Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)

 Das hämolytisch-urämische Syndrom, kurz HUS genannt, ist eine schwere Erkrankung, die vor allem Patienten mit EHEC entwickeln können. Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind bestimmte krankheitsauslösende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli.

EHEC verursacht beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen. Jeder zehnte Patient mit EHEC erkrankt an einem hämolytisch-urämischen Syndrom, das Nieren und andere Organe schwer schädigen kann.

Gefahr von akutem Nierenversagen

EHEC-Bakterien produzieren Giftstoffe, so genannte Shigatoxine. Im Wesentlichen entwickeln Patienten mit HUS drei Symptome. Die Shigatoxine greifen die Endothelzellen, die die Nierengefäße innen auskleiden, an und lassen diese absterben.

Durch das hämolytisch-urämische Syndrom droht ein akutes Nierenversagen. HUS-Patienten müssen daher zur Therapie vorübergehend an die Dialyse. Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt und der Blutdruck, die durch die Nieren reguliert werden, müssen ebenfalls auf andere Weise reguliert werden.  

Rote Blutkörperchen werden zerstört

Neben den Nierengefäßen nehmen bei HUS auch Blutzellen Schaden. Rote Blutkörperchen werden zerstört. Es kommt zur Blutarmut, die den Körper weiter schwächt.

Die Ärzte versuchen dann durch eine Transfusion der roten Blutkörperchen zu helfen. Auch Blutplättchen werden durch HUS zerstört. Steht aber keine Operation an, so nimmt man die schlechte Blutgerinnung, die daraus folgt, zeitweilig in Kauf.  

Schwerwiegende Komplikation: Koma und Hirnödeme

Die Shigatoxine können auch das Zentralnervensystem schädigen. Lethargie und Reizbarkeit, in schwereren Fällen auch Lähmungserscheinungen, Koma und Hirnödeme sind die Folgen.

Diese Symptome sind meistens maßgeblich daran beteiligt, wenn HUS-Patienten versterben. Drei bis fünf Prozent der Betroffenen überleben HUS nicht.  

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Hämolytisch-urämisches Syndrom

Nieren-, Blasen- und Harnwegserkrankungen im Überblick