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Klinikum Bogenhausen

Allgemein-, Viszeral-, Endokrine und Minimal-invasive Chirurgie
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Adipositaschirurgie. Gewicht nachhaltig reduzieren

Der Kampf gegen das krankhafte Übergewicht erfordert viel Willenskraft und Durchhaltevermögen. Denn bei dieser komplexen Erkrankung spielen so viele Faktoren hinein, dass es manche Menschen es einfach nicht schaffen, ihr enormes Gewicht zu reduzieren oder ein erreichtes niedrigeres Niveau zu halten. Für diese Menschen bieten wir die Option der Adipositaschirurgie an: Durch ein Verkleinerung oder Verkürzung der Verdauungswege nehmen die Betroffenen nachhaltig ab.

Adipositas-OP als letzte Therapie-Option

Wer sich für eine Adipositas-Operation entscheidet, sollte wirklich alle anderen Möglichkeiten, das Gewicht zu reduzieren, ausgeschöpft haben. Wir bieten in unserer Adipositas-Tagesklinik, die zur Klinik für Endokrinologie gehört, umfassende und langfristige Programme an – mit Ernährungsberatung, psychologischen Therapien, medizinisch betreuten Bewegungsprogrammen und Gruppen-Einheiten zur gegenseitigen Unterstützung.

Wenn aber kein Weg zu einer Gewichtsreduktion zu führen scheint und massive gesundheitliche Schäden aufgrund des Übergewichts drohen, dann empfehlen wir chirurgische Eingriffe. Jeder sollte sich aber klar darüber sein: Gewicht verhindernde Operationen sind gravierende Eingriffe in das Verdauungssystem, die zum Teil nicht wieder rückgängig zu machen sind.

Enge Kooperation mit unserer Adipositas-Tagesklinik

Ein Teil unserer Patienten war bereits zur Betreuung in unserer Adipositas-Tagesklinik, die in der Klinik für Endokrinologie angesiedelt ist. Diejenigen Patienten, die von außerhalb zu uns kommen, betreuen wir gemeinsam mit der Klinik für Endokrinologie. Dort klären erfahrene Internisten ab, ob nicht hormonelle Ursachen wie eine Schilddrüsen- oder Nebennieren-Erkrankung vorliegen, die zum Übergewicht geführt haben.

In der Adipositas-Tagesklinik können wir auch die sonstigen Untersuchungen durchführen lassen, die von den Krankenkassen für die Kostenübernahme verlangt werden. Doch nicht nur im Vorfeld, sondern auch bei der Nachbetreuung ist die Adipositas-Tagesklinik ein wichtiges Glied in unserer Behandlungskette.

Weitere Informationen zu unserer Adipositas-Tagesklinik

Minimal-invasive Eingriffe, die schnelle Erholung ermöglichen

Wir führen nahezu sämtliche Operationen im Rahmen der Adipositas-Chirurgie im Rahmen von einer Bauchspiegelung durch: Durch kleine Schnitte führen wir ein Rohr mit Lichtquelle und Kamera ein, so dass wir am Monitor unsere einzelnen Arbeitsschritte genau verfolgen können.

Durch weitere millimeterlange Zugänge führen wir dann unser Operationswerkzeug ein. Diese minimal-invasive Operationsmethode hat gerade für Menschen mit viel Bauchfett den Vorteil, dass die Wundheilung unproblematisch und schnell erfolgt. Die Patienten sind schnell wieder auf den Beinen, so dass auch keine anderen Komplikationen, die nach größeren Operationen gelegentlich auftreten, zu befürchten sind.

Klare Untergrenzen, die von den Krankenkassen gezogen werden
Die Krankenkassen sind sehr restriktiv, was die Kostenübernahme bei Adipositas-Operationen angeht. Operationen kommen nur in Frage für Patienten mit einem BMI über 40 oder für Patienten mit einem BMI über 35, wenn zusätzlich schwerwiegende Zusatzerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe oder massive Gelenkprobleme aufgetreten sind.
Die Krankenkassen verlangen, dass die nicht-operativen Therapiemöglichkeiten (ein mindestens sechs-monatiges, ärztlich kontrolliertes Diätprogramm, Ernährungsberatung und Bewegungstherapie) ausgeschöpft und Stoffwechsel-Erkrankungen sowie psychische Störungen, die zu Übergewicht führen könnten, ausgeschlossen sind.

