Lungenentzündung, Rippenfellentzündung

Wenn Haus- oder Fachärzte Patienten mit Lungenentzündungen (Pneumonien) in unsere Klinik einweisen, dann untersuchen und beobachten wir diese teilweise schwer kranken Patienten sehr sorgfältig. Denn der Zustand bei einer Lungenentzündung kann sich plötzlich rapide verschlechtern, so dass wir die Patienten möglicherweise auf die Intensivstation verlegen müssen. Die kurzen Wege und die gut vernetzte Zusammenarbeit mit unseren Intensivmedizinern kommen unseren Patienten in solch einer dringlichen Situation zugute.

Differenzierte Diagnose und gezielte Behandlung

Bei der Diagnostik von Lungenentzündungen setzen wir sehr differenzierte Untersuchungen ein: Röntgenbilder, Computertomographie oder Ultraschall geben uns Aufschluss darüber, wie weit sich die Entzündung in der Lunge ausgebreitet hat.

Vor allem bei sich nur zögerlich bessernden Heilungsverläufen können wir in unserer modern ausgestatteten Bronchoskopie-Einheit Lungenspiegelungen durchführen. Mittels eines Kamerachips, den wir in einem dünnen Schlauch über die Luftwege einführen, suchen wir gezielt nach der auslösenden Ursache für die Entzündung.

Das Blut sowie Hustenauswurf untersuchen wir sehr genau im Labor. Unsere Mikrobiologen in den Speziallabors setzen eine Bandbreite von Labortests ein, um den konkreten Erreger – und auch das gegen ihn wirksame Antibiotikum – herauszufinden.

Hohe Kompetenz bei schweren Lungenerkrankungen und Lungenversagen

Nimmt die Lungenentzündung einen schweren Verlauf, dann sind Sie als Patient bei uns in besten Händen.

Ob Eiteransammlungen in der Lunge (Abszesse), eine akute Lungenschädigung oder gar ein akutes Lungenversagen – unsere pneumologischen Fachärzte arbeiten eng mit den Thoraxchirurgen zusammen, die als hochspezialisierte Experten operative Eingriffe am Brustkorb durchführen.

Wir kooperieren sehr eng mit den Intensivmedizinern auf unseren Intensivstationen, die mit moderner technischer Ausstattung für die Überwachung und Beatmung schwerkranker Patienten aufwarten können.

Extrakorporale Verfahren
Schwerkranke Patienten können wir im sogenannten extrakorporalen Verfahren versorgen.

Dabei findet durch spezielle Maschinen - außerhalb des Körpers - eine Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff statt, unabhängig von der geschädigten Lunge. Oder aber auch das Blut kann von Kohlendioxid gereinigt werden.

Bei der Lungenspiegelung kann die Ursache für die Lungenentzündung gefunden werden.

Antibiotika-Therapie, die auch mögliche Resistenzen im Auge hat

„Bei der Antibiotika-Therapie gehen wir sehr sorgfältig vor: Wir setzen so wenige Breitband-Antibiotika wie möglich ein, um zu verhindern, dass Bakterien eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln und sich dann nur noch sehr schwer bekämpfen lassen. “
Prof. Dr. F. Joachim Meyer

In den meisten Fällen haben Bakterien die Lungenentzündung hervorgerufen, gegen die eine medikamentöse Therapie mit einem Antibiotikum hilft. Bei der Antibiotika-Therapie gehen wir sehr sorgfältig vor: Wir setzen so wenige Breitband-Antibiotika wie möglich ein, um zu verhindern, dass Bakterien eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln und sich dann nur noch sehr schwer bekämpfen lassen. 

Rippenfellentzündung - 24h-Bereitschaft bei Komplikationen

Rippenfell- oder auch Brustfellentzündungen, die Mediziner unter dem Begriff Pleuritis zusammenfassen, entstehen meist als Folge anderer Erkrankungen.

In der Folge von Lungenentzündungen, aber auch von Tuberkulose, Tumorerkrankungen der Lunge oder einer Lungenembolie kommt es zur Reizung der dünnen Häute, die die Lunge und die Innenseite des Brustkorb umgeben. In solchen Fällen bilden sich Ansammlungen von Flüssigkeit, Eiter oder Blut zwischen Rippen- und Lungenfell, so genannte Pleura-Ergüsse oder Pleura-Empyeme.

Für das Klinikum Bogenhausen – und auch für auswärtige Kliniken – steht ein Experten-Team unserer Klinik für Pneumologie rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche bereit.

Bei Komplikationen mit Pleura-Ergüssen, die auch bei Herz-Insuffizienz, bei Erkrankungen des Bauchraums, bei rheumatischen Erkrankungen oder Autoimmun-Störungen auftreten können, können wir innerhalb kürzester Zeit eine Pleura-Diagnostik durchführen und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Rippenfell-Behandlung - Maßnahmen von der Punktion bis zu Verklebungen

Zur Diagnostik können wir Ultraschall-unterstützt eine Probe der Flüssigkeit entnehmen, die dann von den Pathologen und Mikrobiologen weitergehend untersucht wird. So können wir die Ergüsse dann einer Erkrankung zuordnen und entsprechend spezifisch behandeln.

  • Pleura-Erguss: Je nach Lage und Größe der Ansammlung punktieren wir den Pleura-Erguss, so dass Flüssigkeit ablaufen kann, oder wir legen eine Drainage, einen dünnen Schlauch, mit dem wir über mehrere Tage Flüssigkeit herausholen können.
  • Thorax-Chirurgie: In manchen Fällen greifen wir bei der Therapie von Pleura-Empyemen auch auf unsere hochspezialisierte Thorax-Chirurgie zurück.
  • Pleurodese: In Fällen von Pleuraergüssen bei bösartigen Erkrankungen führen wir Verklebungsbehandlungen durch (Pleurodese), um ein Wiederauftreten des Ergusses zu verhindern.

Nach der schweren Krankheit: wieder auf die Beine kommen

Viele Patienten, die zum Beispiel eine schwere Lungenentzündung durchgemacht haben und deshalb zeitweilig beatmet wurden, leiden anschließend unter einer Erkrankung des Nervensystems, der Critical Illness Polyneuropathie (CIP).

Sie zeigen Lähmungs- oder Schwächeerscheinungen, Schluckbeschwerden und haben oft sogar Probleme, überhaupt aus dem Bett aufzustehen.

Wir unterstützen diese Patienten durch eine mehrwöchige Therapie in der eigenständigen Abteilung für Physikalische Medizin und Frührehabilitation im Klinikum Bogenhausen, wo gezielte Trainingsprogramme für Atmung und Muskulatur wieder mobilisieren.

Schritt für Schritt gewinnen unsere Patienten ihr Bewegungsvermögen zurück und können häufig in einen selbstständigen Alltag entlassen werden.

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