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Klinikum Harlaching

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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(089) 6210-2896

Persönlichkeitsstörungen. Wege aus dem Gefühlschaos

Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung fällt es oft schwer, sich selbst bzw. die Vorgänge in ihrem Inneren zu verstehen. Dies gründet sich oft auf schwierigen Bedingungen in den frühen Lebensjahren. Die oft heftigen Gefühle können nur schwer eingeordnet und kontrolliert oder reguliert werden. Zwischenmenschliche Kontakte schwanken zwischen raschen, sehr intensiven Nähegefühlen einerseits und einem Erleben von Distanziertheit, Einsamkeit und Rückzug andererseits. Damit einher gehen oft sehr starke Verlassenheitsängste oder auch Gefühle von innerer Leere.

Eine Störung, die sich nur schwer kontrollieren lässt.

Aufgrund dieser starken Emotionen kommt es manchmal auch zu selbstverletzendem Verhalten, wie z.B. dem Ritzen. Betroffene ritzen sich in die Arme und fügen sich so bewusst Schmerzen zu, um den inneren Druck mit körperlichem Schmerz zu überdecken. Die Selbstverletzung verschafft ihnen Erleichterung und lindert ihre negativen Gefühle. Schon allein daraus lässt sich erahnen, dass Persönlichkeitsstörungen, allen voran die Borderline-Störung, komplexe Krankheitsbilder sind.

Allen Persönlichkeitsstörungen gemeinsam ist, dass die Betroffenen in schwierigen Situationen und manchmal auch in Alltagssituationen nur unflexibel mit ihren Gefühlen und ihren Denkmustern umgehen können. Dies überschattet ihr Selbstbild wie auch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, im Privatleben wie in der Arbeitswelt und führt oft zu erheblichem Leidensdruck.

Gefühlsschwankungen lassen sich oft nicht kontrollieren

Bei uns behandelte Symptomatik

Wir behandeln Personen mit Borderline- oder anderen Störungen der Persönlichkeit

Vorwiegend auftretende Symptome

  • Schwerwiegende Beziehungs- und Kontaktstörungen
  • Emotionale Instabilität
  • Selbstschädigendes Verhalten (z.B. Selbstverletzung)
  • Impulsdurchbrüche > Leeregefühle
  • Dissoziatives Erleben

Mögliche Begleitsymptome

  • Angstsymptomatik
  • Depression
  • Störung des Essverhaltens (soweit nicht im Vordergrund)
  • Episodischer Substanzmissbrauch (ohne Abhängigkeit)
  • Wiederkehrende Suizidalität (ohne akute Gefährdung)  

Mit der 'Integrationsgruppe' die Emotionen und den Stress regulieren lernen

Gefühle besser wahrnehmen und artikulieren

Wir behandeln Persönlichkeitsstörungen nach dem Konzept der Harlachinger Integrationsgruppe - ein spezielles Behandlungsangebot unserer Klinik.

Unsere Integrationsgruppe ist ein spezialisiertes Behandlungsangebot für Menschen mit einer sogenannten „strukturellen“ Problematik, die sich u.a. in Form einer Borderlinestörung oder einer anderen Form von Persönlichkeitsstörung zeigen kann.

Der Begriff "Integrationsgruppe" unterstreicht unser Ziel, mit den Betroffenen gemeinsam einen inneren Verständnisraum zu schaffen für die anfangs meist als unverstehbar und unveränderlich erlebten Erlebens- und Verhaltensweisen. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Aspekte des Erlebens zu einem „integrierten“ Gesamtbild. Unsere Patienten entwickeln - neben anderem - die Fähigkeit, die Beziehungen zu sich selbst und zu den für sie bedeutsamen Menschen ausgeglichener und freudvoller zu gestalten und zu erleben.

Mit Hilfe vielfältiger therapeutischer Methoden helfen wir unseren Patienten, ihre Gefühle besser wahrzunehmen und zu artikulieren.

Unser Behandlungskonzept

Aufbauend auf einem psychodynamischen Grundverständnis verbinden wir traditionelle und moderne störungsspezifische Behandlungsverfahren.

In unserem Konzept ergänzen sich wirksame Bestandteile der derzeit wissenschaftlich überprüften Therapieformen, insbesondere der

  • Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT)
  • der Übertragungsfokussierten Therpie (TFP) und
  • der Schematherapie nach Young

Das Pflegekonzept ergänzt wichtige Aspekte der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT).

Zusätzlich können wir Ihnen auch imaginative oder hypnotherapeutische Interventionen (nach Milton Erickson) anbieten.

Was zeichnet unser Behandlungskonzept aus?

