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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Pneumologie und Pneumologische Onkologie
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(089) 9270-2281

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Tumore im Rippenfell & den Atemwegen

Reizhusten, Schmerzen beim Atmen, Heiserkeit oder Schluckbeschwerden - All diese Symptome können unterschiedliche Ursachen haben. Bei längerem Verlauf sollte aber stets ein Lungenfacharzt aufgesucht werden. Eine mögliche Erklärung für die Warnsignale könnte ein Tumor in der Lunge, sein.

Etwa 85 Prozent der Betroffenen haben in ihrem Leben lange geraucht oder rauchen immer noch, doch auch Nichtraucher können von Lungenkrebs betroffen sein. Tumore können auch im die Lunge umgebenden Rippenfell oder in der Luftröhre auftreten.

Schnelle Reaktion bei Verdacht auf Lungenkrebs

Nehmen Lungenfachärzte im Röntgenbild einen Schatten auf der Lunge wahr, dann überweisen sie die Patienten mit dem Verdacht auf ein Karzinom in Lunge oder Atemwegen in unsere Klinik für Pneumologie und Pneumologische Onkologie. 

Alle benötigten Untersuchungen können wir zeitnah in unserer Klinik durchführen, denn gerade beim Lungenkrebs ist ein rasches Vorgehen vonnöten: Diese Krebsform bleibt oft lange stumm und zeigt sich teilweise schon weit fortgeschritten, wenn die ersten Symptome auftreten.

Bronchoskopie zur Identifizierung des Tumors

In der Regel führen wir zunächst eine Bronchoskopie, also eine Lungenspiegelung durch, bei der wir eine kleine Kamera mittels eines biegsamen Schlauchs über den Rachen einführen. Somit können wir uns ein Bild vom Inneren der Lunge machen.

Unsere hochmoderne medizintechnische Ausstattung ermöglicht uns, die Bronchoskopie gleich mit einer Ultraschall-Untersuchung zu verbinden. Dies ist ein großer Vorteil, weil die Luft in der Lunge eine Ultraschall-Untersuchung von außen sehr einschränkt.

Während der Bronchoskopie können wir Gewebeproben entnehmen, so dass wir mit Hilfe unseres pathologischen Labors schnell Erkenntnisse über das Karzinom gewinnen können. Im Rahmen der Bronchoskopie ist es in geeigneten Fällen möglich, Tumore abzutragen und den Bronchus wieder zu eröffnen.

Während einer Bronchoskopie können Gewebeproben entnommen werden.

„Man kann nicht jedem Patienten die gleiche Therapie zukommen lassen. Gleiches Stadium der Erkrankung heißt nicht immer gleiche Behandlung!“
Prof. Dr. F. Joachim Meyer

Enge Zusammenarbeit mit unserer Radiologie

Bevor wir die Therapie einleiten können, müssen wir ein genaues Bild über die Art des Tumors haben und müssen wissen, ob er sich bereits über die Lunge, das Rippenfell oder die Atemwege hinaus im Körper, beispielsweise in den Lymphknoten oder in den Knochen ausgebreitet hat. Dazu benötigen wir weitere gezielte Untersuchungen wie

  • Ultraschall der Bauchorgane
  • Röntgen
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie)
  • Knochenszintigraphie

Die Untersuchungen führen wir in enger Kooperation mit unserem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin an unserem Klinikum durch. Falls die Lage des Tumors nicht zulässt, dass wir während der Bronchoskopie Gewebeproben entnehmen können, punktieren wir die Lunge von außen durch die Haut – durch eine gleichzeitige Computer-Tomographie unterstützt – und entnehmen auf diese Weise sehr gezielt und sicher Gewebeproben.

Den Tumor mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) identifizieren

In den meisten Stadien der Lungenkrebserkrankung gehört das sogenannte PET-CT bei unseren Patienten zur Diagnostik, insbesondere vor operativen Eingriffen oder Strahlentherapien. Aber auch in Situationen, in denen man trotz sorgfältiger Untersuchung den Tumor nicht findet, kann ein PET-CT sehr hilfreich sein.

Beim PET-CT handelt es sich um eine Kombination aus einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und einer Computertomographie (CT). Mittels der Positronen-Emissions-Tomographie stellen wir die Stoffwechselaktivität im Gewebe mittels radioaktiven Markern dar – da diese im Tumor meist höher ist als im gesunden Gewebe, können wir den Tumor dadurch identifizieren. 

