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Klinikum Bogenhausen

Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin
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(089) 9270-2040

Kniearthrose. Bewegung ohne Schmerz ermöglichen

Anfangs schmerzte das Knie nur nach dem Tennisspielen und der langen Bergtour. Bald darauf tat es aber auch morgens nach dem Aufstehen oder nach langem Sitzen im Fernsehsessel weh. Spätestens dann ist für die meisten Patienten der Punkt gekommen, dass sie einen Orthopäden aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen. Auch bei uns in München Bogenhausen stehen Ihnen spezielle Knie-Sprechstunden zur Verfügung.

Nicht die Symptome therapieren, sondern nach der Ursache suchen

Manche Symptome lassen darauf schließen, dass der Knorpel, der die Gelenkflächen im Knie umgibt, im Begriff ist "zu verschleißen". Unsere Mediziner sprechen dann von einer Kniearthrose oder Gonarthrose.

Je früher erfahrene Knie-Spezialisten diesen Gelenkverschleiß untersuchen können, desto eher können sie mit gelenkerhaltenden Maßnahmen gegensteuern. 

Der Knorpelverschleiß ist einem normalen Alterungsprozess geschuldet. So wie die Haut Falten bekommt, weil sie nicht mehr so gut mit Flüssigkeit versorgt und nicht mehr so elastisch ist, so verlieren auch die Gelenkknorpel an Elastizität und Dicke. Der Knorpel reißt ein und reibt sich auf. Wenn bei den Bewegungen dann Knochen an Knochen "entlangschrammen", dann tut das weh – nicht nur ein bisschen, sondern richtig.

Und wir setzen stets alles daran, potentielle mechanische Ursachen der Arthrose zu beheben. Es ist uns nicht genug, die Zeit, bis eine Knie-Endoprothese unumgänglich wird, lediglich durch Schmerzmittel und Physiotherapie zu überbrücken.

Denn: ist ein Knie aber bereits so weit geschädigt, dass es auch in Ruhe schmerzt oder gar zu versteifen beginnt, kann nur noch eine Knie-Endoprothese helfen.

„Wir setzen stets alles daran, um die potentiellen mechanischen Ursachen der Arthrose zu beheben statt die Zeit, bis eine Knie-Endoprothese sinnvoll erscheint, lediglich durch Schmerzmittel und Physiotherapie zu überbrücken.“
Dr. Beate Scherm, Oberärztin

Eine Kniearthrose ist eine normale Alterserscheinung, da die Gelenkknorpel verschleißen.

Umfassende Diagnostik, damit wir die richtigen Weichen stellen können

Die Arthrose wird durch viele Ursachen bedingt oder verstärkt.

Wir suchen nach den Auslösern, z. B.
  • Fehlstellungen
  • instabile Bänder
  • Verletzungen am Meniskus, an einem Kreuzband oder am Knorpel selbst
  • rheumatische oder entzündliche Abbauprozesse

Unsere Knie-Spezialisten forschen nach den Ursachen im Rahmen unserer Spezial-Sprechstunden. Wir bitten um eine Terminvereinbarung vorab - per Telefon oder direkt online über unsere Anmeldung (siehe unten).

Zur Diagnostik gehören...
  1. Neben dem ausführlichen Patientengespräch gehören stets auch eine körperliche Untersuchung und Röntgenaufnahmen zur Diagnostik: Wir schauen genau auf Gangbild und Haltung, untersuchen das Knie auf Schwellungen und Deformitäten.
  2. Mittels spezieller Handgriffe und Techniken erkennen wir den bewegungsabhängigen Schmerz und können den Verdacht erhärten.
  3. Das Röntgenbild findet in der Regel unter Belastung des Knies statt: In einer leichter Beugung können wir am besten erkennen, wie groß der Gelenkspalt noch ist. Ein sehr kleiner Spalt bedeutet, dass der Knorpel sich weitgehend abgenutzt hat und die Knochen aufeinander reiben.
  4. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) gibt uns Aufschluss über den Zustand der Menisken, des Knorpels und der Bänder.

Umstellungs-Operation, falls Fehlstellung einseitige Abnutzung hervorruft

Falls ausgeprägte X- oder O-Beine das Kniegelenk einseitig belasten und dadurch den Knorpel schädigen, schlagen wir den betroffenen Patienten eine Operation zur Achsumstellung, eine so genannte Osteotomie, vor, um eine physiologisch gerade Beinachse für die Belastung der Knie herzustellen.

Durch die Osteotomie kann die Notwendigkeit, ein Implantat ins Knie einzusetzen, abgewendet oder hinausgezögert werden. Der bereits vorhandene Knorpelverschleiß kann aber dadurch nicht zurückgeführt werden, das bereits geschädigte Areal wird aber deutlich entlastet.

