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01.03.2018 10:25 Uhr

Was geht uns an die Nieren?

Die Nieren sind ein lebenswichtiges Reinigungsorgan. Da viele Nierenerkrankungen ohne Schmerzen einhergehen werden sie erst spät bemerkt oder mit anderen Erkrankungen verwechselt. "Vorsorge ist daher wichtig, insbesondere weil chronische Nierenschäden und deren Folgeerkrankungen weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählen", betont Chefarzt Prof. Dr. Clemens Cohen. Am Klinikum Harlaching ist Münchens größte internistische Fachklinik für Nierenerkrankungen angesiedelt.

Was schadet den Nieren?

Die Nierenleistung nimmt ab dem 30. Lebensjahr langsam ab. An sich ein natürlicher Vorgang, der problematisch wird, wenn, wenn zusätzliche Faktoren die Nieren belasten:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Nikotin
  • salz- und zuckerreiche Ernährung

Was viele nicht wissen: auch rezeptfreie Medikamente greifen das Nierengewebe an. So ist bei Schmerzmitteln mit z.B. Diclofenac oder Ibuprofen Vorsicht geboten.

Was hält Nieren gesund?

Ein gesunder Lebensstil und der bewusste Umgang mit Medikamenten können chronischen Nierenleiden vorbeugen. Regelmäßige Urintests helfen bei der Früherkennung.

Das Motto des Weltnierentags: Nieren und Frauengesundheit. Warum sind Frauen besonders gefährdet?

195 Millionen Frauen sind weltweit von chronischen Nierenerkrankungen betroffen. Drei Punkte rücken Frauen in den Fokus:

  1. Frauen haben eine kürzere Harnröhre als Männer und sind daher anfälliger für Harnwegsinfekte.
  2. Autoimmunkrankheiten, die den Nieren dauerhaft schaden können, betreffen Frauen häufiger als Männer (z.B. der Systemische Lupus erythematodes).
  3. In der Schwangerschaft kann es ebenfalls zu Nierenproblemen kommen, was z.B. mit massiven Wassereinlagerungen und sehr hohen Blutdruckwerten einhergehen kann.
Was ist mit Nieren- und Blasentee? Hilft er wirklich?

Der Einsatz von speziellen Blasen- und Nierentees ist nicht unbedingt förderlich. „Eine positive Wirkung von Nierentees konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Leitungswasser allein ist viel günstiger und wirkt wahrscheinlich genauso gut“, sagt Prof. Cohen.

Um die Nieren gesund zu halten, sollten Erwachsene pro Tag etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit trinken. Wasser und ungesüßte Tees sind die beste Wahl.

Aufpassen müssen Menschen, bei denen bereits chronische Nieren- oder Herzkrankheiten vorliegen. Der alte Leitspruch „Viel trinken hilft viel“ kann in diesen Fällen sogar schaden.

Was sind akute und chronische Nierenversagen?

Zum akuten Nierenversagen kommt es, wenn Autoimmunerkrankungen, Kreislaufversagen oder Medikamentennebenwirkungen die Niere akut schädigen. Durch die Schädigung kann die Niere ihrer eigentlichen Aufgabe, giftige Stoffwechselprodukte des Körpers auszuscheiden, nicht mehr nachkommen. Die Giftstoffe sammeln sich im Blut an. Durch spezifische Therapien versuchen Ärzte dann, die Nierenfunktion wieder zu verbessern.

Kann ein akutes Nierenversagen nicht erfolgreich behandelt werden oder chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck die Nieren über Jahrzehnte geschädigt haben, kommt es zum chronischen Nierenversagen. bei einem chronischen Nierenversagen müssen die Funktionen der Niere ersetzt werden. Anfangs helfen Medikamente oder eine Diät, später ist eine Behandlung nur über eine Dialyse möglich. Im fortgeschrittenen Stadium hilft dann nur noch eine Transplantation.

Wie hängen Bluthochdruck und Nierenleiden zusammen?

Bluthochdruck und Nierenerkrankungen bedingen sich wechselseitig. Anhaltender Bluthochdruck belastet den gesamten Körper und kann eine Niereninsuffizienz auslösen; genauso kann hoher Blutdruck auch erst durch Nierenerkrankungen entstehen. Deshalb ist es wichtig, die Krankheitsbilder in ihrer Gesamtheit zu behandeln. 

Kann ich ein Nierenleiden erkennen?

Krankheiten der ableitenden Harnwege sind schmerzhaft. Darunter fallen Harnblasen- und Nierenbeckenentzündungen oder Nierensteinabgänge. Bei den eigentlichen Nierenerkrankungen spürt man meist keine Schmerzen. Als Warnsignale können schäumender oder roter Urin, neuer Bluthochdruck oder Wassereinlagerungen an den Beinen oder Augenlidern auftreten.

Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder geringe Urinmengen auf. 

Können die Nieren und das Nierenbecken wieder regenerieren?

Gute Aussichten bestehen bei einer akuten Nierenerkrankung. Hier können sich die Nieren nach der Behandlung wieder erholen. Selbst bei einer akut ausgesetzten Nierenfunktion ist eine Regeneration möglich. Nur das Risiko einer chronischen Nierenschwäche bleibt bestehen.

Bei chronischen Nierenleiden ist eine Regenerierung nicht möglich. Sie stellen nach und nach ihre Funktion ein. Wird die chronische Niereninsuffizienz allerdings früh erkannt, kann sie in einigen Fällen geheilt oder verlangsamt werden. Im Spätstadium helfen nur die Dialyse oder eine Transplantation.

Größte internistische Fachklinik für Nieren in München

Die Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Rheumaerkrankungen des Klinikums Harlaching versorgt im Jahr an die 2000 Nierenpatienten. Sie ist eine der größten Fachabteilungen in Deutschland und deckt ein umfassendes Angebot von der Diagnostik bis hin zur vollständigen Therapie ab. Die nephrologische Abteilung ist auf alle akuten und chronischen Nierenerkrankungen spezialisiert und mit einer modernen Hämodialyse- und einer speziellen Bauchfelldialysestation ausgestattet.

Klinik für Nierenerkrankungen

Münchens einzige internistische Fachklinik für Nierenerkrankungen.

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