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Klinikum Harlaching

Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin
Ihr Kontakt zur Kardiologie

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Strukturelle Herzerkrankungen. Das Herz vor größerem Schaden schützen

Herzklappen können verengt (Klappenstenose) sein oder sich nicht mehr richtig schließen (Klappeninsuffizienz). Beide Formen der Herzklappenerkrankungen führen zu ähnlichen Beschwerden: verminderte Leistungsfähigkeit, Luftnot bei Belastung, Schwindel und Wasseransammlungen.

Medikamente können bei einem Herzklappenfehler, die ein mechanisches Problem darstellen, in aller Regel nur die Symptome lindern, nicht jedoch die Prognose verbessern. Die Klappenfehler selbst können nur durch operative Eingriffe korrigiert werden. Dabei wählen wir den Zeitpunkt so, dass eine dauerhafte Schädigung des Herzens und die damit verbundene Einschränkung der Lebenserwartung vermieden werden.

Exakte und umfassende Diagnostik im modernen Echokardiographielabor

In unserer Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin untersuchen wir die Klappenerkrankung mit spezialisierten Diagnose-Verfahren. Die exakte Darstellung des Klappenfehlers ist für die Wahl der richtigen Therapie unerlässlich.

Durch die Echokardiographie können wesentliche Erkenntnisse über Herzgröße, -funktion, Herzklappenfunktionen, etc. gewonnen werden.

In unserem modernen Echokardiographielabor werden mit High-End-Geräten 2D- und 3D-Echokardiographien transthorakal und transösophageal durchgeführt. Desweiteren kommen Kontrastmittel-gestützte Echokardiographieverfahren sowie Stressechokardiographien unter ergometrischer oder medikamentöser Belastung (Dobutamin-Stressechokardiographie) zur Anwendung.

Wir führen jährlich mehrere tausend echokardiographische Untersuchungen ambulant oder stationär in neuester Technik durch und speichern die Ergebnisse digital.

Wir verfügen über modernste bildgebende Verfahren

  • Herzultraschall, Schluckecho und 3D-Ultraschall
  • Kernspintomographie des Herzens
  • Computertomographie des Herzens
  • Szintigraphie-Untersuchung von Anatomie und Durchblutung des Herzens

Häufig ist zur abschließenden Beurteilung auch eine Herzkatheter-Untersuchung notwendig. Hierbei werden auch das rechte Herz und der Lungenkreislauf untersucht. Aufgrund unseres breiten Diagnose- und Behandlungsspektrums können wir die Therapie individuell auf die Situation unserer Patientinnen und Patienten abstimmen.

Leistungsspektrum im Überblick

Ein Schwerpunkt der Klinik liegt in der minimal-invasiven Behandlung struktureller Herzkrankheiten:

  • Nicht-invasive Herzklappendiagnostik mittels transthorakaler und transösophagealer Echokardiographie sowie 3-dimensionaler Echokardiographie in Ruhe und unter Belastung
  • Hämodynamische Diagnostik von Herzklappenerkrankungen mit Rechts- und Linksherzkatheter in Ruhe und unter Belastung inklusive simultaner Echokardiographie
  • Ballonvalvuloplastie der Aorten- und Mitralklappe
  • Mitralklappen-Clipping (MitraClip)
  • Kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) in Kooperation mit der Klinik für Herzchirurgie im Klinikum Bogenhausen
  • PFO-/ASD-Okkluder Implantationen
  • Interventioneller Verschluss von paravalvulären Leckagen nach Herzklappenersatz (PVL)
  • Interventioneller Vorhofohrverschluss (LAA-Verschluss)

Wenn eine konventionelle OP notwendig ist

In bestimmten Fällen ist eine minimal-invasive Behandlung nicht zu empfehlen  und eine konventionelle Herzklappen-OP sinnvoll, die wir in Kooperation mit den Herzchirurgen unserer Schwesterklinik im Klinikum Bogenhausen durchführen.

Eine Behandlung ist heute ohne Brustkorb-Öffnung möglich

Während früher häufig eine Herzoperation in der Herzchirurgie die einzige Behandlungsmöglichkeit darstellte, gibt es heute hochmoderne kathetergestützte, minimal-invasive Verfahren. Dadurch wird eine schonende Behandlung ohne chirurgische Brustkorberöffnung oder Herz-Lungen-Maschine möglich.

Welche Therapie die beste ist, muss anhand der Untersuchungsergebnisse unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen festgelegt werden.

Unser Herz-Team besteht aus Kardiologen, Herzchirurgen und Kardioanästhesisten. So erhalten unsere Patienten eine auf sie individuell zugeschnittene Behandlungsempfehlung mit ganzheitlichem Blick.

Lebensrettend und schonend: Das TAVI-Verfahren bei Aortenklappenstenose

Bei einer Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose), die meist im fortgeschrittenen Alter auftritt, setzen wir die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, kurz TAVI genannt, ein. Bei diesem minimal-invasiven Verfahren schieben wir eine neue Klappe mittels Katheter-Technik über die Leistenarterie bis zum Herzen vor und bauen sie dort ein.

