Lungenmetastasen - vollständig, aber gewebeschonend entfernen

Lungenmetastasen sind Tochtergeschwülste von Krebserkrankungen außerhalb der Lunge. Sie entstehen beispielsweise bei Darmkrebs, Nierenkrebs oder Brustkrebs. Lungenmetastasen können bereits vorhanden sein, wenn die Tumorerkrankung erstmalig nachgewiesen wird, können aber auch erst im späteren Verlauf auftreten. 

Sorgfältige Diagnostik, um Metastasen eindeutig zu identifizieren

„Auch wenn Metastasen ein Zeichen dafür sind, dass eine Tumorerkrankung bereits etwas fortgeschritten ist, muss eine anhaltende Heilung nicht ausgeschlossen sein.“
Prof. Dr. Johannes Bodner

Lungenmetastasen verursachen zunächst kaum Beschwerden, in der Regel werden sie am Röntgenbild bzw. im Rahmen einer Computertomographie entdeckt. Erst ab einer gewissen Größe zeigen sich Symptome wie Schmerzen beim Atmen, Luftnot oder blutigen Auswurf.

Auch wenn Metastasen ein Zeichen dafür sind, dass eine Tumorerkrankung bereits etwas fortgeschritten ist, muss eine anhaltende Heilung nicht ausgeschlossen sein. In vielen Fällen kann betroffenen Patienten sinnvoll und anhaltend geholfen werden.

Besteht am herkömmlichen Röntgenbild der Verdacht auf eine oder mehrere Lungenmetastasen, sollte rasch eine weiterführende Abklärung erfolgen. Mittels Computertomographie (CT) werden auch kleinste Herde aufgezeigt, ihre Lage innerhalb der Lunge genau abgebildet und der Übergang zum angrenzenden gesunden Lungengewebe dargestellt.

Falls sinnvoll, veranlassen wir eine Gewebeprobe, entweder im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) oder von außen durch eine Computertomographie-gestützte Punktion.

Im Rahmen einer minimal-invasiven Operation über einen zwei Zentimeter kleinen Schnitt können wir einen der Lungenherde vollständig entfernen und dadurch seinen feingeweblichen Aufbau noch umfassender untersuchen.

Nur an wenigen Zentren: PET-CT zum Aufspüren weiterer Metastasen

Für die Entscheidung, ob die operative Behandlung von Lungenmetastasen angezeigt ist, ist die Untersuchung aller anderen Organe nach eventuell weiteren Metastasen notwendig. Dies gelingt am genauesten mit der Positronen-Emissions-Tomographie.

Bei der Positronen-Emissions-Tomographie erhalten wir in Kombination mit einer Computertomographie (PET-CT) hochauflösende Schnittbilder des gesamten Körpers und können mittels radioaktiver Marker die Stoffwechselaktivität im Gewebe beurteilen.

Mit dieser hochmodernen Untersuchungsmethode, die nur an wenigen Zentren angeboten wird, kann weitgehend sicher zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen unterschieden werden.

Die chirurgische Behandlung: viel gesunde Lunge erhalten

Ziel jeder chirurgischen Behandlung von Lungenmetastasen ist die vollzählige und komplette Entfernung aller verdächtigen Veränderungen unter möglichst geringer Mitnahme von gesundem Lungengewebe. Dies ist umso wichtiger, da auch nach erfolgreicher Operation im späteren Verlauf neue Metastasen entstehen und einen wiederholten Eingriff notwendig machen können.

Je nach Lage der Knötchen stehen dazu verschiedene Operationstechniken zur Verfügung. Die Metastasen werden in der Regel als kleine Keile aus der Lunge entfernt. Durch sorgfältiges Vernähen oder mit Hilfe von Klammernaht-Apparaten werden die Schnittränder an der Lunge sodann wieder Luft- und Blutdicht verschlossen.

Auch die lungennahen Lymphknoten werden entfernt und anschließend im Labor untersucht, da sie abgewanderte Krebszellen enthalten können.

Ein herkömmliches Verfahren mit großräumigem Eröffnen der Brusthöhle zwischen zwei Rippen ist immer dann sinnvoller, wenn besonders viele, sehr kleine oder tief im Lungengewebe liegende Metastasen vorhanden sind.

Immer häufiger kommt die operative Metastasen-Entfernung als Teil eines sogenannten „multi-modalen“ Konzepts zur Anwendung - gemeinsam mit einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie.

Möglichst schonende OP-Methoden: Vorteil vor allem für geschwächte Patienten

Der operative Zugangsweg zur Lunge hängt von der Anzahl, der Größe und der Lage der Metastasen ab. Generell versuchen wir, möglichst schonend zu operieren, da Patienten mit Lungenmetastasen zumeist schon andere Operationen hinter oder noch vor sich haben und Tumorpatienten generell geschwächt und weniger belastbar sind.

Durch unsere ausgewiesene Expertise in minimal-invasiven Operationstechniken können oft auch technisch sehr anspruchsvolle Metastasen-Operationen über diese sogenannte „Schlüsselloch-Methode“ durchgeführt werden.

Nicht selten können Operationen „uniportal“ vorgenommen werden, also über einen einzigen, knapp zwei Zentimeter kleinen Schnitt, durch den eine Kamera und die Operationsinstrumente eingeführt werden. Dadurch erholen sich die Patienten noch schneller, die kosmetischen Vorteile sind ein angenehmer Nebeneffekt.

Rundum-Versorgung durch ein interdisziplinär arbeitendes Team

Bei jeder Krebserkrankung arbeiten von Anfang an verschiedenste Fachexperten zusammen:

  • Lungenfachärzte (Pneumologen) mit onkologischer Expertise
  • Strahlenmediziner
  • Thoraxchirurgen
  • Radiologen
  • Nuklearmedizinen
  • Pathologen

In Tumorkonferenzen - Tumorboard genannt - diskutieren die Experten die erhobenen Befunde und erarbeiten gemeinsam Therapie-Empfehlungen, die individuell auf den einzelnen Patienten angepasst sind.

Die Empfehlungen orientieren sich stets an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die von der Deutschen Krebsgesellschaft in Form von so genannten Therapie-Protokollen – entsprechend der unterschiedlichen Ausprägungen der Krebserkrankungen – festgehalten und laufend aktualisiert werden.

Neben den vielen medizinischen Fachexperten vervollständigen Psychologen, Sozialarbeiter und Diätassistenten die umfassende Betreuung von Krebspatienten an unserer Abteilung:

  • sie helfen, die Erkrankung zu verarbeiten und Kraft sowie positive Energie für die Heilung zu mobilisieren
  • sie vermitteln und organisieren Anschlussheilbehandlungen bzw. ambulante Hilfe für zuhause
  • sie klären die entsprechende versicherungstechnische Abwicklung
  • sie beraten hinsichtlich gesunder, die Heilung fördernder Ernährung, wenn der Appetit aufgrund von Ängsten und Sorgen, verminderter Geschmackswahrnehmung oder irritiertem Verdauungssystem unweigerlich abnimmt und Gewichtsverlust droht

Alle Mitarbeiter unseres Teams arbeiten an dem einen gemeinsamen Ziel: die Wiederherstellung Ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit!

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Telefon-Hotline - tagsüber

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