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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Pneumologie und Pneumologische Onkologie
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(089) 9270-2281

COPD (Chronisch-obstruktive Bronchitis) und Lungenemphysem

Der Husten nach dem Aufstehen war schon längst ein nahezu alltägliches – wenn auch ungeliebtes – Ritual geworden – so erzählte ein Patient. Doch zunehmend blieb auch die Luft beim Treppensteigen weg. Doch als dann mit dem Husten zunehmend noch schleimiger Auswurf das Atmen erschwerte und die Luftnot die Bewegungen immer mehr beeinträchtigte, schien der Weg zum Arzt unausweichlich.

Der Arzt hatte eine Erklärung für die Symptome: Eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, die nach dem englischen Namen mit COPD abgekürzt wird und in vielen Fällen mit einer Überblähung der Lunge, einem Emphysem, einhergeht, hatte die Lunge geschädigt.

Unsere Therapien können körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität verbessern

COPD-Patienten kommen meist im Rahmen einer akuten Verschlechterung der Krankheitssituation, die durch einen Infekt oder sonstige Umstände ausgelöst wurde, in unsere Klinik. Dann stabilisieren wir die Patienten zunächst einmal und führen im Verlauf eine Lungenfunktionsuntersuchung durch, um uns ein detailliertes Bild davon zu machen, wie weit die Erkrankung die Lungen bereits geschädigt hat.

Die von uns vorgeschlagenen Therapien können zwar die Schäden nicht rückgängig machen, aber wir können durch ein Bündel von Maßnahmen die körperliche Belastbarkeit, den Aktionsradius und die Lebensqualität bei vielen Patienten deutlich steigern.

Optimierung der medikamentösen Therapien und deren Anwendung

Auch wenn Sie schon länger Medikamente nehmen, können wir die medikamentöse Therapie aufgrund unserer langjährigen Erfahrung oftmals noch optimieren. Zudem helfen Ihnen unsere speziell geschulten Physiotherapeuten, medizinischen Fachangestellten oder Pflegekräfte, die Inhalationen gezielt anzuwenden. Sie erklären Ihnen, wie die Inhalationsgeräte einzusetzen und zu reinigen sind. 

Ventile und Spiralen (Coils) bei weit fortgeschrittener Überblähung

Ist das Lungenemphysem besonders groß, können sich zwei Eingriffe als sinnvoll erweisen: Mit Hilfe besonderer Werkzeuge, die wir ebenfalls durch den Schlauch bei der Bronchoskopie einführen, werden sehr kleine Ventile oder Metallspiralen implantiert.

Mittels der Ventile, die wir während dieser Lungenspiegelung einbringen, können wir das Emphysem verkleinern. Auch Draht-Spiralen (von Fachleuten Coils genannt), die wir in das überblähte Gewebe einsetzen, lindern bei Patienten mit einer weit fortgeschrittenen COPD nachweislich die Atemnot und können objektiv die Lungenfunktion verbessern.

Durch diese Maßnahmen verringern wir die Überblähung, also das Volumen der krankhaft überblähten Lunge, so dass das Zwerchfell wieder beweglicher agieren und der verbleibende Teil der Lunge wieder besser atmen kann.

„90% der COPD-Fälle werden durch Tabakkonsum verursacht.“
Prof. Dr. F. Joachim Meyer

Raucherentwöhnung professionell einleiten und unterstützen

Die wirkungsvollste Therapie für die COPD, die in den Industrienationen zu über 90 Prozent der Fälle durch Tabakkonsum verursacht wird, ist eindeutig der Rauchstopp. Daher unterstützen wir Sie als Patienten, falls Sie sich zu diesem Schritt entschieden haben:

Zu dem umfangreichen Konzept der Raucherentwöhnung gehören in unserer Klinik auch Gespräche mit unseren Psychologen. Wir informieren Sie über Tabakentwöhnungskurse, die Sie nach der Entlassung aus der Klinik bei diesem wichtigen Schritt unterstützen. 

Überblähte Lungenteile ohne operativen Eingriff entfernen

Unser modernes Zentrum für Bronchoskopie ermöglicht es uns, im Rahmen von Lungenspiegelungen spezialisierte Eingriffe durchzuführen: Bei der Lungenspiegelung erhalten wir mittels eines flexiblen lenkbaren Schlauchs von wenigen Millimetern Durchmesser, an dessen Ende sich eine Kamera befindet, Einblick in die Bronchien.

Das Bronchoskop führen wir über Mund oder Nase ein, wobei wir einen eventuell auftretenden Hustenreiz durch eine lokale Betäubung eindämmen: Sollten die Lungenflügel ein besonders großes Emphysem – also überblähte, funktionsunfähige Anteile – aufweisen, können wir diese im Rahmen einer Bronchoskopie verkleinern (endoskopische Lungenvolumenreduktion). 

