Lungenkrebs, Tumore in Rippenfell und Atemwegen

Reizhusten, Schmerzen beim Atmen, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden - All diese Symptome können unterschiedliche Ursachen haben. Bei längerem Verlauf sollte aber stets ein Lungenfacharzt aufgesucht werden. Eine mögliche Erklärung für die Warnsignale könnte ein Tumor in der Lunge, sein. Etwa 85 Prozent der Betroffenen haben in ihrem Leben lange geraucht oder rauchen immer noch, doch auch Nichtraucher können von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) betroffen sein. Tumore können auch im die Lunge umgebenden Rippenfell oder in der Luftröhre auftreten.

Höchste Qualitätsansprüche: Erfolgreich zertifiziertes Lungenkrebszentrum

Das Lungenkrebszentrum Bogenhausen wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und erfüllt somit die höchsten Qualitätsansprüche, die man an moderne Krebstherapie stellen kann. 

Krebstherapie - eine Gemeinschaftsaufgabe vieler Spezialisten

Krebstherapie ist immer eine Aufgabe vieler Spezialisten. Daher haben wir hier ein Lungenkrebszentrum gegründet, in dem unsere Lungenfachärzte zusammenarbeiten mit spezialisierten Radiologen, Pathologen, Thorax-Chirurgen, Strahlenmedizinern, Psychologen, Sozialpädagogen und Diätassistenten.

Die Therapie-Konzepte für jeden einzelnen Patienten werden in einer gemeinsamen Sitzung, einer so genannten Tumorkonferenz, erarbeitet, an denen auch niedergelassene Lungenfachärzte teilnehmen können.

Nach einem ersten Verdacht: rasche Abklärung durch klinische Diagnostik

Der Lungenkrebs bleibt oft lange stumm und zeigt sich teilweise schon weit fortgeschritten, wenn die ersten Symptome auftreten. Nehmen Lungenfachärzte im Röntgenbild einen Schatten auf der Lunge wahr, dann überweisen sie die Patienten mit dem Verdacht auf ein Karzinom in Lunge oder Atemwegen in unsere Spezialklinik.

Gerade bei der Therapie dieser Krebsform ist ein rasches Vorgehen vonnöten.

Alle benötigten Untersuchungen können wir zeitnah in unserer Klinik für Pneumologie und Pneumologische Onkologie durchführen.

Bronchoskopie (Lungenspiegelung) zur Identifizierung des Tumors

In der Regel führen wir zunächst eine Bronchoskopie, also eine Lungenspiegelung durch, bei der wir eine kleine Kamera mittels eines biegsamen Schlauchs über den Rachen einführen. Somit können wir uns ein Bild vom Inneren der Lunge machen.

Unsere hochmoderne medizintechnische Ausstattung ermöglicht uns, die Bronchoskopie gleich mit einer Ultraschall-Untersuchung zu verbinden. Dies ist ein großer Vorteil, weil die Luft in der Lunge eine Ultraschall-Untersuchung von außen sehr einschränkt.

Während der Bronchoskopie können wir Gewebeproben entnehmen, so dass wir mit Hilfe unseres pathologischen Labors schnell Erkenntnisse über das Karzinom gewinnen können. Im Rahmen der Bronchoskopie ist es in geeigneten Fällen möglich, Tumore abzutragen und den Bronchus wieder zu eröffnen.

Bei der Bronchoskopie werden Gewebeproben entnommen.

„Man kann nicht jedem Patienten die gleiche Therapie zukommen lassen. Gleiches Stadium der Erkrankung heißt nicht immer gleiche Behandlung!“
Prof. Dr. F. Joachim Meyer

Mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) den Tumor identifizieren

In den meisten Stadien der Lungenkrebserkrankung gehört das sogenannte PET-CT bei unseren Patienten zur Diagnostik, insbesondere vor operativen Eingriffen oder Strahlentherapien. Aber auch in Situationen, in denen man trotz sorgfältiger Untersuchung den Tumor nicht findet, kann ein PET-CT sehr hilfreich sein.

Beim PET-CT handelt es sich um eine Kombination aus einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und einer Computertomographie (CT). Mittels der Positronen-Emissions-Tomographie stellen wir die Stoffwechselaktivität im Gewebe mittels radioaktiven Markern dar – da diese im Tumor meist höher ist als im gesunden Gewebe, können wir den Tumor dadurch identifizieren. 

Gezielte Diagnostik durch Radiologen, Neuroradiologen und Nuklearmediziner

Wir benötigen neben der Bronchoskopie weitere gezielte Untersuchungen wie

  • Ultraschall der Bauchorgane
  • Röntgen
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie)
  • Knochenszintigraphie

Bevor wir die Therapie einleiten können, müssen wir ein genaues Bild über die Art des Tumors haben und müssen wissen, ob er sich bereits über die Lunge, das Rippenfell oder die Atemwege hinaus im Körper, beispielsweise in den Lymphknoten oder in den Knochen ausgebreitet hat.

