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Klinikum Harlaching

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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(089) 6210-2896

Essstörungen. Therapie von Magersucht und Bulimie

Wer schlank ist, der ist schön. Wer schön ist, erhält Anerkennung und Liebe. So könnte man die unterbewusste Denkweise von Patienten, die an einer Magersucht oder einer Bulimie erkrankt sind, charakterisieren. Ihre Gedanken kreisen daher ständig um das Essen. Sie nehmen zudem ihren Körper völlig verzerrt wahr: Trotz der für andere offensichtlichen Unterernährung, die bereits alle Knochen hervortreten lässt, fühlen sie sich nicht nur dick und unförmig, sie sehen sich tatsächlich so.

Sackgasse: Gewichtsverlust durch Diäten, Erbrechen oder übertriebenen Sport

Patienten mit Magersucht führen den Gewichtsverlust durch Hungern und übertriebenen Sport bewusst herbei.

Patienten mit Bulimie zerreiben sich zwischen Heißhungerattacken, bei denen sie ungewöhnlich viele Kalorien in sich hineinfuttern, und dem bewusst ausgelösten Erbrechen oder sonstigen Maßnahmen, um ja nicht zuzunehmen.

Magersüchtige und Bulimie-Kranke - beide leiden unter einer seelischen Erkrankung und beide können lernen, aus diesem Gedankenmuster auszubrechen und sich selbst und ihren eigenen Körper wieder zu mögen.

Ein Ausweg: Essverhalten normalisieren und soziale Strategien erlernen

Wir behandeln Essstörungen nach einem ganzheitlichen Konzept. Denn wir verstehen Essstörungen als Ausdruck von seelischen Nöten, mangelndem Selbstbewusstsein und extremem Leistungsstreben.

Unsere Therapien verfolgen nicht nur das Ziel, das Essverhalten zu normalisieren, sondern wir bestärken auch das Selbstwertgefühl der Betroffenen und vermitteln mehr Sicherheit beim Aufbau von Beziehungen und im Umgang mit Konflikten und sozialen Belastungen.

Die Behandlung umfasst in der Regel zwei Behandlungszyklen à fünf Wochen.

Patienten und Patientinnen werden zu Experten ihrer Erkrankung

Essgestörte Patientinnen und Patienten verstehen, wie andere Betroffene mit dieser Erkrankung ticken. Daher findet bei uns die Psychotherapie nicht nur in mehrmals wöchentlich stattfindenden Einzelgesprächen, sondern auch in Gruppen statt.

In Gruppengesprächen zu erfahren, dass auch andere mit ähnlichen Problemen kämpfen, erleichtert die Betroffenen.

Die angeleiteten Gespräche mit den anderen helfen, einen gefühlsmäßigen Zugang zu den oft verborgenen Ursachen und Bedingungen der Erkrankung zu finden.

Hauptsächlich setzen wir Psychotherapie-Verfahren ein, die auf der Tiefenpsychologie/Psychoanalyse gründen.

Überall, wo dies sinnvoll ist, fließen auch andere Therapieverfahren ein.

Eine positive Entwicklung fördern

Wir ergänzen die Behandlung durch eine Vielzahl von weiteren Therapie-Angeboten, die wie - beispielsweise die Kunsttherapie - auf einem anderen Weg Gefühle ans Tageslicht holen oder aber wichtige Verhaltensweisen einüben – wie beispielsweise die Entspannungsgruppe.

Weitere Therapie-Bausteine

  • Training der sozialen Kompetenz
  • Kunsttherapie
  • Schreibtherapie
  • Musikgruppe
  • Konzentrative Bewegungstherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Wassergymnastik
  • Yoga
  • Entspannungsverfahren.

Erkrankte normalisieren das Essverhalten mit Kochgruppe und Essbegleitung

In speziellen Kochgruppen erlernen die Patienten den Umgang mit Lebensmitteln. Was sich banal anhört, ist für Essgestörte eine Herausforderung: Sie haben viele Zutaten seit Jahren gemieden und oftmals keine Vorstellung von Portionsgrößen.

