Icon Notfall
Notfall

Klinikum Bogenhausen

Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin
Ihr Kontakt zu unserer Abteilung

(089) 9270-2071

Herzklappenfehler

Intakte Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut immer in die richtige Richtung gepumpt wird. Bei Herzklappenfehlern ist die Ventilfunktion eingeschränkt und es kommt entweder zu Undichtigkeiten, also einer Insuffizienz, oder einer Verengung, der Stenose. Ein erfahrener Arzt kann bereits durch sorgfältiges Abhören der Herztöne eine defekte Herzklappe in einem frühen Stadium erkennen. Eine Schädigung der Aortenklappe gehört zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen in Deutschland und Europa. Unbehandelt führt die hochgradige symptomatische Aortenklappenstenose bei etwa der Hälfte der Patienten innerhalb von zwei Jahren zum Tod.

Minimal-invasive Behandlung undichter oder verengter Herzklappen

Unsere Klinik ist darauf spezialisiert, Herzklappenfehler minimal-invasiv und damit schonend zu behandeln. Dies ist besonders bei Patienten von Vorteil, die aufgrund ihres Alters oder Begleiterkrankungen normalerweise nicht operiert werden könnten. Für diese Patientengruppe stellen die etablierten minimal-invasiven Verfahren eine lebensrettende Alternative dar.

Enge Kooperation mit der Herzchirurgie

Pro Jahr werden derzeit etwa 100 Patienten mit dem schonenden TAVI-Verfahren behandelt. Der Eingriff wird in enger Kooperation von Kardiologen und Herzchirurgen im Team durchgeführt, so dass notfalls noch während des Eingriffs das Verfahren in eine offene Operation geändert werden könnte.

Studien belegen Wirksamkeit der TAVI-Behandlung

Für TAVI-Eingriffe liegen mittlerweile Studien vor, die einen Zeitraum von ca. 10 Jahren überblicken. Die Qualität der Behandlung der Aortenklappenstenose wird zudem kontinuierlich von einem Register überprüft, in dem bundesweit alle Eingriffe -operative wie TAVI-Verfahren- erfasst werden und das gemeinsam von Kardiologen und Herzchirurgen betrieben wird.

Im Vergleich zum natürlichen Verlauf der Erkrankung haben die Patienten durch den Transkatheterersatz eine signifikant verlängerte Lebenserwartung und eine bessere Lebensqualität, da die Belastungsfähigkeit verbessert und die von den Patienten oft beklagte typische Luftnot bei Belastung reduziert wird.

Es ist daher vorstellbar, dass zukünftig dieses schonende, kathetergestützte Verfahren auch bei Patienten mit nur mittelgradig erhöhtem OP-Risiko eingesetzt wird, was aktuell Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen ist.

Im Herzkatheterlabor können defekte Herzklappen minimal-invasiv behandelt werden.

Erfahrene Ärzte können bereits beim Abhören eine defekte Herzklappe im Frühstadium erkennen.

Lebensrettend und schonend: Das TAVI-Verfahren bei Aortenklappenstenose

Ein erfolgreicher Ersatz der Herzklappe bedeutet für die Patienten weitere Lebensjahre mit oft hoher Lebensqualität. Die konventionelle Herzoperation birgt jedoch bei Menschen ab etwa 75 Jahren Risiken, insbesondere beim Vorliegen schwerer Begleiterkrankungen. Dies betrifft etwa ein Drittel der Patienten.

Der kathetergestützte Aortenklappenersatz (=TAVI) hat die Behandlung der Aortenklappen-Erkrankung bei diesen Patienten revolutioniert. Bei einem TAVI-Eingriff wird eine passgerechte, zusammengefaltete Herzklappe aus Biomaterial über einen Katheter über die Leistenarterie in die Aortenwurzel vorgeschoben und dort entfaltet. Die Klappe kann alternativ über die Herzspitze eingebracht werden.

Die Herzklappe über einen Katheter zu ersetzen ist ein besonders schonender Eingriff, weil keine Herz-Lungen-Maschine benötigt wird, denn der Eingriff erfolgt am schlagenden Herzen. Bereits kurze Zeit nach dem Eingriff sind die Patienten wieder auf den Beinen.

Gütesiegel für TAVI-Behandlung

Das Klinikum Bogenhausen ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als TAVI-Zentrum zertifiziert worden. Um das Qualitätssiegel zu erhalten, müssen hohe Standards erfüllt werden. Dazu gehören erfahrene Kardiologen und Herzchirurgen, die mindestens 25 Operationen im Jahr und mindestens 50 im Zentrum durchführen. Unsere Klinik führt die Methode seit 2007 durch und gehört damit zu den Wegbereitern dieser Technologie.

„Der kathetergestützte Aortenklappenersatz hat die Behandlung der Aortenklappen-Erkrankung bei älteren Patienten revolutioniert. Vor allem, wenn schwere Begleiterkrankungen vorliegen. Früher konnten diese Patienten nicht operiert werden.“
Dr. Markus Deichstetter

Minimal-invasive Mitralklappen-Rekonstruktion bei Mitralklappeninsuffizienz

Die Mitralklappeninsuffizienz ist der zweithäufigste Herzklappenfehler. In unserer Klinik wenden wir die kathetergestützte Mitralklappenrekonstruktion per Clip an. Von der minimal-invasiven Methode profitieren vor allem Patienten, für die eine offene Operation aufgrund einer ausgeprägten Herzinsuffizienz oder anderer Begleiterkrankungen nicht in Frage käme.

Bei der OP werden ein oder mehrere Clips über die Leistenvene zum Herzen vorgeführt und an beiden Segeln der Mitralklappe befestigt. Die Undichtigkeit der Mitralklappe kann so reduziert oder dauerhaft beseitigt werden. Aufgrund dieses schonenden Verfahrens können bereits kurze Zeit nach dem Eingriff unsere Patienten wieder aufstehen.

Wir behandeln folgende Herzklappenfehler:

Wir sind in der Lage, Undichtigkeiten oder Verengungen an allen vier Herzklappen sicher zu diagnostizieren und zu behandeln.

  • Mitralklappenstenose (Verengung der Mitralklappe)
  • Mitralklappeninsuffizienz (Undichte Mitralklappe)
  • Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe)
  • Aortenklappeninsuffiziez (Undichte Aortenklappe)
  • Trikuspidalklappenstenose (Verengung der Trikuspidalklappe)
  • Trikuspidalklappeninsuffizienz ( Undichte Trikuspidalklappe)
  • Pulmonalklappenstenose (Verengung der Pulmonalklappe)
  • Pulmonalklappeninsuffizienz (Undichte Pulmonalklappe)

Unsere diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten

Diagnostik:

  • Echokardiografie, transösophageale Echokardiografie ("Schluckecho")
  • EKG, 24-Stunden Langzeit-EKG
  • Herzkatheteruntersuchungen (EPU) mit 3D-Unterstützung
  • Koronarangiografie
  • Röntgen

Therapie:

  • Kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI)
  • minimal-invasive Sanierung der Mitralklappe mittels Clip-System (MitraClip)
  • Aufdehnung bei Mitralklappenstenose mittels Ballonkatheter (Valvuloplastie)
  • medikamentöse Schlaganfallprophylaxe (Gerinnungshemmung)