Wir bilden einen Schlauchmagen, der deutlich weniger Nahrung aufnehmen kann

Eine der beiden Operationsmethoden, die wir am häufigsten empfehlen, ist die Bildung eines so genannten Schlauchmagens: Wie der Name schon andeutet, verkleinern wir den beutelartigen Magen während dieses Eingriffs, indem wir den linken unteren Teil des Magens entfernen, so dass nur noch ein Schlauch übrig bleibt, der nur etwa 30 Prozent des ursprünglichen Volumens fasst. Diese Operationsform hat mehrere Vorteile:

Der Pylorus-Muskel, der für die Magenentleerung verantwortlich ist, bleibt bei dieser Operation erhalten, so dass der Verdauungsvorgang weiterhin auf natürliche Weise erfolgt. Mit dem linken Teil des Magenbeutels entfernen wir auch die Regionen, die das appetitanregende Hormon Ghrelin produzieren.

Der Adipositas-Patient empfindet nach der Genesung viel schneller ein Sättigungsgefühl, nimmt nicht mehr so viel Nahrung zu sich und verliert dadurch Gewicht. Viele Patienten berichten auch, dass die unangenehmen Heißhunger-Attacken nach dieser Operation kaum noch auftreten.

Magenbypass verkürzt die Passage, in der Nährstoffe aufgenommen werden

Die zweite Operationsmethode, zu der wir vor allem Patienten mit einer schwer zu bremsenden Nahrungsaufnahme raten, nennen wir Magen-Bypass: Wir schaffen eine Verbindung zwischen einem kleinen oberen Magenteil und dem Dünndarm, so dass wir den größten Teil des Magens und auch einen Teil des Dünndarms als Verdauungsweg ausklinken.

Der Körper nimmt deutlich weniger Nährstoffe aus der Nahrung auf, die Patienten verlieren in der Regel schnell viel Gewicht und die Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes erfahren eine rasche Besserung. Der Vorteil dieser Operation liegt nicht nur im zuverlässigen und schnellen Gewichtsverlust, sondern auch darin, dass sie sich auch für Patienten mit Sodbrennen eignet.

Weitere OP-Formen, die wir ebenfalls anbieten: Magenband, Magenballon

In besonderen Fällen empfehlen wir auch weitere Formen der Adipositas-Chirurgie: Ein Magenband kann den oberen Teil des Magens verengen, ohne dass die Organe selbst angetastet werden.

Ein Magenballon wird vor allem bei extrem übergewichtigen Patienten eingesetzt, die zunächst Gewicht verlieren müssen, damit ihr Gesundheitszustand überhaupt eine Operation zulässt. Der Magenballon wird nicht im Rahmen einer Operation, sondern von unseren versierten Gastroenterologen im Rahmen einer nicht-invasiven Magenspiegelung eingebracht.

Zudem führen wir – in seltenen Fällen – eine biliopankreatische Diversion nach Scopinaro durch: Durch die Operation verkürzen wir den Verdauungsprozess, indem wir lange Passagen des Darms überbrücken, so dass nur noch wenige Nährstoffe in den Körper gelangen.

Zusätzliche Einnahme von Mineralstoffen und Vitaminen

Wer sich auf eine Adipositas-Operation einlässt, muss sich über zwei Konsequenzen im Klaren sein: Zum einen ist die Magen- und Darmanatomie oft nicht mehr vollständig in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen und zum anderen müssen die Patienten wichtige Bestandteile der Nahrung, die sie jetzt nicht mehr auf natürlichem Wege resorbieren, in Tablettenform zu sich nehmen.

Bei allen gängigen Adipositas-Operationsmethoden, ganz besonders nach der Bypass-Operation, ist es zwingend erforderlich, zusätzlich zur Nahrung Vitamine und Mineralstoffe zuzuführen.

Vorteile in der großen Klinik mit Maximalversorger-Qualität

Unsere Viszeralchirurgen verfügen über eine weitgefächerte Erfahrung, da sie in unserer Klinik auch hochkomplexe onkologische Operationen im Bauchraum durchführen. Zudem können wir auf erfahrene Anästhesisten und – für den unwahrscheinlichen, aber dennoch möglichen Fall einer gravierenden Komplikation – auf Intensivmediziner zählen, was für allem für Patienten mit sehr spezifischen Nebenerkrankungen oftmals ein Gefühl der Sicherheit bedeutet.

Nachbetreuung über einen langen Zeitraum hinweg

Die erfahrenen Adipositas-Experten in unserer Klinik für Endokrinologie betreuen die bei uns operierten Patienten weiter: Speziell mit Adipositas-Erkrankungen vertraute Ernährungsberater helfen beim Kostaufbau nach der Operation, geben Tipps für die langfristige Zusammensetzung der Nahrung und legen die erforderliche Dosis für die Nahrungsergänzungsmittel fest.

Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass der Körper trotz der unnatürlich veränderten Verdauungswege gut mit allen Nährstoffen versorgt ist und auch sonstige Begleiterkrankungen eine positive Entwicklung nehmen.