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Laserlicht in der Prostata-Therapie

Sanfter Eingriff mit Greenlight-Laser bei vergrößerter Prostata

von Marten Scheibel

Ein gutes Beispiel für das perfekte Zusammenspiel von chirurgischer Qualifikation und moderner Medizintechnologie kommt aus der neuzeitlichen Urologie. Hier wird mit dem aus den USA stammenden Greenlight-Laser ein besonders schonendes Verfahren für die operative Therapie bei vergrößerter Prostata erfolgreich eingesetzt.

Prof. Oliver Reich, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Harlaching gilt bundesweit als Pionier dieser interessanten Alternative zum äußeren Eingriff per Bauchschnitt oder Resektion durch die Harnröhre. „Anders als bei der konventionellen Abtragung von störendem Prostatagewebe hat diese innovative Lasertechnologie entscheidende Vorteile, wie sehr geringe intra- und postoperative Blutungen sowie eine deutliche Verkürzung von Kathetereinsatz und Klinikaufenthalt. Damit ist diese sanfte Methode besonders auch für Patienten mit erhöhtem Risiko bei konventionellen Operationen geeignet“, erklärt Prof. Oliver Reich, der bereits 2003 dieses revolutionierende Verfahren in Deutschland einführte. „Damals hatten wir einen Laser mit 80 Watt zur Verfügung, der heutige XPS Greenlight-Laser verfügt über mehr als die doppelte Leistung. Damit können wir vergleichsweise weitaus mehr überschüssiges Gewebe in noch kürzerer Zeit abtragen.

„Der vergleichsweise angenehmere Eingriff dauert – je nach Vergrößerung der Prostata – zwischen 25 und 75 Minuten. Der Patient kann zwischen einer Vollnarkose oder regionaler Betäubung (Spinal-Narkose im Rückenmark) wählen. Im Vergleich zu konventionellen Operationen wird beim blutarmen Eingriff mit dem Greenlight-Laser der Dauerkatheter meistens bereits am nächsten Morgen entfernt und der stationäre Aufenthalt in vielen Fällen auf nur zwei bis drei Tage reduziert. „Das sind wesentliche Erleichterungen für den Patienten“, berichtet der Initiator dieser sanften Vorgehensweise.

Mit insgesamt rund 400 Laser-Eingriffen bei Prostatavergrößerungen verfügt Prof. Oliver Reich über eine große Erfahrung mit dieser zunehmend gefragten Methode: „Mehr und mehr Männer entscheiden sich für diesen schonenden Eingriff. Die Quote von Skalpell-Operationen über die Bauchdecke liegt bei uns nur noch im einstelligen Prozentbereich.

Keine Angst vor der Vorsorge: Prostatavergrößerungen sind überwiegend gutartig

Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse oder benigne Prostatahyperplasie (BPH) tritt typischerweise ab ca. 60 Jahren auf. Mehr als 80 Prozent der Männer über 70 sind davon betroffen, wobei lediglich bei einem Drittel Beschwerden auftreten. Sie äußern sich durch einen schwächeren Harnstrahl, nächtliches Wasserlassen, starken Harndrang sowie auch Harnwegsinfektionen bis hin zur Harnsperre oder Inkontinenz. Prof. Oliver Reich: „Eine vergrößerte Prostata ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein altersbedingt natürlicher Vorgang. Probleme beim Wasserlassen sind keineswegs Indiz für bösartige Veränderungen des Prostatagewebes. Hier empfehle ich allen Männern spätestens ab 50 die regelmäßige Krebsvorsorge. Wichtig hierbei sind Ultraschall-Untersuchung und Tastbefund sowie der PSA-Bluttest.“

 

Fernsehbeitrag auf YouTube

Greenlight-Laser statt herkömmlicher Operationen bei vergrößerter Prostata. Prof. Oliver Reich gilt in Deutschland als Pionier dieses schonenden Verfahrens. Vorteile: weniger Blutungen, kürzerer Kathetereinsatz und schnellere Entlassung aus der Klinik. 

Ein Video von einem Eingriff mit Greenlight-Laser sehen Sie auf unserem Youtube  

Prof. Dr. Oliver Reich, Chefarzt

Klinik für Urologie im Klinikum Harlaching

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