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Klinikum Bogenhausen

Klinik für Frührehabilitation und Physikalische Medizin
Ihr Kontakt zu unserer Abteilung

(089) 9270-2401

Neurologische Frührehabilitation

In der Klinik für Frührehabilitation werden Patientinnen und Patienten mit schwersten funktionellen Einschränkungen bereits während der akutmedizinischen Therapie durch unser multiprofessionelles Rehabilitationsteam behandelt.

Schwerpunkt Dysphagie: Wieder selbstständig schlucken lernen

Schluckstörungen treten oft nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirntrauma auf. Um zu vermeiden, dass Speichel, Nahrung oder Erbrochenes in die Lunge gelangt, müssen unsere Patienten mit Hilfe einer Trachealkanüle geschützt werden.

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Behandlung und Therapieziel ist daher, die Schluckfunktion diagnostisch zu analysieren, um mit den Logopäden die Schluckfunktion soweit zu verbessern, dass die Trachealkanüle entfernt werden und die Patienten die gestörte Schluckfunktion kompensieren können, das heißt, wieder essen zu können.

Schluckdiagnostik zur Abklärung des Schluckvorgangs

Um eine für unsere Patienten individuelle Therapie einleiten zu können, analysieren  die Ärzte in Zusammenarbeit mit den Logopäden die Störung des Schluckaktes.

Mithilfe der Videoendoskopie und der radiologischen kinematografischen Untersuchung des Schluckaktes kann das Dysphagieteam  wichtige Informationen über den Schluckvorgang erhalten und so gezielte Therapiemaßnahmen einleiten. 

Enge fachübergreifende Zusammenarbeit zum Wohle unserer Patienten

Als Fachklinik für neurologische Frührehabilitation arbeiten wir eng mit der Neurochirurgie und der Neurologie zusammen. Falls während des Aufenthalts weitere fachspezifische Therapien oder Operationen notwendig sein sollten, können unsere Patientinnen und Patienten ohne zeitliche Verzögerung von der entsprechenden Fachabteilung innerhalb des Krankenhauses behandelt werden.

„Unsere Pflegetherapeuten sind ein wichtiger Baustein in unserem Behandlungsteam. Fürsorglich leiten sie die Patienten zu selbstständigen Handeln an, so dass sie in ihren Alltagskompetenzen gefördert werden.“
Dr. Nina Hackelsberger

Ziele der neurologischen Frührehabilitation im Überblick

Zusätzlich zu der akutmedizinischen Weiterbehandlung sind Ziele der Frührehabilitation:

  • Verbesserung des Bewusstseins
  • Vegetative Stabilisierung
  • Tonusregulation
  • Vermeidung sekundärer Komplikationen
  • Sicherung bei Selbst- und Fremdgefährdung
  • Trachealkanülenmanagement und -entwöhnung
  • Sicherung der enteralen Ernährung
  • Diagnostik und Behandlung Schluckstörung
  • Oraler Kostaufbau unter Aufsicht
  • Kommunikationsaufbau
  • Reorientierung
  • Funktionsanbahnung Rumpf/Kopfkontrolle
  • Wahrnehmungsförderung
  • Mobilisierung Bettkante/Rollstuhl
  • Mobilisierung Stand/Schritte
  • Teilselbständigkeit ADL

Je früher die rehabilitative Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen auf eine Wiederherstellung dieser Funktionen.

Ein multidisziplinäres Team garantiert eine optimale Rehabilitation

Wir arbeiten in einem interdisziplinären spezialisierten Team aus Fachärzten, Therapeuten und Pflegekräften, die sich in regelmäßigen Teambesprechungen über den Stand der medizinischen und rehabilitativen Therapien austauschen und die Therapiepläne in enger Abstimmung optimieren. Die Erarbeitung des Therapieplans sowie die gesamte Teamarbeit sind sorgfältig auf die Belastbarkeit und  Funktionsdefizite der Patientinnen und Patienten abgestimmt. 

In unserer Klinik können wir erfahrene und professionell weitergebildete Therapeuten folgender Disziplinen einsetzen:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Rehabilitationspflege
  • Logopädie
  • Psychologie
  • Sozialpädagogik

Ziel unserer Therapie ist immer die Verbesserung der verbliebenen Fertigkeiten und Fähigkeiten unserer Patienten in den Bereichen

  • Bewusstsein
  • Orientierung
  • Kommunikation
  • Schlucken
  • Wahrnehmungsförderung
  • Funktionsverbesserung bei Lähmungen
  • Mobilisierung
  • Teilselbstständigkeit bei alltagspraktischen Tätigkeiten

Aktivierende Pflege zur Rückerlangung der Selbstständigkeit

Unsere Pflegetherapeuten sind ein wichtiger Baustein in unserem Behandlungsteam. Fürsorglich und belastungsorientiert aktivieren sie bei Aktivitäten des Alltags, wie, Waschen, Lageveränderungen im Bett, zu Sitzen, in den Stand, um nur wenige Funktionen zu nennen. Sie leiten sie dabei in ihrem alltäglichen Umgang zu selbstständigen Handeln an, so dass sie unsere Patienten in ihren Alltagskompetenzen fördern. 

Beratung und Unterstützung der Angehörigen

Unsere Ärzte und Psychologinnen  beraten und unterstützen gemeinsam mit der Sozialpädagogin die Patientinnen und Patienten und die  Angehörigen. Die Sozialpädagogin  berät und unterstützt die Angehörigen und Patientinnen und Patienten in Fragen der weiterführenden Rehabilitation und der weiteren Versorgung, sei es zu Hause oder in einem Pflegeheim 

Hinweise für unsere Zuweiser

Unser medizinisches Spektrum. Patientenübersicht

Aufgenommen werden alle Patientinnen und Patienten der neurologischen Rehabilitation, Phase B nach BAR-Phasenmodell, also alle Patienten mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen (wie z.B. Hirnblutungen, Hirnstamminfarkte, schwere critical illness Polyneuropathien/septische Enzephalopathien)  nach der Akutphase (Operation, intensivmedizinische Behandlung, Stroke-Unit) mit

  • absaugpflichtigem Tracheostoma
  • beaufsichtigungspflichtiger Schluckstörung
  • Vigilanzeinschränkung  und mit Selbst-/Fremdgefährdung
  • Orientierungstörung
  • Einschränkung der Kommunikation
  • Motorischer Barthel <30

und weiterbestehenden akutmedizinischen Erkrankungen.

Mögliche Aufnahmeindikationen

  • beaufsichtigungspflichtige Schluckstörung
  • absaugpflichtiges Tracheostoma
  • Vigilanzstörung
  • Selbst-Fremdgefährdung
  • Orientierungsstörung
  • Kommunikationseinschränkung
  • motorischer Barthel Index < 30
  • weiter bestehende akutmedizinische Behandlungsbedürftigkeit

Patienten mit maschineller Beatmung und intermittierender Dialyse können wir nicht aufnehmen.