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Klinikum Harlaching

Pneumologie, Gastroenterologie, Internistische Intensiv- & Beatmungsmedizin
Ihr Kontakt zur Weaningeinheit

Oberärztin: (089) 6210 2412
Dienstarzt: (089) 6210 5381

Weaning. Zug für Zug zurück zur selbstständigen Atmung

Die Atemmuskulatur wird - wie alle anderen Muskeln - schwächer, wenn sie nicht genutzt wird. Eine längere Phase der künstlichen Beatmung mittels eines Beatmungsgeräts kann dazu führen, dass selbstständiges Atmen nicht mehr möglich scheint. Erstickungsängste und Panik erschweren zudem die Versuche, wieder ohne künstliche Beatmung auszukommen.

Weaning, auf Deutsch Entwöhnung, ist der medizinische Fachbegriff für ein ausgefeiltes Programm, mit dessen Hilfe die Betroffenen Zug um Zug ihrer natürlichen Atmung wieder näher kommen. Selbständiges Atmen ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die Rückkehr in den Alltag.

Weaning-Einheit: Erfolgreiche Entwöhnung vom Beatmungsgerät

In der großen Münchner Klinik für Pneumologie, Gastroenterologie und Internistische Intensiv- und Beatmungsmedizin haben wir 2016 eine neue Weaning-Einheit mit sechs Betten als unmittelbare Erweiterung der Intensivstation eingerichtet.

In dieser speziellen Station gelingt es mithilfe eines multidisziplinären Konzeptes in den meisten Fällen, dass die Betroffenen nach einiger Zeit wieder selbst atmen können.  „Die Wahrscheinlichkeit, von der künstlichen Beatmung wegzukommen, ist in einer Weaning-Einheit viel höher als in einer normalen Intensivstation“, unterstreicht Chefarzt Prof. Dr. Joachim Meyer.

„Die Wahrscheinlichkeit, von der künstlichen Beatmung wegzukommen, ist in einer Weaning-Einheit viel höher als in einer normalen Intensivstation“
Chefarzt Prof. Dr. Joachim Meyer.

Gezieltes Training der Atemmuskulatur

Beim Weaning muss vor allem die Atemmuskulatur wieder aufgebaut werden. Dazu wird in einem längeren Trainingsprozess der Druck des Beatmungsgeräts allmählich reduziert und dabei die eigenständige Atmung zunehmend gefordert.

Später werden Beatmungspausen eingeführt, die immer länger werden. In dieser Phase beobachten und betreuen wir Patientinnen und Patienten sehr eng. Der Prozess wird sorgsam auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten jedes Einzelnen abgestimmt, damit die Entwöhnung nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft erfolgreich ist.

Mit der Neuro-Frührehabilitation und der physikalischen Medizin gemeinsam

Das strukturierte Programm zur Entwöhnung vom Beatmungsgerät wird in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern unserer neurologischen Frührehabilitation und der physikalischen Medizin durchgeführt. Denn es handelt sich um ein interdisziplinäres Programm, bei dem mehrere Berufsgruppen abgestimmt ein Konzept umsetzen.

Unsere Intensivmediziner und Intensivpflegekräfte arbeiten eng zusammen mit unserem speziell geschulten Atmungstherapeuten sowie den Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden der anderen Abteilungen.

Gut geschulte Mediziner und Pflegekräfte sichern schnelle Hilfe

Unser Team aus ärztlichen, physiotherapeutischen, atmungstherapeutischen und vor allem pflegerischen Fachkräften zeichnet sich durch ein hohes Maß an fachlicher und sozialer Kompetenz aus und besitzt große Erfahrung in der Respiratorentwöhnung.

Seit 2012 ist unsere Internistische Intensivstation Mitglied im nationalen Netzwerk WeanNet, das Qualitäts- und Erfolgsmerkmale der spezialisierten Weaning-Einrichtungen vergleicht und absichert.

Einblicke in unsere Weaning-Station