauerstoffhaltigen Bluts aus der Herzkammer in den Körperkreislauf, ohne dass das Herz eine erhöhte Pumpleistung erbringen muss, und verhindert rechtzeitig den Rückfluss des Blutes.

Große Erfahrung bei Erst- und Zweit-Versorgung (Ersatzherzklappe)

Im November 2017 konnten wir unsere 1.000ste Katheter-Herzklappe einsetzen, die 93-jährige Patienten Barbara F. aus Freising erfreute sich bereits kurz nach dem Eingriff wieder bester Gesundheit.

Da unsere Herzspezialisten den TAVI-Eingriff häufig durchführen, sind unsere Teams eingespielt und routiniert. Auch die Vor- und Nachbehandlung erfolgt durch spezielle Teams auf den Stationen.

Sicherheit eines großen Krankenhauses mit Maximalversorger-Status

Als Maximalversorger können wir auf viele versierte Experten im Haus zurückgreifen, um beispielsweise Nebenerkrankungen im Vorfeld abklären zu können.

Wir können die Patienten, deren Zustand wir für etwas kritischer halten, kurzzeitig auf unserer eigenen Intensivstation überwachen lassen – was aber nicht die Regel ist. 

Gut vorbereitet auf sämtliche Probleme

Durch die Möglichkeit, die Patienten schnell operativ zu versorgen, können wir beispielsweise sofort Herzschrittmacher implantieren, falls im Rahmen des TAVI-Eingriffs Blockierungen des Reiz-Leitungssystems im Herzen auftreten.

Probleme mit den Herzkranzgefäßen lösen unsere versierten Kardiologen dagegen meist mit Hilfe der Katheter-Technik.

Eine Thrombose-Prophylaxe und klare Hygieneregeln gehören in unserer Klinik ohnehin zum selbstverständlichen Standard.

Die sicherste unter vielen Alternativen

Wir besitzen ein tiefgreifendes Know how und viel Erfahrung bei der gesamten Bandbreite der Herzkatheter-Eingriffe, auch bei seltener genutzten Zugängen und weniger häufig verwendeten Ersatzklappen.

Daher können wir jedem Patienten die für ihn sicherste Alternative anbieten und gehen keine Risiken ein, indem wir bestimmte Zugangswege und Ersatzklappen favorisieren.

Studie zeigt überdurchschnittliche Überlebensraten

Die Tatsache, dass in unserer Klinik die Herz-Lungen-Maschine bereit gehalten und die dafür benötigten Spezialisten tatsächlich anwesend sind, verringert das Risiko, dass mögliche Komplikationen schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Im Zeitraum von 2009 bis 2016 haben wir dazu eine wissenschaftliche Studie an unserer Klinik durchgeführt. Deren Ergebnisse zeigten, dass der Zeitfaktor im Falle von Komplikationen, die eine Operation erfordern, entscheidend für das Überleben dieser Patienten ist: Je besser und unmittelbarer die Zusammenarbeit von Kardiologen und Herzchirurgen funktioniert, desto besser sind die Überlebensraten dieser Patienten.

Unsere eigenen Daten zeigten deutlich überdurchschnittliche Überlebensraten bei diesen Patienten verglichen mit dem Bundesdurchschnitt.

Auch Ersatz-Herzklappen mittels der Katheter-Technik

Seit mehreren Jahren setzen wir auch dann Ersatz-Herzklappen mittels der Katheter-Technik ein, wenn bereits einmal eine Herzklappe ersetzt wurde. Sie wurden meist im Rahmen einer großen Herzoperation eingesetzt, sind über die Jahre degeneriert und erfüllten die gewünschte Funktion nicht mehr.

Für diesen Eingriff benötigen die Herzspezialisten viel Erfahrung, da die erste Ersatz-Herzklappe im Körper bleibt und die neue Katheterklappe bei dem jetzt erfolgenden TAVI-Eingriff exakt innerhalb der vorhandenen Prothese platziert werden muss.

„Auf diese Weise können wir einer degenerierten Bioprothese sozusagen ein zweites Leben verleihen, ohne dass nochmal eine Operation notwendig wird“, schildert Prof. Walter Eichinger.

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Für welche Patienten ist die TAVI die beste Option?

Das TAVI-Verfahren wurde erst 2002 erfunden und wird seit 2007 standardmäßig in vielen Kliniken durchgeführt. Vorher konnten undichte oder verengte Aortenklappen ausschließlich im Rahmen einer großen konventionellen Herzoperation rekonstruiert oder ersetzt werden.

Für diejenigen Patienten, bei denen eine solche Herzoperation aufgrund von schweren Begleiterkrankungen zu riskant gewesen wäre, blieb damals keine Option. Inzwischen können die Herzspezialisten mit Hilfe des TAVI-Verfahrens Patienten über 75 Jahre oder mehrfach erkrankten Patienten helfen, dennoch bleibt der klassische herzchirurgische Eingriff für etwa die Hälfte der Patienten die Option mit den besten Aussichten. 

