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Nierenversagen, Niereninsuffizienz

Die Nieren sind für uns lebenswichtig. Sie bilden den Urin und transportieren darüber verschiedene Stoffe aus dem Körper. Setzt die Urinbildung in den Nieren plötzlich aus, handelt es sich um ein akutes Nierenversagen.   Beim Nierenversagen unterscheidet man zwischen dem akuten und chronischen Nierenversagen sowie dem Nierenversagen mit Harnvergiftung. Alle Formen des Nierenversagens sind lebensbedrohlich.

Die Funktion der Niere

Die Niere wird über die Nierenarterie mit Blut versorgt. Innerhalb des Nierengewebes teilen sich die Arterien in immer kleiner werdende Blutgefäße auf. Die kleinsten Verästelungen heißen Glomeruli (lat. Glomus = Knäuel).

Jede Niere besitzt in der Nierenrinde etwa eine Million dieser Gefäßknäuel. Das Blut wird durch die Wand der Glomeruli gefiltert und als sogenannter Primärharn in die umgebenen Harnkanälchen abgegeben. Pro Tag entstehen in den Nieren so etwa 180 Liter Primärharn, die anschließend auf ca. 2 Liter konzentriert und ausgeschieden werden.  

Akutes Nierenversagen

Wenn die Nieren plötzlich die Arbeit einstellen, handelt es sich um ein akutes Nierenversagen. Giftstoffe können durch die Niere nicht mehr ausgeschieden werden und sammeln sich im Körper an. Es kommt zu Wassereinlagerungen, da die Ausscheidung nicht mehr funktioniert.

Behandlung der Primärerkrankung

Beim akuten Nierenversagen versucht man, die Primärerkrankung zu lindern. Man setzt z.B. toxische Medikamente ab, entfernt Steine, die den Harnleiter blockieren oder bekämpft Entzündungen mit Antibiotika. Tritt nicht rasch eine Besserung ein, hilft vorübergehend eine Blutwäsche gegen akutes Nierenversagen.  

Häufig andere Erkrankungen Ursache für Nierenversagen

Meist sind andere Erkrankungen die Ursachen für das Versagen der Niere. Herzerkrankungen, eine Lungenembolie oder auch z.B. starke Blutungen können die Blutversorgung der Nieren stören und so ein akutes Nierenversagen verursachen.

Die Nieren selbst können sich entzünden oder durch z.B. Autoimmunerkrankungen oder allergische Reaktionen auf Röntgenkontrastmittel in ihrer Funktion geschädigt werden.

Häufig liegt das Problem auch im ableitenden Harnleitersystem oder der Blase. Bei schwer kranken Patienten ist akutes Nierenversagen oft Teil eines Multiorganversagens.  

Chronisches Nierenversagen, Niereninsuffizienz

Wenn die Nierenfunktion langsam, über Monate und Jahre hinweg, nachlässt, handelt es sich um chronisches Nierenversagen oder eine chronische Niereninsuffizienz. Grund für ein chronisches Nierenversagen sind z.B. Diabetes, Bluthochdruck oder Entzündungen der Nieren.   

Im Spätstadium ist die Leistungsfähigkeit eingeschränkt

Ein chronisches Nierenversagen weist meist keine Symptome auf und ist oft schmerzfrei. In einem späteren Stadium jedoch wird die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Der Patient zeigt Symptome wie mangelnder Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Veränderungen der Haut oder bekommt nur schwer Luft.  

Dialysebehandlung bei Niereninsuffizienz

Fallen mehr als 60 bis 70 Prozent der Glomeruli aus, hat der Patient ein chronisches Nierenversagen. Harnpflichtige Substanzen häufen sich im Körper des Patienten an. Dieser Zustand wäre lebensbedrohlich.

Daher werden mit Hilfe einer Blutwäsche, der so genannten Dialyse, diese schädlichen Stoffe aus dem Blut entfernt. Eine Nieren Transplantation gibt Betroffenen mittelfristig die Lebensqualität zurück und macht sie unabhängig von der Dialyse.  

Nierenversagen mit Harnvergiftung (Urämie)

Bei einer Urämie kommt es zu Harnvergiftung. Die Harnvergiftung ist das Endstadium eines Nierenversagens, das durch eine akute oder chronische Niereninsuffizienz verursacht wird.  

Starke Blutungen, z.B. durch einen Unfall, können die Blutversorgung der Nieren stören und so ein Nierenversagen mit Harnvergiftung hervorrufen. Auch Autoimmunerkrankungen oder allergische Reaktionen, z.B. auf Medikamente, können Auslöser sein. Typische Ursachen von einem chronischen Nierenversagen dagegen sind Krankheiten wie z.B. Diabetes oder Bluthochdruck.

 

Harnpflichtige Stoffe lagern sich im Blut ein

Bei der Urämie stellen die Nieren ihre Funktion vollständig ein. Es kommt zum Harnverhalt und zur zunehmenden Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Stoffen.

Die Symptome einer Urämie sind daher sehr komplex. Haut und Atem riechen nach Urin. Die Haut verfärbt sich gelbbraun und juckt. Wasser lagert sich in Armen und Beinen und in der Lunge ein. Das Herz kann geschädigt werden. Symptome können auch Krampfanfälle sein. Im späten Stadium zeigen sich Symptome wie Bewusstlosigkeit und Koma.  

Langfristig ist eine Nierentransplantation notwendig

Die Diagnose erfolgt mit Hilfe von Ultraschall und einer Blut- und Urinuntersuchung. Die Behandlung einer Urämie ist schwierig. Meist erfolgt die Therapie durch Dialyse. Langfristig kann bei einem Nierenversagen oft nur ein Spenderorgan helfen.

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