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Klinikum Bogenhausen

Geschichte des Klinikums Bogenhausen

Die Eröffnung des Städtischen Klinikums München-Bogenhausen 1984 weist – medizinisch-historisch gesehen – Parallelen zur Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses auf, des heutigen Sitzes der Medizinischen Universitätsklinik Innenstadt in der Ziemssenstraße. 

Vorgeschichte und Parallelen zur Errichtung des Klinikums

Als im Jahr 1813 das vor dem Sendlinger Tor erbaute Allgemeine Krankenhaus seiner Bestimmung übergeben wurde, ordnete der König im selben Jahr die Schließung der wichtigsten bisherigen Münchner Hospitäler an, nämlich das der Elisabethinerinnen (in der heutigen Mathildenstraße), das Anna-Krankenhaus (in der heutigen Blumenstraße) und das Stadtbruderhaus (in der heutigen Kreuzstraße).

Mit dem Übergang vom Sozialasyl, für das die geistliche Fürsorge und die caritative Pflege der Siechen im Vordergrund stand, zu einem neuartigen Krankenhaus für "heilbar Kranke" war gleichzeitig eine Verbesserung der Krankenversorgung verbunden.

Das gleiche Ziel, nämlich die Verbesserung der Patientenversorgung, verfolgten die Münchner Stadtväter in den frühen Siebzigerjahren durch die Planung und Errichtung des neuen Städtischen Krankenhauses München-Bogenhausen.

Mit der Inbetriebnahme dieses neuen großen Krankenhauses im Jahre 1984 konnte die Verbesserung der Krankenversorgung zum einen durch die Zentralisierung – mit der Schließung dreier kleinerer Städtischer Krankenhäuser – und zum anderen durch ein verbessertes medizinisches Angebot erreicht werden.

Bei den 1984 aufgelassenen kleineren Krankenhäusern handelte es sich nicht um primär als Krankenhäuser konzipierte Einrichtungen, sondern um lang andauernde Provisorien aus der Nachkriegszeit. So war das seit 1946 bestehende – vorerst nur für vier Jahre als Provisorium vorgesehene – Städtische Krankenhaus München-Oberföhring von 1939 bis 1945 ein Luftwaffenlazarett der Deutschen Wehrmacht.

Das Städtische Krankenhaus München-Pappenheimstraße wurde 1946 im ehemaligen Gebäude der Bayerischen Kadettenanstalt eingerichtet; es diente erst einmal als Lazarett, später bis 1951 als Hilfskrankenhaus der Stadt München für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Das Städtische Krankenhaus Kempfenhausen stand im Park eines Schlosses am Starnberger See mit 500-jähriger Geschichte. Dieses Haus wurde während des Krieges als Lazarett ausgebaut, nahm in der Nachkriegszeit Tbc-Kranke auf, später auch allgemeininternistische Patienten. Auch aus dem Städtischen Krankenhaus München-Thalkirchner Straße wurde eine Abteilung, die städtische urologische Abteilung, mit 65 Betten in das neue Krankenhaus übernommen.

Das Klinikum München-Bogenhausen ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass sich die Krankenhausarchitektur dem Fortschritt in der Medizin ständig anpassen muss. Während Ende des 19. Jahrhunderts die Krankenhäuser im Pavillon-Stil gebaut wurden – um den Hospitalismus einzudämmen – entstehen die jetzigen Krankenhäuser als Folge der Spezialisierung in der Medizin. Das Krankenhaus München-Bogenhausen stellt ein Kompaktkrankenhaus dar, das alle ärztlichen und versorgenden Dienste unter einem Dach beherbergt.

Zeittafel

17.12.1969

Der Stadtrat der Landeshauptstadt München gibt den Planungsauftrag für den Neubau des Krankenhauses München-Bogenhausen 

28.01.1972
Das Preisgericht vergibt den 1. Preis an das Münchener Architekturbüro Roemmich und Partner 

03.04.1974
Projektgenehmigung mit Beschluss des Stadtrats 

16.01.1975

Beauftragung des Büros Teamplan, Tübingen, für dieBetriebsablaufplanung und Bauberatung 

13.05.1976

Der Stadtrat beschließt eine Bettenreduzierung von 1.254 auf 1.000 Betten 

05.05.1977

Fachliche Bewilligung des Krankenhauses durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung 

26.10.1977
Grundsteinlegung

22.02.1979
Beschluss des Gesundheitsausschusses über die fachliche Gliederung und den Einbau einer Brandverletztenstation anstelle einer Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe 

26.10.1979
Richtfest

29.07.1982
Umzug der Verwaltung in den Neubau

22.02.1983

Fachliche Billigung der Einrichtung mit Kostenreduzierung um 14 Mio. DM 

09.12.1983
Einweihungsfeier

08.04.1992
Stadtratsbeschluss, die Städtischen Krankenhäuser Münchens vom Regiebetrieb in Eigenbetriebe umzuwandeln 

01.07.1993

Das Krankenhaus München-Bogenhausen wird seither als Eigenbetrieb geführt 

ab 01.01.2005
Das Klinikum Bogenhausen gehört zum Städtischen Klinikum München GmbH