Vor allem ältere Patienten ab 75 Jahren profitieren von dem TAVI-Eingriff, wie die 93-jährige Barbara F. aus Freising.

Wie fällt die Entscheidung, ob ein Patient eine Herz-OP oder einen TAVI-Eingriff erhält?

Ganz klare Richtlinien – vergleichbar mit gesetzlichen Vorschriften – bestimmen seit 2014, wie diese Entscheidung zu erfolgen hat.

Ein gemeinsames Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und auf Herzerkrankungen spezialisierten Anästhesisten (Kardio-Anästhesisten) bespricht die vorliegenden Befunde jedes einzelnen Patienten. In den sogenannten „Heart Team Conferences“, die regelmäßig stattfinden, wird sichergestellt, dass jeder der beteiligten Experten nicht nur die Befunde des Patienten sichten kann, sondern den Patienten auch persönlich kennt und untersucht hat. 

Gemeinsam erstellen wir ein Risiko-Profil, in das wir folgende Punkte einfließen lassen:

  • die Schwere der Erkrankung
  • das Alter des Patienten
  • die Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes, Lungenhochdruck, Nierenerkrankungen)

In etwa der Hälfte der Fälle, bei denen ausschließlich ein Ersatz der Aortenklappe erforderlich ist (und nicht gleichzeitig Herzkranzgefäße durch Bypässe zu ersetzen sind), entscheiden wir uns dafür, den Patienten einen TAVI-Eingriff zu empfehlen

Welche Vorteile hat die TAVI?

Da mittels der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation TAVI der Eingriff auf schonende Weise erfolgt, erholen sich auch ältere Patienten mit mehrfachen Erkrankungen schnell wieder. Sie sind dann oft selbst überrascht, dass sie wieder gut Luft bekommen und kleine Anstrengungen durchhalten können.

Die Symptome wie Brustschmerz (Angina pectoris) sowie Schwindel oder gar Bewusstlosigkeit (Synkopen) verschwinden in der Regel vollständig.

Ein erfolgreicher Ersatz der Herzklappe bedeutet für die Patienten weitere Lebensjahre mit oft hoher Lebensqualität und wieder gewonnener Agilität.

„In meinen Augen ist die TAVI eine der größten medizinischen Errungenschaften der letzten zehn bis 15 Jahre“, verdeutlicht Prof. Walter Eichinger, Chefarzt der Herzchirurgie im Klinikum Bogenhausen. Denn viele Patienten jenseits der 75 Jahre, für die eine große Herzoperation zu viele Risiken berge, seien heutzutage noch sehr agil und wollen es auch noch lange bleiben.

„Immer noch finde ich es beeindruckend, wie schnell sich auch betagte Patienten nach einem TAVI-Eingriff erholen. Sie können meist sehr bald in ihr normales Leben zurückkehren.“
Chefarzt Prof. Dr. Walter Eichinger, Herzchirurgie am Klinikum Bogenhausen

Diese Patientin erhielt mit 102 Jahren eine neue Aortenklappe und kann wieder mit Ihrer Enkelin spazieren gehen.

Wie wir unsere Patienten auf den TAVI-Eingriff vorbereiten

Unsere Anästhesisten werten Laborergebnisse aus und führen ausführliche Gespräche mit jedem Patienten, um die Narkose vorzubereiten.

In der Regel empfehlen sie eine leichte Vollnarkose, aber wenn gewünscht kann der Eingriff auch ohne Narkose, also mithilfe eines Dämmerschlafs durchgeführt werden. Bei relevanten Nebenerkrankungen erfolgen weitere Untersuchungen.

Wir bereiten alle TAVI-Eingriffe sorgfältig vor. Bei jedem Patienten führen wir einen so genannten Schluck-Ultraschall durch. Mittels eines UItraschallkopfs, den wir in die Speiseröhre einführen, können wir das Herz aus nächster Nähe betrachten und den Zustand der Herzklappen und ihrer Umgebung genau ermitteln.

Im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung, die unsere Kardiologen über die Leisten- oder Armarterie vornehmen, machen wir uns ein Bild von den Herzkranzgefäßen mit Hilfe eines Röntgenfilms, für den wir Kontrastmittel über einen dünnen Schlauch einführen.

Bei der Herzkatheter-Untersuchung werden die Herzkranzgefäße auf Engstellen etc. begutachtet.

Aus welchem Material besteht die Aortenklappe?

Die Ersatz-Aortenklappen bei den TAVI-Eingriffen bestehen allesamt aus organischen Materialien, meist aus Rinderherzbeutelgewebe.

Die klein zusammengelegten Ersatzklappen sind in ein gerüstartiges Drahtgeflecht eingenäht, das in ganz schmaler Form eingeführt wird und sich vor Ort entfaltet.

Die natürliche, verkalkte Aortenklappe verbleibt im Körper, sie wird durch die Ersatzklappe an die Gefäßwand verdrängt.

So sieht die neue Aortenklappe aus, wenn sie entfaltet ist.

