Schädel-Hirn-Trauma. Weitere Schäden verhindern

Schwere Stürze oder Unfälle führen häufig zu Kopfverletzungen. Eine Gehirnerschütterung ist dabei die leichte Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Bei mittelschweren oder schweren Schädel-Hirn-Traumata ist das Gehirn in größerem Maße betroffen und daher eine ernste und sogar lebensbedrohliche Verletzung, die einer schnellen Versorgung bedarf. Bedingt durch das Trauma entstehen häufig Hirnblutungen und ein Hirnödem, also ein Anschwellen des Gehirns. Der Druck im Schädelinneren erhöht sich und die mangelnde Blutversorgung kann weitere Teile des Gehirns schädigen.

Multimodales Neuromonitoring: frühzeitige Erkennung der Strategie

Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen müssen engmaschig überwacht werden. Dabei hilft das sogenannte multimodale Neuromonitoring, das neben dem intrakraniellen Druck (Hirndruck) weitere Körperfunktionen wie z.B. Blutflusswerte, Nervenfunktionen, Sauerstoffpartialdruck oder die Hirntemperatur misst.

Durch einen kleinen Eingriff werden die benötigten Messsonden von unseren Chirurgen im Gehirn angeordnet. Verändern sich die Parameter, werden diese schnell und genau über das Neuromonitoring erfasst. Daraus lassen sich Erkenntnisse für die richtige Behandlung unserer Patienten gewinnen. Ohne das Neuromonitoring könnten Patienten sonst schwere Folgeschäden davontragen.

Mikrochirurgische Operation – Blutungen stoppen, Hirndruck kontrollieren

Primäres Ziel unserer Behandlung ist es, unsere Patienten zu stabilisieren und für das Gehirn und andere Organe mögliche Folgeschäden zu verhindern. Mikrochirurgisch werden Blutungen gestillt und entstandene Blutergüsse entfernt.

Schwer betroffene Patienten versetzen wir über mehrere Tage und Wochen in ein künstliches Koma, um den Organismus zu schonen. Im künstlichen Koma benötigt das Gehirn weniger Nährstoffe und Durchblutung und hat so Zeit zu regenerieren.

Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen müssen engmaschig überwacht werden. Dabei hilft das sogenannte Neuromonitoring, das neben dem Druck im Schädelinneren weitere Körperfunktionen wie z.B. Blutflusswerte und Nervenfunktionen misst. Durch einen kleinen Eingriff werden die benötigten Messsonden von unseren Chirurgen im Gehirn angeordnet.

Eine Entlastungskraniektomie, also eine Entfernung von Teilen des Schädeldachs, wird nur dann durchgeführt, wenn der steigende Hirndruck trotz intensiver medikamentöser Gegenmaßnahmen das Gehirn weiter zu schädigen droht. Durch die Entfernung des Schädeldachs erhält das angeschwollene Gehirn mehr Platz und der Druck im Schädelinneren sinkt. Ist die Schwellung zurückgegangen, werden die entfernten Knochenpartien wieder eingesetzt.

Umfassende Versorgung auf unserer Neuro-Intensivstation

Patienten, die sich im künstlichen Koma befinden, benötigen eine umfassende und abgestimmte Versorgung.

Unsere erfahrenen und speziell ausgebildeten Intensiv-Pflegekräfte haben jederzeit unsere Patienten im Blick und können unmittelbar auf Veränderungen oder Komplikationen des Patienten reagieren.

Bei Bedarf können wir schnell auf die spezielle Expertise der Kollegen anderer Abteilungen zurückgreifen, wie zum Beispiel der Neurologie, Radiologie oder Anästhesie.

Frühe Rehabilitation für optimalere Regeneration

Ist der Patient stabil, wird die Narkose langsam beendet und der Patient erlangt wieder das Bewusstsein. Nun beginnt die Phase der Frührehabilitation, bei der wir eng mit der neurologischen Abteilung unserer Klinik kooperieren.

Je früher die Reha begonnen werden kann, desto günstiger kann sie die weitgehende Erholung der Hirnfunktionen begünstigen und die Selbstheilungskräfte des Gehirns unterstützen.