Die Implantation der Klappenprothese

Die neue Aortenklappe wird durch einen Ballon geweitet (Valvuloplastie). Nach der Weitung wird der Ballon zurückgezogen und die Klappenprothese in der erkrankten Klappe freigesetzt.

Ansicht einer Katheterherzklappe die Patienten im Herzkatheterlabor schonend implantiert wird. Erfolgreicher Ersatz der Aortenklappe bedeutet für die Patienten weitere Lebensjahre mit einem oft hohen Gewinn an Lebensqualität.

Studienergebnisse sprechen für sich

Studien zeigen, dass diese schonende Methode bei älteren Hochrisiko-Patienten mindestens ebenso gute Therapie-Erfolge bringt wie eine Operation am offenen Herzen.

Wir führen diesen Eingriff als Team gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Bogenhausen durch, so dass die Patienten von beiden Fachdisziplinen optimal betreut werden.  

Bei undichter Mitralklappe: Minimal-invasives Abdichten mittels eines Clips

Bei schwerer Undichtigkeit der Mitralklappe lässt sich die Klappe mit einem sogenannten Clip („Klammer“) wieder dichter machen.

Bei der minimal-invasiven Operation, die mit dem Fachbegriff "Mitral-Clipping-Verfahren" bezeichnet wird, gelangt der Clip mit einem Katheter, der über die Leistenvene vorgeschoben wird, in die linke Vorkammer des Herzens. Mit diesem Clip werden anschließend die beiden Segel der Mitralklappe aneinander geheftet, so dass die Klappe wieder besser schließt.

Dieses besonders schonende Verfahren eignet sich vor allem für Patienten, die aufgrund von schweren Begleiterkrankungen, z.B. bei hochgradig eingeschränkter Pumpleistung des Herzens, oder fortgeschrittenen Alters nicht für eine offene Herzoperation in Betracht kommen.

Das Mitral-Clipping-Verfahren im Herzkatheterlabor

Nicht-operative Aufdehnung der Mitralklappenstenose

Bei einer Mitralklappenstenose wenden wir die Ballonvalvuloplastie an, ein Verfahren, bei dem die Klappe mithilfe eines über die Leistenvene eingeführten Ballons aufgedehnt wird. Eine Operation kann so in den meisten Fällen vermieden werden.

Nicht-operative Behandlung von Vorhofseptumdefekten (ASD, PFO)

Angeborene Kurzschlussverbindungen im Herzen, wie der Vorhofseptumdefekt, werden gelegentlich erst im Erwachsenenalter diagnostiziert.

In unserer Klinik verschließen wir das Loch in der Herzscheidewand ohne Vollnarkose und ohne größeren Hautschnitt durch ein über die Leistenvene eingebrachtes Schirmchen (PFO-, ASD-Verschluss). Die exakte Implantation erfolgt unter simultaner Bildgebung mit Echokardiographie und Röntgen-Durchleuchtung.

Vorhofohr-Verschluss mit „Schirmchen“ als Schutz vor Schlaganfall

Beim Vorhofflimmern können sich Gerinnsel im Herzen bilden, überwiegend im linken Vorhofsohr. Patienten mit Vorhofflimmern haben daher ein erhöhtes Risiko für schwere Schlaganfälle.

Sie müssen langfristig gerinnungshemmende Medikamente, sogenannte orale Antikoagulatien, wie Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar) oder NOAKs (Pradaxa, Xarelto, Eliquis, Lixiana) einnehmen. Diese Medikamente erhöhen mit zunehmender Dauer der Behandlung jedoch das Blutungsrisiko.

Bei Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente nicht einnehmen können, kann das Vorhofohr mit einem speziellen „Schirmchen“ verschlossen werden (sogenannter Vorhofohrverschluss mit LAA-Okkluder). Dadurch wird das Risiko für einen Schlaganfall minimiert und die Patienten können auf gerinnungshemmende Medikamente verzichten

Auf dem Röntgenbild links ist der LAA-Okkluder deutlich zu sehen (Pfeil), wie auch im 3D-Ultraschallbild (rechts).

Verschluss von Leckagen nach operativem Herzklappenersatz

In seltenen Fällen kommt es nach Herzklappenersatz zu symptomatischen Lecks neben der Herzklappenprothese. Diese paravalvulären Leckagen stellen behandlungsbedürftige (Spät-)komplikationen dar.

Abhängig von der Größe und der Anatomie können derartige Fehler über eine perkutane Technik, also ohne neuerliche herzchirurgische Operation am offenen Herzen korrigiert werden.

Ein derartiger interventioneller Verschluss von paravalvulären Leckagen nach Herzklappenersatz (PVL) kann über einen Gefäßzugang im Herzkatheterlabor unter Röntgen-Durchleuchtung und TEE- assistiert mit speziellen Verschluss-Devices durchgeführt werden. Die speziell konstruierten PVL-Schirmchen werden in den Bereich der Kurzschlussverbindung vorgebracht und verschließen nach Freisetzung die Leckage.