Wie funktioniert eine Aortenklappen-Implantation mittels Katheter?

In unserer Klinik führen die Herzspezialisten die TAVI-Eingriffe stets in einem besonderen Hybrid-Operationssaal durch. Dort findet sich zusätzlich zur klassischen OP-Ausstattung und den strengen Hygiene-Vorrichtungen eine Herzkatheter-Durchleuchtungsanlage mit hochauflösenden Monitoren.

Wenn wir in unserer Klinik einen TAVI-Eingriff durchführen, sind neben dem ausführenden Kardiologen und Herzchirurgen auch ein Kardiotechniker und ein versierter OP-Pfleger anwesend. Diese halten die Herz-Lungen-Maschine bereit, so dass wir bei eventuellen – seltenen – Komplikationen wie Blutungen oder Rissen sofort umschwenken können.

CT bei TAVI-Patienten unabdingbar

Bei allen TAVI-Patienten führen wir eine spezielle Computer-Tomographie (CT) durch, auf deren Basis wir planen können, in welcher Größe und Form wir die Ersatzklappe für den jeweiligen Patienten wählen.

Zudem verhilft uns das CT zu einem genauen Bild von den Arterien, die als Zugang für den TAVI-Katheter in Frage kommen. Besitzt die Leistenarterie, die allgemein als Zugang favorisiert wird, tatsächlich im gesamten Verlauf einen ausreichenden Durchmesser? Immerhin ist die zusammengefaltete Herzklappe – trotz beeindruckender medizintechnischer Entwicklungen in den letzten Jahren – noch so dick wie ein kleiner Finger.

Wir schlagen unseren Patienten – nach Abschluss der Untersuchungen – stets den Katheter-Zugang vor, der das geringste Risiko birgt.

Bitte alle medizinischen Unterlagen mitbringen
Wir bitten die Patienten, die zu den Herzuntersuchungen in unsere Klinik kommen, alle bereits vorhandenen medizinischen Unterlagen mitzubringen. Nicht nur über die Aortenklappenstenose, sondern auch über weitere Erkrankungen, vor allem bei
- Gefäßerkrankungen
- Gerinnungsstörungen
- Herzrhythmus-Störungen (Vorhofflimmern)
- Lungenkrankheiten
- Nierenkrankheiten
Auch Medikamentenpläne sollten die Patienten möglichst mit zu den Terminen nehmen. Wenn Herzkatheter-Untersuchungen in einer unserer Städtischen Kliniken erfolgten, können wir den Film überspielen lassen – dann muss sich der Patient nicht darum kümmern.

Was nach der TAVI geschieht

Nach der Katheter-gestützten Herzklappen-Implantation bleiben die Patienten in der Regel eine Woche in unserer Klinik – dies hängt aber sehr von ihrem Alter und gesundheitlichen Allgemeinzustand ab.

Während des Aufenthalts auf unseren Stationen sorgt ein Team aus erfahrenen und engagierten Pflegekräften und Physiotherapeuten dafür, dass die Patienten wieder zu Kräften kommen.

Wir halten eine anschließende Rehabilitation in einer auf Herzpatienten spezialisierten Klinik für sinnvoll, was in der Regel auch von den Krankenkassen finanziert wird. Unser Sozialdienst hilft den Patienten und ihren Angehörigen gerne bei der Suche nach einer guten Lösung und den dafür notwendigen Anträgen.

Was uns als Klinik für die TAVI auszeichnet

Hohe operative Expertise

Unser Klinikum Bogenhausen gehört zu den Wegbereitern der Technologie und führt inzwischen pro Jahr mehr als 150 TAVI-Behandlungen durch. 2017 haben wir bereits die tausendste Aortenklappe Katheter-gestützt ersetzt.    

Als TAVI-Zentrum zertifiziert

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG) verleiht das Zertifikat als TAVI-Zentrum nur denjenigen Kliniken, die hohe Qualitätsstandards bei ihrer Ausstattung, ihren Prozessen und Strukturen erfüllen. Dies wird von einem unabhängigen Institut in regelmäßigen Abständen überprüft.

Die älteste Patientin weltweit

Worauf wir persönlich besonders stolz sind: Wir haben die weltweit älteste Patientin mit einer Katheter-gestützten Herzklappe ausgestattet – als sie 102 Jahre alt war. Inzwischen hat sie das biblische Alter von 107 Jahren erreicht und kommt einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung ihrer Herzklappe ins Klinikum Neuperlach.

Unsere spezialisierte Klinik für den TAVI-Eingriff

Veranstaltungen
Ort: Ort: Siehe Beschreibungstext
Patienten und Besucher
25.08.2018
10:00 Uhr

Gesunde Herzen für München

Eine Erlebnisveranstaltung rund um das Thema Herzgesundheit
Erleben Sie das Herz hautnah in einem begehbaren Modell, lassen Sie Ihr Risikoprofil berechnen, bewegen Sie sich mit den Profis des Deutschen Eishockeybundes und vieles mehr.

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