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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Thoraxchirurgie
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Pneumothorax. Lungenkollaps. Operation kann Rückfälle verhindern

Von einem Pneumothorax spricht man, wenn Luft in die Brusthöhle, genauer gesagt in den (Pleura-)Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell eingedrungen ist. Dadurch geht der notwendige Unterdruck, der die Lunge aufspannt, verloren und es kommt zu einem Zusammenfallen des betroffenen Lungenflügels, zu einem Lungenkollaps. 

Geplatzte Lungenbläschen oder Verletzungen als Ursache

In den meisten Fällen stammt die im Pleuraspalt ungewünschte Luft aus der Lunge selbst. Speziell bei jungen, schlanken und großgewachsenen – an sich vollkommen gesunden – Menschen entwickeln sich an der Lungenoberfläche oft kleine Bläschen, welche spontan platzen können, so dass Luft aus der Lunge austritt. Mediziner sprechen dann von einem primären oder Spontan-Pneumothorax.

Andere mögliche Ursachen sind Verletzungen (z.B. durch eine gebrochene Rippe) oder zugrunde liegende chronische Lungengerüst-Erkrankungen. Dann handelt es sich um einen sekundären Pneumothorax, z.B. bei einem Lungenemphysem.

Pneumothorax erfordert einen stationären Aufenthalt zur Überwachung

Nicht selten kann ein Pneumothorax ohne Operation behandelt werden. Fast immer nehmen wir aber die Patienten stationär auf, um bei einer eventuell eintretenden Verschlechterung mit zunehmenden Beschwerden jederzeit rasch reagieren zu können.

Bei lungengesunden und beschwerdefreien Patienten beobachten wir zunächst stationär, ob sich das meist winzige Loch selbständig verschließt und die Lunge sich wieder komplett ausdehnt. In allen anderen Fällen bringen wir unter örtlicher Betäubung eine Drainage in die betroffene Brusthöhle ein, so dass die Luft einfach und schnell abgeleitet wird.

Wenn ein sogenannter Spannungs-Pneumothorax vorliegt, bei dem immer mehr Luft in den Pleuraspalt eindringt und der entstehende Überdruck zu lebensbedrohlichen Einschränkungen der Herz- und Lungenfunktion führt, müssen wir zwingend sofort eine Drainage anlegen.

Wir raten zur Operation, wenn eine Drainage nicht ausreicht

Eine operative Behandlung des Pneumothorax ist angezeigt, wenn sich die Lunge trotz Drainage nicht entfaltet oder über mehrere Tage anhaltend Luft über die Drainage austritt. Bei der Operation suchen wir das Loch in der Lunge auf und verschließen es. Eventuell weitere Bläschen an der Lungenoberfläche entfernen wir möglichst vollständig.

Wir entfernen zudem die innere Auskleidung der Brusthöhle, das Rippenfell oder Pleura, großflächig, damit die Lunge mit der Brustwand verklebt und selbst dann nicht mehr zusammenfällt, wenn wieder ein neues Loch entstehen sollte. Wir raten auch dann zu einer Operation, wenn der Lungenkollaps bereits zum wiederholten Mal aufgetreten ist.

Minimal-invasive Eingriffe bei Lungenkollaps – schonend und schmerzarm

Pneumothorax-Operationen führen wir generell minimal-invasiv, das heißt über zwei bis drei kleine Schnitte schonend und schmerzarm durch.

Über eine Stabkamera wird das Innere der Brusthöhle mit der Lunge auf Monitore übertragen (Video-assistierte Thorakoskopie / VATS); die Hände der Operateure bleiben immer außerhalb des Körpers, operiert wird mit langen, zarten Instrumenten.

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