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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Neurologie, Neurophysiologie, Neuropsychologie und Stroke Unit
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Die tiefe Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung und Tremor

Die tiefe Hirnstimulation kommt in erster Linie für Patienten mit einer idiopathischen Parkinson-Erkrankung in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium in Frage, bei denen medikamentös nicht beherrschbare motorische Komplikationen vorliegen. Patienten mit atypischen Parkinson-Syndromen wie einer MSA (Multisystematrophie) oder einer PSP (progredienten supranukleären Blickparese) profitieren nicht von diesem Verfahren. 

Wesentliche Auswahlkriterien für tiefe Hirnstimulation

Als wesentliche Auswahlkriterien gelten derzeit:

  • schwere Off-Phasen mit einer ausgeprägten Bewegungsunfähigkeit (Akinesie), die z. B. das Gehen behindert und die Mobilität erheblich einschränkt
  • ausgeprägte medikamenteninduzierte Überbewegungen (Dyskinesien) mit funktioneller Beeinträchtigung
  • schwerer, hochamplitudiger Parkinsontremor, der die Alltagsverrichtungen behindert.

Welche Patienten profitieren am meisten von der Behandlung?

Für die Indikationsstellung ist von entscheidender Bedeutung, ob sich die Off-Phasen-Symptome nach Gabe einer ausreichenden Levodopa-Dosis verbessern. Grundsätzlich sprechen auf die tiefe Hirnstimulation nur diejenigen Symptome an, die auch durch L-Dopa gebessert werden.

Ideale Kandidaten haben unter bester Medikamentenwirkung praktisch keine Parkinsonsymptome, leiden aber unter den Wirkschwankungen der Medikamente mit häufigen Unbeweglichkeitsepisoden oder störenden Überbewegungen. Eine Besonderheit stellt der Parkinsontremor dar, der hervorragend auf die tiefe Hirnstimulation ansprechen kann, selbst wenn vorher keine signifikante Besserung im Levodopatest festzustellen war.

Die Hochfrequenzstimulation eines Teilgebiets des Thalamus (sog. VIM-Kern) ist in Deutschland zur Behandlung des essentiellen Tremors zugelassen. Die Wirksamkeit der Stimulation auf den Handtremor ist erwiesen. Ein Kopf-, Stimm- oder Zungentremor lässt sich im Allgemeinen weniger gut und nur mit beidseitiger Stimulation bessern, wobei hier das Risiko einer Sprechstörung steigt.

Der Eingriff ist bei denjenigen Patienten möglich, die unter einer bis an die Verträglichkeitsgrenze ausdosierten Medikation weiterhin eine bedeutsame Behinderung in den Aktivitäten des täglichen, beruflichen und/oder sozialen Lebens durch den Tremor aufweisen.

Wichtige Ausschlusskriterien für eine Operation sind

  • eine schwere Gleichgewichts- oder Gangstörung trotz optimaler Medikamentenwirkung,
  • eine Demenz,
  • eine deutliche Hirnatrophie (Aufweitung der Hirnwindungen),
  • eine Blutungs- oder Infektneigung oder
  • ein stark reduzierter Allgemeinzustand.

Ein höheres Lebensalter allein ist bei gutem Allgemeinzustand nicht unbedingt ein Ausschlussgrund für die Operation. Der zu erwartende Nutzen ist zumindest bei Parkinson-Patienten über 70 Jahren aber geringer als bei jüngeren Patienten, und die Risiken, insbesondere einer Verschlechterung des Gehens oder der geistigen Leistungsfähigkeit, sind höher.

Vorgestellt: Therapieangebot, Mitarbeiter, Anmeldung & Kontakt

Tremores und Parkinson-Syndrome sind die häufigsten Bewegungsstörungen des Erwachsenenalters. Auf ihre Diagnostik und Therapie sind wir spezialisiert.

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