Die Untersuchungen führen wir in enger Kooperation mit unserem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin an unserem Klinikum durch.

Falls die Lage des Tumors nicht zulässt, dass wir während der Bronchoskopie Gewebeproben entnehmen können, punktieren wir die Lunge von außen durch die Haut – durch eine gleichzeitige Computer-Tomographie unterstützt – und entnehmen auf diese Weise sehr gezielt und sicher Gewebeproben.

Weitere Testverfahren, die wichtige Mosaiksteine für die Diagnose liefern

Unsere Pathologen färben die von uns gewonnenen Gewebeproben an und untersuchen diese sehr genau mittels weiterer Verfahren (Immunhistochemie), um eine treffsichere Diagnose zu erstellen.

Somit kann man zum Beispiel sicher zwischen kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Lungentumoren unterscheiden, was für die weitere Therapie hoch relevant ist.

Falls notwendig und therapierelevant nehmen wir zudem eine molekulargenetische Testung bestimmter Krebsarten vor, wobei wir sehr eng mit unseren Pathologen zusammenarbeiten.

Aus diesen vielen Mosaiksteinen können wir eine sichere Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten.

Die Therapiemöglichkeiten - individuell je nach Art und Krankheitsstadium

Zielgerichtetes Vorgehen, auf dem Stand der Wissenschaft und gemäß bewährter Protokolle

Bei der Krebstherapie greifen wir auf wissenschaftlich fundierte Therapie-Protokolle zurück, die die Deutsche Krebsgesellschaft – im Austausch mit internationalen Experten – erarbeitet und stets an den neuesten Stand der medizinischen Forschung anpasst.

Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. Die Behandlung darf man sich nicht als stur anzuwendendes Schema vorstellen. Die Krebstherapie muss immer auch an die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen angepasst werden, die der Erkrankte mitbringt. So kann man nicht jedem Patienten – unabhängig von Alter und Gesundheitszustand – die gleiche Therapie zukommen lassen.

Gleiches Stadium der Erkrankung heißt nicht immer gleiche Behandlung! Die Auswahl der jeweils am Besten geeigneten Maßnahme ist sicher eine der schwierigsten Entscheidungen, die es in der Behandlung zu treffen gilt, und für diese Entscheidungen gibt es kein „Kochrezept“. Hierfür benötigt man viel Erfahrung, die durch Experten in Krebszentren gesichert ist.

Je nach Art und Stadium der Erkrankung kommen Strahlentherapien, medikamentöse Chemotherapie oder Operationen zum Einsatz – in welcher Kombination und in welcher Reihenfolge halten die Therapie-Protokolle für alle Tumorarten und Stadien fest.

Neue Verfahren gegen den Krebs: Erbgutanalyse und klinische Studien

Im Kampf gegen den Krebs setzen wir auch moderne Therapie-Verfahren ein. Wir fahnden nach Schwachstellen im Erbgut der Tumorzellen und auf deren Zelloberfläche, die wir dann mittels medikamentöser Therapien angreifen.

Als Studienzentrale können wir auch Therapien mit Medikamenten anbieten, die noch nicht zugelassen sind und deren Wirksamkeit aber durch kleinere Vor-Studien nahegelegt wird. 

Mit Hitze, Kälte und Strom gegen den Lungenkrebs

Lasertherapien und Kryotherapien

Es kommen sowohl Lasertherapien als auch Kryotherapien (Gefriertechniken) zum Einsatz, bei denen Krebszellen gezielt durch Laser zerstört oder durch Kälte vereist und entfernt werden.

Chemo-Embolisation und Radiofrequenzablation

Wir nutzen Katheter-Verfahren, um die tumorversorgenden Gefäße zu behandeln (Chemo-Embolisation) oder Tumorgewebe mittels hochfrequentem elektrischem Strom zu zerstören (Radiofrequenzablation).

Unser Pluspunkt: Thorax-Operationen als minimal-invasive OP

Bei der Operation des Lungenkarzinoms wird mit dem Tumor auch ein Teil des gesunden Lungengewebes rundherum entfernt. Das verbleibende Lungengewebe kann einen Teil der Funktion des entfernten Teils übernehmen.

Für die Patienten ist hier der minimal-invasive Eingriff (auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt) schonender und mit weniger Schmerzen verbunden. Bei diesem Eingriff wird der Tumor über kleine Schnitte im Brustkorb entfernt – und nicht, wie im Standardverfahren, der ganze Brustraum geöffnet.