Weitere Testverfahren, die wichtige Mosaiksteine für die Diagnose liefern

Unsere Pathologen färben die von uns gewonnenen Gewebeproben an und untersuchen diese sehr genau mittels weiterer Verfahren (Immunhistochemie), um eine treffsichere Diagnose zu erstellen. Somit kann man zum Beispiel sicher zwischen kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Lungentumoren unterscheiden, was für die weitere Therapie hoch relevant ist.

Falls notwendig und therapierelevant nehmen wir zudem eine molekulargenetische Testung bestimmter Krebsarten vor, wobei wir sehr eng mit unseren Pathologen zusammenarbeiten. Aus diesen vielen Mosaiksteinen können wir eine sichere Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten.

Höchste Qualitätsansprüche: Erfolgreich zertifiziertes Lungenkrebszentrum

Das Lungenkrebszentrum Bogenhausen wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und erfüllt somit die höchsten Qualitätsansprüche, die man an moderne Krebstherapie stellen kann. 

Bei uns ist Krebstherapie eine Gemeinschaftsaufgabe vieler Spezialisten

Krebstherapie ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe vieler Spezialisten: Daher haben wir hier in unserem Klinikum Bogenhausen ein Lungenkrebszentrum gegründet, in dem unsere Lungenfachärzte mit spezialisierten Radiologen, Pathologen, Thorax-Chirurgen, Strahlenmedizinern, Psychologen, Sozialpädagogen und Diätassistenten zusammenarbeiten. 

Die Therapie-Konzepte für jeden einzelnen Patienten werden in einer gemeinsamen Sitzung, einer so genannten Tumorkonferenz, erarbeitet, an denen auch niedergelassene Lungenfachärzte teilnehmen können.

 

Therapien gemäß bewährter Protokolle, aber trotzdem individuell

Bei der Krebstherapie greifen wir auf wissenschaftlich fundierte Therapie-Protokolle zurück, die die Deutsche Krebsgesellschaft – im Austausch mit internationalen Experten – erarbeitet und stets an den neuesten Stand der medizinischen Forschung anpasst.

Je nach Art und Stadium der Erkrankung kommen Strahlentherapien, medikamentöse Chemotherapie oder Operationen, um das befallene Gewebe zu entfernen, zum Einsatz – in welcher Kombination und in welcher Reihenfolge halten die Therapie-Protokolle für alle Tumorarten und Stadien fest.

Die Behandlung darf man sich nicht als stur anzuwendendes Schema vorstellen, sondern muss dieses immer auch an die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen, die der Patient mitbringt, anpassen. So kann man nicht jedem Patienten – unabhängig von Alter und Gesundheitszustand – die gleiche Therapie zukommen lassen.

Gleiches Stadium der Erkrankung heißt nicht immer gleiche Behandlung! Dies ist sicher eine der schwierigsten Entscheidungen, die es in der Behandlung zu treffen gilt, und für diese Entscheidungen gibt es kein „Kochrezept“. Hierfür benötigt man viel Erfahrung, die durch unsere Experten gesichert ist. 

Unser Pluspunkt: Thorax-Operationen als minimal-invasive OP

Unsere Klinik für Thorax-Chirurgie ist spezialisiert auf minimal-invasive Operationsmethoden, auch Schlüsselloch-Chirurgie genannt. Bei diesem Eingriff wird der Tumor über kleine Schnitte im Brustkorb entfernt – und nicht, wie im Standardverfahren, der ganze Brustraum geöffnet.

Für die Patienten ist der minimal-invasive Eingriff schonender und mit weniger Schmerzen verbunden. In enger Kooperation mit unseren Thoraxchirurgen besprechen wir das Vorgehen mit den Patienten, deren Tumor sich als operabel erweist.

Bei der Operation wird dann mit dem Tumor auch ein Teil des gesunden Lungengewebes rundherum entfernt. Das verbleibende Lungengewebe kann einen Teil der Funktion des entfernten Teils übernehmen. 

Im Kampf gegen den Krebs: Erbgutanalyse & Studienteilnahmen

Im Kampf gegen den Krebs setzen wir auch moderne Therapie-Verfahren ein: Wir fahnden nach Schwachstellen im Erbgut der Tumorzellen und auf deren Zelloberfläche, die wir dann mittels medikamentöser Therapien angreifen.

Als Studienzentrale können wir auch Therapien mit Medikamenten anbieten, die noch nicht zugelassen sind und deren Wirksamkeit aber durch kleinere Vor-Studien nahegelegt wird. 