Während der Bronchoskopie kann das Emphysem verkleinert werden.

Sauerstoff-Langzeittherapie verbessert die Mobilität

Wenn die COPD weit fortgeschritten ist, erschwert der Sauerstoffmangel im Blut und damit in den Muskeln jede Bewegung. Dann kann selbst das Essen zu einer anstrengenden Tätigkeit werden. In diesen Fällen raten wir unseren Patienten zu einer kontinuierlichen Sauerstoff-Langzeittherapie.

Sauerstoff, der in tragbaren Tanks oder Konzentratoren gespeichert ist und den die Patienten überall hin mitnehmen, wird über eine so genannte Sauerstoffbrille in die Nase eingespeist.

Wir arbeiten genau heraus, wie viel Sauerstoff Sie als Patient benötigen, um Ihren individuellen Alltag gut bewältigen zu können. Die Zufuhr des Sauerstoffs erleichtert die körperlichen Anstrengungen und erweitert den Radius spürbar. 

„Wir legen unseren Patienten ans Herz, am ambulanten Lungensport teilzunehmen. Mit der Bewegung kommt meistens die Lebensfreude zurück und mit einer verbesserten körperlichen Belastbarkeit sind auch leichte Arbeiten wieder möglich.“
Prof. Dr. F. Joachim Meyer

Anfängliche Scheu vor der Sauerstoff-Langzeittherapie schnell überwinden

Viele Patienten scheuen anfangs, mit der Sauerstoffbrille in die Öffentlichkeit zu gehen und empfinden die Notwendigkeit, sich um das Auftanken der kleinen Tanks zu kümmern, als Belastung.

Wer sich den Herausforderungen stellt, die mit dieser Therapie verbunden sind, kann die Sauerstoff-Langzeittherapie bald als großen Gewinn für sich und seine Lebensqualität erfahren.

Um als sauerstoffpflichtiger Patient bald gut zurechtkommen zu können, können Sie auf die Unterstützung der Selbsthilfegruppe Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. zurückgreifen:

Die regionalen Treffen finden regelmäßig in den Räumlichkeiten unserer Klinik statt. Der Austausch mit anderen Betroffenen erbringt nicht nur wertvolle Tipps, sondern vermittelt auch ein wertvolles Gemeinschaftsgefühl unter gleichfalls Betroffenen.

Nicht-invasive Beatmung in der Nacht stärkt die Atemmuskulatur

Falls bei Emphysem-Patienten die Einschränkungen trotz einer Sauerstoff-Langzeittherapie immer weiter zunehmen und die Atemmuskulatur überlastet ist, kann möglicherweise eine nicht-invasive Beatmung, auch außerklinische Beatmung oder Heimbeatmung genannt, weiterhelfen.

In der Nacht erhalten die Patienten über eine dicht abschließende Nasenmaske oder eine Nase-Mund-Maske eine Druckluftbeatmung, was ihre erschöpfte Atemmuskulatur entlastet. Die nicht-invasive Beatmung, von Lungenexperten mit dem Begriff NIV bezeichnet, verbessert die Belüftung der Lungen und entlastet die überanstrengte Atemmuskulatur.

Der Patient kann, da seine Atemmuskulatur in der Nacht weniger leisten musste, tagsüber wieder besser atmen. Wir wählen für jeden Patienten die genau für ihn passende Atemmaske aus und stellen für ihn die intermittierende, nicht-invasive Beatmung ein.

Lungensport in den Räumen unserer Klinik

Die Initiative „Besser-Atmen-in-München e.V.“ führt Trainingsabende für Lungenkranke durch: Gezieltes Training von Atemtechniken, atemerleichternden Stellungen und Fitness-Übungen, die die individuelle Luftnot berücksichtigen, verhelfen zu einer deutlich verbesserten körperlichen Belastbarkeit.

Wir unterstützen den Lungensport und stellen Trainingsräume in unseren Kliniken zur Verfügung: In unserer Schwesterklinik in Harlaching findet der Lungensport für Patienten ohne Sauerstoff-Langzeittherapie statt, hier in Bogenhausen die Kurse für Patienten mit Sauerstoff-Langzeittherapie.

Wir legen unseren Patienten ans Herz, am ambulanten Lungensport teilzunehmen. Denn eine verbesserte körperliche Belastbarkeit ermöglicht, wieder mal selbst zum Einkaufen zu gehen, Freunde zu treffen und in der Wohnung leichte Arbeiten erledigen zu können. Mit der Bewegung kommt meistens die Lebensfreude zurück und die Patienten erfahren eine verbesserte Lebensqualität.