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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Neurologie, Neurophysiologie, Neuropsychologie und Stroke Unit
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(089) 9270-2931

Parkinson-Therapie. Wirksam durch hohe Therapieintensität

Tremores und Parkinson-Syndrome sind die häufigsten, oft stark behindernden Bewegungsstörungen des Erwachsenenalters. Ihre Diagnostik und Therapie haben sich in den letzten Jahren stark fortentwickelt. In unserer Klinik können alle neurologischen Bewegungsstörungen diagnostiziert und nach modernsten Standards behandelt werden - sowohl teilstationär in unserer Tagesklinik als auch im stationären Rahmen.

Alle bewährten, modernen diagnostischen Untersuchungsverfahren stehen bereit

Zur Diagnostik stehen neben allen Methoden der modernen strukturellen Bildgebung auch nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren zur Verfügung. Außerdem sind alle gängigen elektrodiagnostischen Verfahren einsetzbar und werden durch z.B. autonome Funktionstests, neuropsychologische Testverfahren und Labor- bzw. Liquordiagnostik ergänzt. Bei Bedarf können Sprech-, Sprach- und Schluckstörungen differenziert diagnostiziert und behandelt werden.

Parkinson-Therapie bieten wir auch für seltene Formen der Erkrankung

Bei der Parkinson-Erkrankung kommen neben medikamentösen oralen Therapien in der zweiten Hälfte des Erkrankungsverlaufs auch die Versorgung mit einer Apomorphin- oder Levodopagel (Duodopa)-Pumpe in Betracht, die hier eingeleitet und eingestellt werden kann.

Die tiefe Hirnstimulation stellt ein bewährtes Verfahren zur Behandlung therapieschwieriger motorischer Parkinson-Probleme dar, das wir in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurochirurgie anbieten. Von der präoperativen Abklärung über die Operation bis zur operativen Nachbetreuung und Therapieoptimierung wird die Patientinnen und Patienten in unserem Hause umfassend betreut. 
>> Informationen zur tiefen Hirnstimulation in München Bogenhausen

Multimodale Komplexbehandlung: mit kombinierter Intensivtherapie der Krankheit entgegenwirken

Die Dauer der stationären Komplexbehandlung erstreckt sich meist über zwei bis drei Wochen, in denen eine kompetente medizinische Betreuung mit rehabilitativen Maßnahmen verbunden wird. Wir bieten individuell zusammengestellt Therapiestunden aus mindestens drei Bereichen an. Die Komplexbehandlung eignet sich für Parkinsonpatienten im mittleren bis späten Stadium ihrer Erkrankung einschließlich der atypischen Parkinsonformen (MSA/PSP).

Wann ist eine Komplexbehandlung vielversprechend, wann weniger?

  • Bei Bewegungseinschränkungen, die nicht durch einfache Medikamentenanpassung aufzufangen sind, insbesondere Fluktuationen oder Dyskinesien
  • Bei fortschreitender Gangstörung mit häufigen Stürzen
  • Bei weiteren Parkinson-bezogenen Problemen wie Dysarthrie oder Dysphagie, Depression oder eine beginnende dementielle Entwicklung.

Die Behandlung eignet sich weniger, wenn die Zustandsverschlechterung nicht durch die Erkrankung selbst, sondern z. B. durch internistische Akuterkrankungen oder eine schwere Demenz bedingt ist.

Die Komplexbehandlung geht auf die vielfältigen krankeitsbedingten Aspekte ein:

  • Physiotherapie
    Mit Physiotherapie werden große Bewegungen trainiert, eine Kräftigung erreicht und die Ausdauer gesteigert. Ziel ist die Erhaltung der Mobilität, Gangtraining, eine Verbesserung des Gleichgewichts und der Haltung. Es soll Stürzen vorgebeugt werden und gezielte Hilfestellungen bei Freezing erprobt werden.
  • Ergotherapie
    Ziel der Ergotherapie ist eine Verbesserung der Feinmotorik und der Koordination. Es werden Fertigkeiten des täglichen Lebens trainiert. Dazu gehören auch Schreibtraining und Kunsttherapie sowie Hilfsmittelberatung und -versorgung.
  • Logopädie
    Unsere Logopäden diagnostizieren und therapieren Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Mit dem auf Sprechlautstärke und Deutlichkeit abzielenden Lee Silverman Voice Training wird gezielt die Kommunikationsfähigkeit und damit die Teilhabe am Alltagsleben verbessert.
  • Neuropsychologie
    Ziele der Neuropsychologie sind Testung, Training und Anleitung zum Selbsttraining neurokognitiver Defizite (u. a. Störungen der Aufmerksamkeit, des Problemlösens, des Gedächtnisses), z. B. in der Problemlösegruppe oder als PC-Training. Unsere Neuropsychologen beraten Angehörige und beurteilen die Fahreignung mit.
  • Verhaltenstherapie
    Wir schulen die Patient/innen und ihr Umfeld im richtigen Umgang mit der Krankheit, damit diese weniger als Belastung und Stress erlebt und die Alltagskompetenz verbessert wird (Psychoedukation). Dabei werden auch Begleiterkrankungen wie Depression und Angst beachtet. Gruppenpsychotherapie zur Verbesserung der Lebensqualität, Rollenspiele, das Training sozialer Fertigkeiten und die Arbeit mit Angehörigen können dabei eine wichtige und positive Rolle spielen.  
  • Sozialdienst
    Unser Sozialdienst berät und begleitet bei psychosozialen Fragen im Zusammenhang mit der Erkrankung (Rehabilitation, Arbeitsleben, Rente, Unterstützung im Alltag, Pflegestufe, Pflegedienst, Sozialstation, Schwerbehindertenausweis, Heimplanung). Außerdem unterstützt er bei der Vermittlung und Organisation von bedarfsgerechten Hilfen.
  • Aktivierende Pflege
    Ziel der aktivierenden Pflege ist der kompetente Umgang mit Defiziten, die Sicherstellung der regelmäßigen Medikamenteneinnahme, Beweglichkeitsprotokolle und Hilfestellung bei der Mobilisation. Unsere speziell geschulten Pflegekräfte stehen in engem Kontakt mit den Angehörigen und beraten im Umgang mit der Krankheit.
  • Medikamentöse Therapie
    Unsere Ärzte optimieren die medikamentöse Therapie (auch zur geplanten Einstellung auf eine Levodopa-Gel/Duodopa-Pumpe oder Apomorphin-Pumpe kann sich die Komplexbehandlung eignen). Begleiterkrankungen, die mit Parkinson einhergehen, werden in enger Kooperation mit anderen Fachabteilungen unserer Klinik behandelt.

Gerne stellen wir Ihnen, Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin unser Behandlungsangebot persönlich vor. Bitte nutzen Sie unsere Kontaktmöglichkeiten.