Bei Instabilität und Verletzungen im Kniegelenk: Schonende Gelenksanierung

Verletzungen der Bänder, des Knorpels oder der stoßdämpfenden Menisken können Gelenkverschleiß auslösen oder begünstigen: Daher untersuchen wir Ihr Knie stets sehr sorgfältig, um diese eventuellen Ursachen zu erkennen.

Im Rahmen der Arthroskopie können wir das Gelenk sanieren. Die schonende Schlüsselloch-Technik verursacht nur kleine Schnitte und hinterlässt kaum Narben.

Unter dem Begriff Gelenksanierung fassen wir all diese Maßnahmen der schonenden Knie-Operation zusammen, mit denen wir die negativen Folgen der Arthrose möglichst lange hinauszögern wollen.

Im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffs, einer so genannten Arthroskopie oder Gelenkspiegelung, werden verschiedene Maßnahmen möglich.

Unsere Ärztinnen und Ärzte können ...
  • sich ablösende Knorpelstücke abtragen, Ränder glätten
  • freie Gelenkkörper aus dem Kniegelenk entfernen
  • entzündete, schmerzhafte Gelenkhaut beseitigen
  • die Innenbänder stabilisieren
  • Kreuzbänder mittels eigener Sehnen wiederherstellen
  • Meniskusschäden beheben

Knorpelstimulation und Knorpeltransplantation

Die Knorpelstimulation und die Knorpeltransplantation sind nur sinnvoll bei Patienten unter 40 Jahren. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass mit höherem Lebensalter der transplantierte Knorpel nicht wie gewünscht einheilt.

Geringe Knorpelschäden

Bei kleinen Knorpelschäden (bis zu zwei Quadratzentimetern) setzen wir die so genannte Mikrofrakturierung ein. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung stechen wir mittels eines dorn-ähnlichen Instruments kleinste Öffnungen in den Knochenbereich unter dem geschädigten Knorpel. Durch diese Öffnungen strömen dann kleine Mengen Blut mit Stammzellen aus dem Knochenmark. Nach mehreren Wochen, in denen das Knie nur bedingt belastet werden darf, entwickelt sich ein faseriger Ersatzknorpel.

Größere Knorpelschäden

Für etwas größere Knorpelschäden eignet sich möglicherweise die Abrasionsplastik, bei der mittels einer Fräse der geschädigte Knorpel bis auf die Schicht über dem Knochen abgetragen wird, wodurch der Knochen ebenfalls zur Bildung von Ersatzknorpel stimuliert wird.

Knorpeltransplantation – moderne Therapie-Methode

Knorpelschäden können wir – allerdings nur bei jüngeren Menschen und unter bestimmten Voraussetzungen – durch eine Verpflanzung von körpereigenem Knorpel beheben.

  • Knorpel-Knochen-Transplantation (OATS und Mosaik-Plastik-Technik): Entweder stanzen wir kleine Knorpel-Knochen-Zylinder aus weniger belasteten Gelenkknorpelbereichen und setzen diese an der verletzten Stelle ein.
  • Knorpelzell-Züchtung und Transplantation: Bei einer anderen Methode entnehmen wir kleine Knorpelstücke aus gesunden Bereichen, die wir dann in einem Speziallabor vermehren. Die hochgezüchteten Knorpelzellen pflanzen wir dann in einer zweiten Operation an der geschädigten Stelle ein. Wir spritzen die Knorpelzellen in den Knorpeldefekt ein. 

Die Knieprothese (Knie-TEP): Letztes Mittel bei schwerer Kniearthrose

Wir berücksichtigen viele Faktoren bei der Wahl des künstlichen Gelenkersatzes.

Der künstliche Kniegelenksersatz (Knie-TEP, Knie-Endoprothesen) ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe (ca. 150.000mal) in der Orthopädie.

Ob und wann ein künstlicher Gelenkersatz die beste Therapie-Option bei der Knie-Arthrose ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Wann wird eine Knieprothese eingesetzt? Einige Fragen ...
  • Wie sehr leiden Sie unter den Schmerzen oder auch den Nebenwirkungen der Schmerzmittel?
  • Sind alle nicht-operativen Möglichkeiten ausgeschöpft?
  • Fühlen Sie sich durch die Knieschmerzen stark in seinem gewohnten Lebensradius beschnitten?
  • Können Sie sich bei einer weiteren Verschlechterung noch selbstständig versorgen?
In unserer Knie-Sprechstunde sind wir für Ihre Fragen da.

Auch stellen wir Ihnen in den Sprechstunden eine Vielzahl der Optionen vor – denn gerade beim Knie haben wir eine große Bandbreite von Endoprothesen, so dass wir wirklich für jeden Patienten eine für ihn passende individuelle Lösung finden können.

