Verbrennungsmedizin. Brandverletzungen und Narbenkorrektur

Brandverletzungen – ausgelöst durch Flammen, heiße Flüssigkeiten, Chemikalien, Strom oder sogar Medikamente – können ein derart schweres Maß annehmen, dass sie das Leben der Patienten bedrohen oder eine jahrelange Behandlung erfordern.

Rundum-Versorgung in einem großen Zentrum für Schwerbrandverletzte

Brandverletzungen, die mehr als 20 Prozent der Haut betreffen oder bei denen das Gesicht, die Lunge oder die Genitalien großflächig verletzt sind, bedürfen unbedingt einer intensiv-medizinischen spezialisierten Behandlung der Verbrennung.

Je älter die betroffenen Erwachsenen sind, desto kritischer ist der Zustand einzuschätzen.

Eine Faustregel besagt, dass die Situation als lebensbedrohlich einzuschätzen ist, wenn der Anteil der verbrannten Hautfläche plus das Alter der Betroffenen 100 überschreitet.

Als eines der großen deutschen Zentren für Schwerbrandverletzte halten wir acht Betten für die spezielle intensiv-medizinische Behandlung von Brandverletzungen vor.

Dort arbeiten speziell ausgebildete Verbrennungschirurgen eng zusammen mit Anästhesisten und erfahrenen Intensiv-Pflegekräften und versorgen die Schwerbrandverletzten nach bewährten Behandlungskonzepten.

Bei zusätzlichen weiteren Verletzungen, wie sie etwa bei Unfällen oder Explosionen häufig auftreten, ziehen wir sofort Unfallchirurgen, Lungenfachärzte oder Neurochirurgen aus unserem großen Städtischen Klinikum hinzu.

Mit koordinierten Maßnahmen Schwerbrandverletzte stabilisieren

Die Schwerbrandverletzten, die bei uns mit dem Hubschrauber oder dem Notarztwagen eintreffen, behandeln wir zunächst in einem speziellen Aufnahmeraum.

Bei Aufnahme erhalten die Patienten als erste Maßnahme einen Katheter für stabilisierende Medikamente und – falls erforderlich – eine Beatmung.

Schwerbrandverletzte werden in der Regel in ein künstliches Koma versetzt, damit sie die starken Schmerzen nicht aushalten müssen.

In einer speziellen Badewanne reinigen wir die Patienten dann, entfernen die Verbrennungspartikel und untersuchen das Ausmaß und die Tiefe der Verbrennungen.

Aufgrund dieses ersten Befundes können wir einen vorläufigen Behandlungsplan erstellen.

Bei Verbrennungen, die Gliedmaßen oder Brustkorb in der kompletten Umrundung betreffen, müssen wir im Rahmen einer schnell eingeleiteten Operation Entlastungsschnitte setzten, da die verbrannte Haut sich nicht ausdehnen kann und das anschwellende Gewebe darunter absterben könnte. 

Bei schweren Brandverletzungen decken wir Wunden mittels Hauttransplantation ab

Spezielle Intensivboxen, strenge Sterilitätsregeln

Nach dem Reinigungsbad und den notwendigen operativen und diagnostischen Maßnahmen legen wir die Patienten in ein steriles Bett in einer isolierten kleinen Einheit.

In diesen »Intensivboxen« herrscht eine Raumtemperatur von 25 bis 32 Grad Celsius.

Wir behandeln den Patienten gemäß strenger Sterilitätsregeln: Sterile Kittel, Handschuhe und Mundschutz, die sämtliche Ärzte und Pflegekräfte bei den Behandlungen anlegen, schützen die Patienten.

Bei schweren Brandverletzungen können wir nach etwa 36 Stunden beginnen, die verbrannte Haut zu entfernen und abzudecken, indem wir Haut aus nicht betroffenen Körperregionen transplantieren.

Falls die Verbrennungen große Flächen umfassen, kann sich diese Behandlung über Wochen hinziehen, da wir etwa zwei Wochen warten müssen, um von der gleichen unverletzten Hautstelle nochmals Haut für eine Transplantation entnehmen zu können.

Sobald alle Hautflächen gedeckt sind, können die Patienten die Intensivstation verlassen. Sie bleiben dann auf einer Station in unserer Klinik für Plastische Chirurgie, bis alle Wunden komplett geheilt sind, und schließen dann meist gleich eine Rehabilitationsbehandlung an.