Die Klinik für Thorax-Chirurgie in Bogenhausen ist spezialisiert auf minimal-invasive Operationsmethoden. In enger Kooperation mit unseren Chirurgen besprechen wir das Vorgehen mit den Patienten, deren Tumor sich als operabel erweist.

Ernährungsberatung durch erfahrene Diätassistenten

Viele Krebspatienten leiden unter Appetitlosigkeit und vertragen manche Nahrungsmittel – vor allem während der Chemotherapie – nicht so gut.  Eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft, die mit der Erkrankung einhergehende Schwäche bald zu überwinden.

Unsere Diätassistenten helfen ihnen, einen Ernährungsplan für zuhause zusammenzustellen, der sie wieder „zu Kräften bringt“.

Psychologische Unterstützung für die Seele zur Krankheitsbewältigung

Eine Krebserkrankung wirft jeden Patienten erst einmal aus der Bahn: Die Ängste und Sorgen beherrschen das Denken, der Alltag wird völlig auf den Kopf gestellt. Um sich in dem Gefühlswirrwarr besser zurecht zu finden und erste Ansätze für ein nach vorne gerichtetes Denken zu finden, bieten wir die Hilfe von speziell auf die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen spezialisierten Psychologen an.

In intensiven Gesprächen können diese helfen, dass Sie als Patient, aber auch Ihre Angehörigen, Ihren eigenen Weg finden, um die Krankheit zu bewältigen.

Je nach Bedarf werden Patienten stationär, tagesklinisch und ambulant betreut.

Die meisten unserer Lungenkrebs-Patienten müssen während ihrer Therapien nicht ununterbrochen in unserer Klinik bleiben. Oftmals können wir die medikamentösen Therapien (Chemo-, Antikörper- und Immuntherapien) als einzunehmende Medikamente ambulant oder über eine Infusion im Rahmen einer tagesklinischen Betreuung verabreichen.

In unserer Onkologischen Tagesklinik betreuen wir die Patienten sehr individuell, einfühlsam und umfassend. Eventuell notwendige strahlentherapeutische Maßnahmen, bei der die Strahlen die Krebszellen direkt schädigen, werden in der im Klinikum Bogenhausen lokalisierten Praxis für Strahlentherapie durchgeführt.

Die Zeit nach den klinischen Krebstherapien gut organisieren

Wir planen mit Ihnen die weitere Behandlung mit guter Lebensqualität

In Fällen, bei denen hochkomplexe und schwer zu bessernde Symptome eine ständige ärztliche Therapie nötig machen, arbeiten wir eng und gut verzahnt mit allen Münchner Palliativstationen zusammen und können Verlegungen in diese hochspezialisierten Einrichtungen zeitnah durchführen.

Unterstützung vom Sozialdienst

Wir organisieren gegebenenfalls – unterstützt durch unseren Sozialdienst – auch die Übernahme in ein Hospiz oder eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für die eigenen vier Wände des Patienten.

Unser Sozialdienst berät umfassend zu den Leistungen, die Ihnen in dieser schwierigen Situation zustehen. Mit der Krankheit gehen oft auch noch finanzielle Sorgen einher. Auch wissen viele Familien nicht, wie sie Kinder oder pflegende Angehörige versorgen können. Die Experten des Sozialdienstes sind dann für Sie da.

Wir lassen Sie nicht alleine, auch wenn eine Heilung nicht möglich ist

In manchen Fällen ist eine Heilung der Tumorerkrankung nicht mehr zu erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass hiermit unser Handeln aufhört. Wir behandeln alle durch die Erkrankung auftretenden und belastenden Symptome, um Leiden zu lindern (Palliativmedizin) und betreuen Sie mit Unterstützung durch speziell palliativmedizinisch ausgebildete Ärzte.

So konzipieren wir zum Beispiel ausgefeilte Schmerztherapien. Verschiedene Maßnahmen helfen den Patienten von seinen tumorbedingten Leiden zu befreien, z.B. entlastende Behandlungen wie Pleuradrainagen und der Pleurodese, die Flüssigkeiten aus dem Brustkorb ableiten. Dadurch kann auftretende Luftnot gebessert werden.

Für Ihre Anliegen (Fragen, Aufnahme, Termine) stehen wir gerne zur Verfügung

Telefonische Kontaktaufnahme

Sie erreichen uns während der Bürozeiten von 8:00 - 16:30 Uhr

Sekretariat, Privatsprechstunde: (089) 9270-2281
Beatmung / Schlaf / Bronchoskopie: (089) 9270-3030
Stationäre Aufnahme: (089) 9270-2897
Tagesklinik: (089) 9270-2857

Alle Kontakte und Sprechstunden siehe hier

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Zur Entlastung unserer Sekretariate (und außerhalb der Bürozeiten) nutzen Sie bitte auch unseren Online-Fragebogen.

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