In der Kochgruppe erfahren sie, was ausgewogene Ernährung bedeutet, lernen die Zubereitung und auch das gemeinsame Essen der Mahlzeiten.

Die Essbegleitung während der Mahlzeiten im Speisesaal hilft den Patienten, wieder eine geregelte Mahlzeitenstruktur zu erlernen. Denn Essen soll wieder ein Teil des Alltags werden und nicht mehr so stark das Denken bestimmen.

Kochgruppe: ausgewogene Ernährung verstehen

"Persönliche" pflegerische Bezugsperson begleitet den Klinikaufenthalt

Die Therapiesitzungen wühlen in den Betroffenen viele Themen auf, die sie dann oft nicht loslassen, manchmal gar zu Krisen führen. In diesen Momenten steht ihnen eine Bezugspflegekraft zur Seite, die sowohl regelmäßige Bezugsgespräche durchführt als auch täglich einen kurzen Kontakt zu „ihren“ Patienten sucht.

Bezugspflegekräfte stabilisieren die therapeutische Arbeit und ermutigen die Patienten, alternative Strategien zu finden, um mit emotionalem Stress umgehen zu können, ohne auf zu viel oder zu wenig Essen zurückgreifen zu müssen.

Sozialpädagogen beraten auch zur beruflichen und sozialen Situation

Unsere Sozialpädagogen kennen sich bestens im Wirrwarr der vielen Hilfsangebote von Behörden und Einrichtungen aus. Gemeinsam mit dem Patienten suchen sie nach einer für ihn passenden Lösung aus schulischen, beruflichen Problemen oder sozialen Schwierigkeiten.

Die Sozialpädagogen geben wertvolle Tipps, welche Unterstützungsleistungen sinnvoll sind und unterstützen bei der Antragstellung.

Ergebnis guter Teamarbeit: verbesserte Therapiequalität für unsere Patienten

Der Behandlung von Essstörungen liegen klar definierte Therapie-Konzepte zugrunde. Wir evaluieren unsere Therapie-Erfolge und verfeinern unsere Konzepte fortlaufend auf dieser Basis.

Regelmäßig treffen sich die an der Therapie beteiligten Mitarbeiter in Teamsitzungen und tauschen ihre fachlichen Überlegungen über die Therapie-Fortschritte jedes einzelnen Patienten aus.

Alle Therapie-Schritte erfolgen eng abgestimmt zwischen den beteiligten Berufsgruppen. Interne und externe Supervision der Mitarbeiter gewährleisten ein Höchstmaß an Qualität unserer therapeutischen Arbeit.

Bewertungen unserer Patienten

Wer seelisch erkrankte Menschen behandelt, braucht nicht nur gute Therapie-Konzepte, sondern auch Empathie, Einfühlungsvermögen und Toleranz.

Es ist für uns eine Bestätigung, wenn Patienten uns mitteilen, „sich als Patient komplett auf die Therapien konzentrieren zu können, sich fallen zu lassen ohne fallen gelassen zu werden.“

Dass uns unsere Patienten in ihren Rückmeldungen „viel Kompetenz und Menschlichkeit“, ein „stets offenes Ohr“ und „wertvolle Erfahrungen“ bescheinigen, bestärkt uns in unserer Arbeit.

Viele Rückmeldungen unserer Patienten finden Sie auf der unabhängigen Internet-Plattform klinikbewertungen.de > Klinikum Harlaching > Psychosomatik -> Zur Webseite

Infogruppe Essstörungen

Eine wöchentlich stattfindende allgemeine Infogruppe und eine einmal monatlich stattfindende Infogruppe speziell für Essstörungen in unserer Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erleichtern die unverbindliche Kontaktaufnahme – und erläutern die Wege aus der seelischen Krise. Bitte wenden Sie sich an unser Sekretariat.

Therapien für Kinder- & Jugendliche

In unserer Spezialklinik in München Schwabing behandeln wir Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit verhaltens- und psychisch-psychosomatischen Störungen nach einem integrativen Konzept.

Essstörung: Klinik für Kinder & Jugendliche in München Schwabing