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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin
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(089) 9270-2071

Sportkardiologie, Leistungsdiagnostik. Herzgesund Sport treiben

Sportliche Betätigung ist gesund, denn es steigert das Wohlbefinden und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Selbst bei Herzpatienten, die Medikamente einnehmen, kann körperliche Aktivität eine gute Ergänzung sein. Bei Leistungssportlern und ambitionierten Amateuren geht das Leistungspensum über das normale sportliche Maß hinaus. Sie sind in Training und Wettkampf höheren Belastungen ausgesetzt. Neben der Muskulatur, Sehnen und Knochen wird vor allem das Herz im Hochleistungssport stark beansprucht. Sportmedizinische Untersuchungen sind daher bei Leistungssportlern vorgeschrieben.

Gefahr des plötzlichen Herztods durch unerkannte Herzerkrankungen

Der plötzliche Herztod im Leistungssport wird häufig durch unentdeckte Herzerkankungen verursacht. Aber selbst Hobbysportlern empfiehlt unser Kardiologe und Sportmediziner Dr. Florian Straube, Oberarzt in der Kardiologie des Klinikums Bogenhausen, nach einer längeren Pause oder bei Neueinstieg eine ausführliche Abklärung, um unerkannte oder unterschätzte Erkrankungen im Vorfeld aufzudecken.

Bei jungen Sportlern sind häufig angeborene Herzerkrankungen für den plötzlichen Herztod verantwortlich. Hierzu zählen zum Beispiel

  • eine verdickte Herzmuskelwand
  • Fehlbildungen der Herzkranzgefäße
  • das Long-QT-Syndrom, eine Erkrankung der Ionenkanäle des Herzens

Erkrankungen wie diese sollten bei Profisportlern und ambitionierten Freizeitsportlern mittels Vorsorgeuntersuchungen ausgeschlossen werden. Auch erworbene Herzerkrankungen, wie etwa eine Herzmuskelentzündung durch eine verschleppte Virusgrippe, können bei jungen Sportlern zu bösartigen Herzrhythmusstörungen führen.

Bei älteren Leistungssportlern ab dem 35. Lebensjahr spielt die unentdeckte koronare Herzerkrankung („verkalkte Herzkranzgefäße“) als Ursache für den plötzlichen Herztod eine größere Rolle, als bei jugendlichen Sportlern.

Leistungsdiagnostik & Sportkardiologische Untersuchung

  • Echokardiographische Untersuchung der Pumpfunktion des Herzens und Funktionsweise der Herzklappen
  • EKG, Langzeit-EKG, Ergometrie (Belastungs-EKG)
  • Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin
  • Leistungsdiagnostik inkl. Laktatbestimmung, Laktattest (keine Krankenkassenleistung)

Die in unserer Klinik durchgeführte sportmedizinische Laktat-Leistungsdiagnostik (Laktattest) ist durch die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP)zertifiziert.

Sportmedizinische Untersuchung bei Risikopatienten ein Muss

Diabetes, familiäre Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhte Blutdruck- oder Cholesterinwerte sind Risikofaktoren, aufgrund derer sportlich ambitionierte Personen, die an Wettkämpfen teilnehmen, unbedingt regelmäßig eine sportmedizinische Untersuchung vornehmen lassen sollten. Zudem können unsere Sportärzte hilfreiche Tipps und Anweisungen geben, welche Belastungsintensität und Sportart sinnvoll wäre.

Ausarbeitung wichtiger Empfehlungen für Spitzensportler mit Herzerkrankungen

Als Mitglied der europäischen Expertengruppe für Sportkardiologie der europäischen kardiologischen Gesellschaft hat Prof. Dr. Ellen Hoffmann, Chefärztin der Kardiologie am Klinikum Bogenhausen, an der Erstellung wichtiger Empfehlungen für die Sporttauglichkeit von Spitzensportlern mit Herzerkrankungen mitgearbeitet. Durch die sportkardiologische Mitbetreuung und Beratung von Leistungssportlern in Deutschland soll ihnen die bestmögliche Sicherheit gegeben werden, um ihren Lebenstraum sicher und mit Erfolg weiter leben zu können.

Sportkardiologische Betreuung der Eishockey-Nationalspieler

Seit dem Jahr 2000 besteht eine Kooperation zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB e.V.) und Prof. Dr. Ellen Hoffmann. Als Expertin auf dem Gebiet der Herzrhythmusstörungen wurde sie von den Verbandsärzten und dem DEB bereits 1999 ins Boot geholt. Denn meist führen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu den plötzlichen Todesfällen im Hochleistungssport.

Seit 2006 stellt die Kardiologie Bogenhausen aus ihrem Ärzteteam zusätzlich zwei Mannschaftsärzte für die Damen-A-Nationalmannschaft und die Damen-U18 Nachwuchs-Nationalmannschaft. In ihrer Freizeit begleiten die Ärzte die Mannschaften ins Trainingslager, zu Länderspielen und zu den jährlichen Weltmeisterschaften oder Olympia.

Die sportärztliche Betreuung der Teams erfordert neben dem Know-how über die Erstversorgung, Diagnostik und Therapie von typischen Sportverletzungen des Eishockeysports (Gehirnerschütterungen, Bänderdehnungen, Knieverletzungen, Schulterverletzungen) auch ein breites Wissen bei internistischen Fragen, z.B. bei Erkältungs- oder Durchfallerkrankungen.

Bei der Vorbeugung des plötzlichen Herztods spielen Infektionserkrankungen eine wichtige Rolle, denn ein nicht auskurierter grippaler Virusinfekt kann bei fortgesetzter Belastung zu einer Herzmuskelentzündung führen, die bösartige Herzrhythmusstörungen begünstigt.

Häufig kann der Mannschaftsarzt aber durch Prävention und Therapie die Sporttauglichkeit wieder herstellen und ist somit mitverantwortlich für den Erfolg der Mannschaft. Gerade Weltmeisterschaften oder die Teilnahme an olympischen Spielen sind für Leistungssportler oft ein Lebenstraum und erstes Ziel ihrer sportlichen Karriere. Ein fieberhafter Infekt kann da das bittere Aus bedeuten.

Profisportler, wie die Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen, unterziehen sich regelmäßig sportkardiologischen Untersuchungen.

Prävention des plötzlichen Herztods

In unserer Klinik besteht die Möglichkeit, dass Breitensportler eine strukturierte Abklärung im Rahmen der zertifizierten DGSP-Untersuchung vornehmen können, um eventuelle Risiken eines plötzlichen Herztodes auszuschließen. Zusätzlich können Hochleistungssportler eine intensivere Diagnostik erhalten. Im Rahmen dieser sportmedizinischen Untersuchungen etablierte Prof. Hoffmann das GEPARD-Projekt (German Evaluation Program for Arrhythmia Related Death in athletes) zur Prävention des plötzlichen Herztods bei Hochleistungssportlern.

Gerne erstellen wir auf Anfrage ein individuelles Angebot.

Von den meisten Krankenkassen werden die Kosten einer sportmedizinischen Untersuchung nicht übernommen. 

Einbindung in klinische Studien

Um für unsere Patienten eine auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Diagnostik und Behandlung zur Verfügung stellen zu können, führen wir kontinuierlich klinisch-wissenschaftliche Studien und Register in unserer Klinik durch. Die Teilnahme an den Studien ist stets freiwillig.