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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Neurochirurgie
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(089) 9270-2021

Hirntumor, Gehirntumor. Lebensqualität erhalten

Eigentlich wollte man nur seine Kopfschmerz- und Schwindelsymptome abklären lassen. Wenn dann die Diagnose "Hirntumor" gestellt wird, ist das für jeden Betroffenen ein Schock. Von Anfang an werden daher unsere Patienten psychologisch unterstützt und von den Psychologen unserer Schwesterklinik des Klinikums Harlaching während der gesamten Behandlung begleitet. Einfühlsam besprechen wir mit unseren Patienten die weiteren Therapieschritte und legen großen Wert auf eine individuelle und integrierte Versorgung. Primäres Ziel ist dabei stets der Erhalt und die Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Durch Kombination modernster, computergestützter Operationsverfahren können kürzere Eingriffszeiten und präzise, schonende und sichere Operationen erreicht werden.

Biospie mittels stereotaktischer Neuronavigation

Ob ein Tumor gut- oder bösartig ist, wird mit Hilfe von Tumorproben geklärt. Unsere Biopsien werden mittels stereotaktischer Neuronavigation durchgeführt und sind daher extrem sicher und präzise, insbesondere wenn es sich um sehr kleine oder ungünstig lokalisierte Veränderungen handelt.

Mit den vorliegenden Röntgenbildern von MRT oder CT wird zunächst virtuell der optimale Zugangsweg dreidimensional vorgeplant. Die hierbei berechneten Koordinaten werden dann intraoperativ auf das Zielgerät übertragen und die Biopsie mittels Neuronavigation durchgeführt. Biopsien werden immer minimal-invasiv durchgeführt, d.h. es werden nur kleine Schnitte benötigt.

Die häufig behandelten Hirntumore (Gehirntumore)

  • Gliom (Astrozytom, Oligodendrogliom, Ependymom, Glioblastom)
  • Meningeom,
  • Hypophysentumor (Hypophysenadenom)
  • Akustikusneurinom
  • Lymphom

Lokalisation des Tumors und seiner Eigenschaften durch funktionelle Untersuchungen

Unabdingbar für die Operationsplanung ist eine präzise Diagnostik, um die genaue Lage des Tumors lokalisieren zu können. MRT- oder CT-Bilder geben erste Hinweise, wo sich der Tumor befindet.

Um herauszufinden, welche Areale vom Tumor beeinträchtigt sind, wird häufig die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) angewendet, in der die funktionellen Gehirnareale, wie die Sprachregion oder die Bewegungszentren abgebildet werden.

Je nach Lokalisation kommen noch weitere spezielle Untersuchungen hinzu wie die Positronen Emission Tomographie (PET) für Stoffwechseluntersuchungen des Gehirns oder die Difusion Tensor Imaging (DIT), um die motorischen Bahnen darzustellen. Beim Fibertracking können die Verbindungen der funktionellen Zentren im Gehirn visualisiert werden.

Als eine der wenigen neurochirurgischen Kliniken Deutschlands können wir mittels navigierter transkranieller Magnetstimulation (nTMS) - der derzeit exaktesten Methode - eine präoperative Kartierung des motorischen Zentrums, des Sprachzentrums sowie der motorischen Faserbahnen durchführen. 

Die morphologischen und funktionellen Bilddaten werden in einen Computer übertragen und zusammengeführt, um eine einzige Bilddatei mit allen wichtigen Informationen zu erhalten. Mit den im Navigationssystem gespeicherten Daten wird nun die Operation zielgenau unter "Assistenz" des Computers durchgeführt.

Operative Tumorentfernung: möglichst vollständig und schonend

Die chirurgische Behandlung von Gehirntumoren ist seit 30 Jahren ein Schwerpunkt unserer Klinik. Bei der chirurgischen Entfernung des Tumors versuchen wir, den Hirntumor so komplett wie möglich zu entfernen und dabei umliegendes Gewebe nicht zu schädigen, um wichtige Hirnfunktionen weitestgehend zu erhalten.

Die Operationen führen unsere Ärzte computergestützt mittels Neuronavigationssystemen durch. Nur so können wir präzise genug arbeiten, um den Tumor auf Bruchteile von Millimetern genau zu erreichen und, wenn möglich, zu beseitigen.

Durch Anfärben des Tumorgewebes mittels einer fluoreszierenden Substanz, die vorher vom Patienten eingenommen wird, kann der Gehirntumor intraoperativ visualisiert werden. Durch die Fluoreszenz kann das Tumorgewebe genau vom gesunden Gewebe unterschieden werden.

Standardmäßig werden unsere Patienten mittels intraoperativem Neuromonitoring überwacht. Durch das Neuromonitoring ist es unseren Ärzten möglich, auch Hirntumore zu operieren, die in der Nähe wichtiger Hirnfunktionen oder Hirnnerven liegen, da während der Operation die Nervenfunktion ständig kontrolliert werden.

Für die optimale Therapie: Alle Experten an einem Tisch

Liegen alle Informationen vor, können unsere Experten in einer interdisziplinären Tumorkonferenz die optimale Therapie festlegen, um eine möglichst restlose Entfernung des Hirntumors zusichern zu können.

Optimale Weiterbehandlung im Haus

Häufig erfordert die Behandlung eines Hirntumors eine Strahlen- oder Chemotherapie. Sie kann bereits OP-vorbereitend oder nach dem Eingriff erfolgen und erhöhen den Behandlungserfolg. Wir arbeiten eng der Strahlentherapie im Haus und mit der Strahlentherapie im Klinikum rechts der Isar zusammen und können so für eine optimale Behandlung und Weiterversorgung unserer Patienten sorgen.