INFO: Kniegelenksersatz (Knie-TEP, Knie-Endoprothese)

Der optimale Zeitpunkt für eine Knie-Endoprothese

Oft werden wir nach dem optimalen Operationszeitpunkt für einen Gelenkflächenersatz gefragt. Viele Patienten wollen die Schmerzen möglichst lange aushalten, um nicht zu früh ein Kunstgelenk zu bekommen, das dann eventuell nochmal einer Wechseloperation bedarf.

Wir berücksichtigen bei unseren Empfehlungen stets die individuelle Gelenksituation und den gewünschten Aktivitätslevel der Patienten. Doch geben wir zu bedenken, dass das schmerzende Knie möglicherweise so sehr einschränkt, dass der betroffene Patient keinen Sport mehr treiben kann und sich auch sonst nur wenig bewegt.

Oftmals verarmt sein Sozialleben derart, dass die Lebensqualität sinkt. Zudem zerstört zu langes Abwarten vor der Knie-Endoprothesen-Operation verstärkt gesunde Knochenanteile, so dass wir dann oftmals nur noch mit größeren Prothesen helfen können.

Schlittenprothesen und eine besondere Lösung für die Kniescheibe

Bei den beiden Gelenkkammern, in denen Oberschenkel und Schienbein entweder innen oder außen am Knie aufeinandertreffen, können so genannte Schlittenprothesen (im Fachjargon: unikondylärer Kniegelenk-Oberflächenersatz) die Gelenkflächen überkronen und für eine schmerzfreie Beweglichkeit sorgen.

INFO: bewährte Formen von Knieprothesen

Dort wo Oberschenkelknochen und Kniescheibe aneinander gleiten, hilft ebenfalls entweder eine einseitige Metallfläche oder eine repropatellare Prothese.

Der Gelenkverschleiß in der Kniescheibe ist deutlich seltener und tritt meist nur auf bei extremen Sportlern, zum Beispiel alpinen Skifahrern, oder Berufstätigen wie Fliesenlegern auf, die viel knien müssen.

Hochwertige Titanprothesen, die schnell in den Knochen einwachsen

Zeigt das betroffene Knie bereits starke Verschleißerscheinungen aufgrund der Gonarthrose hilft nur noch einen Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP), also ein künstliches Kniegelenk, Schmerzfreiheit und Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Genau wie bei den Teilprothesen gibt es auch hier eine breite Auswahl an Prothesen in unterschiedlichen Größen, Winkeln und Ausführungen. Wir setzen – bei allen Varianten – auf hochwertige Titanprothesen, die schnell in den Knochen einwachsen.

Die gegenüberliegende Gleitfläche besteht in der Regel aus einem modernen Kunststoff, der so gut wie keinen Abrieb aufweist.

Stets versuchen wir so viel gesunden Knochen zu erhalten wie möglich, dementsprechend wählen wir die Schaftlänge und entscheiden, ob wir zementfrei oder mit Zement implantieren. Am Computer planen wir, welche Prothese für den individuellen Patienten am besten passt, so dass wir wirklich für jeden Patienten eine maßgeschneiderte Lösung finden.

Bei Prothesen-Wechsel: Erfahrene Operateure finden optimale Lösungen

Große Erfahrungen besitzen wir auch bei so genannten Revisions-Operationen, bei denen eine Endoprothese durch eine neue zu ersetzen ist.

Ältere Prothesen weisen oftmals noch Abriebdefekte auf, lockern sich aufgrund starker Belastung oder Infektionen. Gerade in diesen Fällen müssen erfahrene Operateure gute Lösungen finden, um die alten Prothese möglichst knochenschonend entnehmen zu können und die neue Prothese fest in dem oftmals schon stark vorgeschädigten Knochen zu verankern.

Für Muskelaufbau und korrektes Gangbild: Rehabilitation nach der Operation

Die Gelenke sind bald wieder belastbar und sollten von erfahrenen Physiotherapeuten behandelt werden, damit sie Beweglichkeit und Funktion zurückgewinnen. Falsche Bewegungsmuster, die sich aufgrund der Schmerzen oft über Jahre eingeschliffen haben, gilt es zu korrigieren und die Muskeln wieder aufzubauen und zu stärken. Nur so können die Patienten den optimalen Nutzen aus ihrem künstlichen Gelenk ziehen.

Je nach Operation empfehlen wir unseren Patienten, möglichst eine Rehabilitationsmaßnahme anzuschließen. 

Die Reha kann entweder stationär oder ambulant durchgeführt werden. Unser Entlassungsmanagement berät Sie gerne über die Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen.  

In unserer Kniesprechstunde besprechen wir mit Ihnen alle möglichen Optionen und klären die weiteren Abläufe nach der OP und der Entlassung.

Bitte vereinbaren Sie vorab einen Termin über unserer Sekretariat.

Bitte vereinbaren Sie alle Termine über das Orthopädische Sekretariat

Telefonische Kontaktaufnahme

Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 Uhr
Freitag von 8.00 bis 13.00 Uhr.

Telefon: (089) 9270-2040

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