Hitze, Kälte und Strom gegen den Krebs

Wir arbeiten mit Lasertherapien und Kryotherapien, bei denen Krebszellen gezielt durch Laser zerstört oder durch Kälte vereist und entfernt werden, und nutzen Katheter-Verfahren, um direkt die tumorversorgenden Gefäße zu behandeln (Chemo-Embolisation) oder Tumorgewebe mittels hochfrequentem elektrischem Strom zu zerstören (Radiofrequenzablation).

Tagesklinische Behandlung

Die meisten unserer Lungenkrebs-Patienten müssen während ihrer Therapien nicht ununterbrochen in unserer Klinik bleiben. Oftmals können wir die medikamentösen Therapien (Chemo-, Antikörper- und Immuntherapien) als einzunehmende Medikamente ambulant oder über eine Infusion im Rahmen einer tagesklinischen Betreuung verabreichen.

In unserer Onkologischen Tagesklinik betreuen wir die Patienten sehr individuell, einfühlsam und umfassend. Eventuell notwendige strahlentherapeutische Maßnahmen, bei der die Strahlen die Krebszellen direkt schädigen, werden in der im Klinikum Bogenhausen lokalisierten Praxis für Strahlentherapie durchgeführt.

Zur onkologischen Tagesklinik
Unterstützung vom Sozialdienst
Mit der Krankheit gehen oft auch noch finanzielle Sorgen einher. Viele Familien wissen auch nicht, wie sie Kinder oder pflegende Angehörige versorgen können.
Unser Sozialdienst kennt sich bestens aus, welche Leistungen Ihnen jetzt in dieser schwierigen Situation zustehen und berät Sie dazu umfassend. Zudem helfen die Sozialarbeiter bei der Organisation von Rehabilitations-Aufenthalten und der Pflege-Unterstützung daheim.

Ernährungsberatung durch erfahrene Diätassistenten

Viele Krebspatienten leiden unter Appetitlosigkeit und vertragen manche Nahrungsmittel – vor allem während der Chemotherapie – nicht so gut.

Unsere Diätassistenten helfen ihnen, einen Ernährungsplan für zuhause zusammenzustellen, der sie wieder „zu Kräften bringt“. Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilft, die mit der Erkrankung einhergehende Schwäche bald zu überwinden.

Psychologische Unterstützung für die Seele zur Krankheitsbewältigung

Eine Krebserkrankung wirft jeden Patienten erst einmal aus der Bahn: Die Ängste und Sorgen beherrschen das Denken, der Alltag wird völlig auf den Kopf gestellt. Um sich in dem Gefühlswirrwarr besser zurecht zu finden und erste Ansätze für ein nach vorne gerichtetes Denken zu finden, bieten wir die Hilfe von speziell auf die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen spezialisierten Psychologen an.

In intensiven Gesprächen können diese helfen, dass Sie als Patient, aber auch Ihre Angehörigen, Ihren eigenen Weg finden, um die Krankheit zu bewältigen.

Wir lassen Sie nicht alleine, auch wenn eine Heilung nicht möglich ist

In manchen Fällen ist eine Heilung der Tumorerkrankung nicht mehr zu erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass hiermit unser Handeln aufhört.

Wir behandeln alle durch die Erkrankung auftretenden und belastenden Symptome, um Leiden zu lindern (Palliativmedizin). So konzipieren wir zum Beispiel ausgefeilte Schmerztherapien und betreuen Sie mit Unterstützung durch speziell palliativmedizinisch ausgebildete Ärzte.

Wir helfen mit entlastenden Behandlungen wie Pleuradrainagen und der Pleurodese, um Flüssigkeiten aus dem Brustkorb abzuleiten, auftretende Luftnot zu bessern und den Patienten somit von seinen tumorbedingten Leiden zu befreien. 

Wir organisieren für Sie eine weitere Behandlung mit guter Lebensqualität

In Fällen, bei denen hochkomplexe und schwer zu bessernde Symptome eine ständige ärztliche Therapie nötig machen, arbeiten wir eng und gut verzahnt mit allen Münchner Palliativstationen zusammen und können Verlegungen in diese hochspezialisierten Einrichtungen zeitnah durchführen.

Wir organisieren gegebenenfalls – unterstützt durch unseren Sozialdienst – auch die Übernahme in ein Hospiz oder eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für die eigenen vier Wände des Patienten. Eine gute Lebensqualität unserer Patienten ist für uns ein wichtiges Behandlungsziel.