Große Sorgfalt und viel Erfahrung bei Operationen mit Mikroskopen

Wenn wir körpereigenes Gewebe aus anderen Körperregionen entnehmen und an betroffene Stellen verpflanzen, können wir uns die Unterstützung durch moderne Mikroskope verlassen. Somit ist es uns möglich, auch die kleinsten Gefäße sorgfältig miteinander zu verbinden und somit eine gute Funktion des Gewebes, aber auch ein optisch gutes Ergebnis zu erreichen.

Unsere erfahrenen Plastischen Chirurgen sehen gerade im freien Gewebetransfer die besten Chancen, um die Folgen von Verbrennungen – sowohl körperlicher als auch seelischer Natur – zu verringern und eine gute Lebensqualität zu erreichen.

Narben und Hautverkürzungen

Kompressionsanzüge und spezielle Therapiekonzepte helfen, wulstige Narben zu vermeiden

Sobald die Wunden verheilt sind, beginnen wir sofort mit der Nachsorge. Um wulstige Narben zu vermeiden, verordnen wir maßgefertigte Kompressions-Mieder, Handschuhe, Strümpfe oder gar ganze Anzüge, die einen kontinuierlichen Druck auf die Wunden ausüben.

Kleine Silikoneinlagen ergänzen die Kompressionsanzüge, vermeiden Druckstellen und können gezielt gegen die Narbenbildung eingesetzt werden. Physio- und ergotherapeutische Therapien helfen den betroffenen Patienten, ihre Beweglichkeit zurückzugewinnen und verhindern, dass sich die Hautregionen durch die Narben verkürzen.

Sprechstunde für Narbenkorrekturen

In einer speziellen Verbrennungssprechstunde betreuen wir die von uns in der Ersttherapie behandelten Brandverletzten.

Viele Patientinnen und Patienten kommen auch von weit her in diese Sprechstunde und lassen sich über eine Narbenkorrektur beraten.

Unsere Ärztinnen und Ärzte besprechen dann in Ruhe mit Ihnen als Patienten, welche Verbesserungen durch operative Maßnahmen zu erreichen wären.

Korrektur-Operationen ermöglichen Bewegungen und mindern Entstellungen

Wir haben uns neben der akuten Versorgung von Brandverletzungen darauf spezialisiert, Haut-Verkürzungen, Narben und Entstellungen zu korrigieren, die durch Brandverletzungen entstanden sind.  

Im Rahmen von Korrektur-Operationen können wir Verkürzungen der verbrannten Haut, so genannte Kontrakturen, beseitigen. Oftmals sind die Hände der Patienten von diesen Kontrakturen betroffen und sie sind dadurch in Beruf und Alltag eingeschränkt, weil sie die Finger nicht mehr richtig bewegen können.

Mittels eines freien Gewebetransfers, bei dem wir Gewebe aus nicht betroffenen Regionen entnehmen und verpflanzen, können wir – neben den Handkorrekturen – beispielsweise auch Entstellungen im Gesicht abmindern, starke Verkürzungen in der Halsregion beseitigen oder die Haut in den Achselhöhlen verlängern, so dass die Patienten ihre Arme wieder anheben können.

Auch können wir Augenbrauen rekonstruieren oder die Regionen ausdehnen, in denen den Patienten wieder eigene Haare wachsen.

Besonders Engagement für Brandverletzte aus Krisengebieten

In Krisenregionen und Entwicklungsländern haben schwer Brandverletzte keine Chance auf eine angemessene Behandlung ihrer Verletzungen.

Da er diesen Betroffenen jedoch helfen wollte, hat Prof. Dr. Wolfgang Mühlbauer, der frühere Chefarzt unserer Plastischen Chirurgie, bereits 1985 einen gemeinnützigen Verein gegründet, den Verein zur Förderung Brandverletzter e.V.

Verein zur Förderung Brandverletzter e.V.

Der Verein ermöglicht durch private Spenden, Brandopfer aus Krisenregionen, auf die humanitäre Gesellschaften hinweisen, unentgeltlich behandeln zu können. Unser heutiger Chefarzt Prof. Dr. Milomir Ninkovic hat den Vorsitz dieses Vereins übernommen. 

Informationen zum Verein zur Förderung Brandverletzter e.V

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