Pleuraempyem (Rippenfellentzündung)

Wenn eine eingeengte Lunge immer weniger Sauerstoff aufnehmen kann.

Das Pleuraempyem ist eine eitrige Rippfellentzündung, die die betroffenen Patienten ungemein schwächt. Innerhalb kurzer Zeit können aus fitten, körperlich voll belastbaren (auch jungen) Menschen appetit- und kraftlose Patienten werden, die bettlägerig werden und denen die Kraft und Energie fehlt, um kleinste Dinge des Alltags zu erledigen.

„Nicht mehr richtig durchatmen können“

Das „nicht mehr richtig durchatmen können“ ist ein ganz typisches Symptom beim Pleuraempyem. Es beruht zum einen darauf, dass die eitrige Flüssigkeit die Lunge – innerhalb der räumlich begrenzten Brusthöhle – zunehmend verdrängt.

Zum anderen bildet sich bei anhaltendem Krankheitsverlauf eine bindegewebige Membran an jenen Lungen- und Brustwandabschnitten, welche direkten Kontakt mit der eitrigen Flüssigkeit haben.

Im fortgeschrittenen (chronischen) Stadium des Pleuraempyems, welches bei ausbleibender Behandlung zwangsläufig eintritt, sind Lunge und Brustwandinnenfläche dadurch von einer oft zentimeterdicken, derben Schwarte überzogen.

Als befinde sie sich in einem zu kleinen Panzer wird die Lunge immer mehr eingeengt und kann dadurch ihre Aufgabe – die Sauerstoffaufnahme ins Blut – immer weniger erfüllen. 

Die Vereiterungen entstehen meist bei oder nach Lungenentzündungen

Das Pleuraempyem kann vielfältige Ursachen haben, entsteht aber in der überwiegenden Anzahl der Fälle in Folge einer Lungenentzündung (Pneumonie, deshalb parapneumonisches Pleuraempyem).

Auch wenn die Lungenentzündung oft gar nicht oder nur als leichtes Unwohlsein bzw. als eine Erkältung wahrgenommen wird, bildet sich dabei nicht selten ein entzündlicher Reizerguss im Pleuraspalt (zwischen Lunge und Brustwand, Pleuraerguss genannt).

Wird der Pleuraspalt durch Bakterien der Lungenentzündung infiziert, also keimbesiedelt, kommt es zur Rippenfellvereiterung.

Nicht-operative Möglichkeiten

Erkennen wir ein beginnendes Pleuraempyem frühzeitig, können wir die Flüssigkeit des infizierten Ergusses mittels einer Nadel herausziehen oder ableiten, indem wir eine Drainage legen. Eventuell setzen wir dabei auch „verdünnende“ Medikamente ein.

Die "Entfesselung" der Lunge ist bei uns eine Standard-OP

Hat sich aber bereits eine Membran an der Lungenoberfläche und Brustwand gebildet, reicht es nicht mehr aus, den eitrigen Pleuraerguss abzuleiten, da die Verschwartung an der Lungenoberfläche verhindert, dass die Lunge den zurückgewonnen Platz auffüllt und sich wieder vollständig ausdehnen kann.

Dann ist die operative Behandlung die einzige Möglichkeit, das Pleuraempyem vollständig zu heilen.  Speziell die thorakoskopische Dekortikation, wie der medizinische Fachbegriff für „Entfesselung“ der Lunge lautet, ist technisch sehr anspruchsvoll.

An unserer Klinik werden Pleuraempyeme grundsätzlich – also auch im fortgeschrittenen, verschwarteten Stadium – minimal-invasiv, ohne Eröffnen des Brustkorbs, operiert. Dadurch kann den zumeist ohnehin schon stark geschwächten Patienten mit möglichst geringer Belastung geholfen werden.

Im fortgeschrittenen Stadium: die Lunge „entschwarten“
Mit der Operation verfolgen wir mehrere Ziele: Wir entfernen die – oftmals in Kammern eingeschlossenen – Eiteransammlungen komplett und schaffen damit Platz für die Lunge.

Wir befreien die Lungenoberfläche von den sie einengenden, „fesselnden“ Bindegewebsschwarten und ermöglichen somit, dass sich die Lunge wieder vollständig ausdehnen kann.

Zudem entfernen wir die Membranen von Brustwand und Zwerchfell und stellen somit die Atemmechanik wieder her, da sich Brustkorb und Zwerchfell wieder heben und senken können.

In den meisten Fällen erreichen wir eine vollständige Ausheilung

In den allermeisten Fällen heilt das Pleuraempyem nach der Behandlung vollständig aus. Ist die Lunge befreit und können sich Zwerchfell und Brustwand wieder uneingeschränkt bewegen, verspüren die Patienten unmittelbar, dass das Atmen erleichtert ist.

Die minimal-invasive Operationsmethode fördert eine schnelle Genesung.

„Die operative Behandlung ist die einzige Möglichkeit, das Pleuraempyem vollständig zu heilen, wenn sich bereits eine Membran an der Lungenoberfläche und Brustwand gebildet hat. “
Prof. Dr. Johannes Bodner, Chefarzt

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