  • Überdurchschnittlicher Anteil an Fachärzten und approbierten Psychotherapeuten
  • Multimodales Vorgehen mit besonders enger Vernetzung der behandelnden Berufsgruppen
  • Wissenschaftliche Aufarbeitung der Therapie, sowie 
  • Evaluation (Messung, Prüfung) unserer Therapieerfolge

Die positive Entwicklung gezielt fördern

Wir ergänzen unser Therapieangebot, um - wie etwa durch Kunsttherapie - auf einem anderen Weg Ihre Gefühle ans Tageslicht holen oder aber wichtige Verhaltensweisen einzuüben – beispielsweise durch die Entspannungsgruppe.

Erweiternde Therapiebausteine

  • Intensive Einzelpsychotherapie
  • Gruppenpsychotherapie
  • Kontinuiertliche Betreuung durch Bezugspflegekräfte
  • Konzentrative Bewegungstherapie
  • Kunsttherapie
  • kreative Schreibtherapie
  • Imaginative Verfahren
  • Musikgruppe
  • Training der sozialen Kompetenz
  • Körperorientierte Therapien
    - Yoga
    - Sport- und Bewegungstherapie
    - Therapeutisches Klettern
    - Wassergymnastik
  • Skillstraining
  • Achtsamkeitstraining
  • Sozialberatung bei beruflichen, sozialen Schwierigkeiten
  • Hilfe bei der Suche eines ambulanten Therapieplatzes

In der Psychotherapie die Störungen erkennen und formulieren

Psychotherapien finden sowohl in Einzelgesprächen als auch in der Gruppe statt. Unsere Patienten lernen ihre Vorstellungen, Wünsche, Sorgen, Ängste und Erinnerungen, die ihnen teilweise nicht bewusst und oft nur schwer erträglich sind, zu erkennen und zu äußern.

Wir achten darauf, dass die im Klinikalltag notwendigen vertrauensvollen Kontakte  so gestaltet werden, dass sie unsere Patienten dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Dafür verbinden wir bewährte Konzepte mit einem individuellen therapeutischen Vorgehen auf Augenhöhe.     

Tiefenpsychologisches Vorgehen - kombiniert mit praktischen Übungen

Unser speziell auf die Persönlichkeitsstörungen angepasstes Therapie-Konzept ist tiefenpsychologisch fundiert. Es wird kombiniert mit verhaltenstherapeutischen und übenden Verfahren. In unserem Konzept ergänzen sich aufeinander abgestimmt die wirksamen Bestandteile der derzeit wissenschaftlich überprüften störungsspezifischen Therapieformen. 

Beim Fertigkeitentraining (oft auch mit dem englischen Begriff Skills-Training bezeichnet) üben die Patienten beispielsweise, das Niveau ihrer derzeitigen Anspannung zu erkennen und eine dementsprechend angemessene Reaktion zu ergreifen.

So kann es vorkommen, dass sie bei höchsten Erregungslevel auf eine richtig scharfe Chili-Schote beißen – statt sich wie früher zu „ritzen“. Oder sie ziehen Fotos hervor, die positive Erinnerungen auslösen, und füllen damit ihre innere Leere.

Durch das Bündel von Therapie-Maßnahmen erlernen unsere Patienten im Laufe des Klinikaufenthalts, sich selbst ausgeglichener zu erleben und somit auch die Beziehungen zu anderen Menschen, die ihnen wichtig sind, ausgeglichener gestalten zu können.

Pflegerische Bezugsperson für den gesamten Klinikaufenthalt

Die Therapiesitzungen wühlen in den Betroffenen manchmal Themen auf, die sie dann nur schwer loslassen können.

Damit dies nicht zu Krisen führt, steht ihnen in diesen Momenten eine Bezugspflegekraft zur Seite, die ihnen natürlich auch in Zeiten ohne Krise regelmäßige Bezugsgespräche anbietet. 

Die Bezugspflegekräfte stabilisieren die therapeutische Arbeit und ermutigen die Patienten, mehr Möglichkeiten zu finden, sich selbst zu steuern.

Sozialpädagogen beraten auf Wunsch zur beruflichen und sozialen Situation

Unsere Sozialpädagoginnen kennen sich bestens im Wirrwarr der vielen Hilfsangebote von Behörden und Einrichtungen aus. Gemeinsam mit den Patienten suchen sie nach einer für sie passenden Lösung aus beruflichen Problemen oder sozialen Schwierigkeiten.

Die Sozialpädagogin gibt Ihnen wertvolle Tipps, welche Unterstützungsleistungen sinnvoll sind und unterstützt Sie bei der Antragstellung. Sie vermittelt gegebenenfalls einen ambulanten Therapieplatz im Anschluss an den Klinikaufenthalt.

Ergebnis guter Teamarbeit: verbesserte Therapiequalität für unsere Patienten

Der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen liegen klar definierte, bewährte Therapie-Konzepte zugrunde. Wir überprüfen unsere Therapie-Erfolge und verfeinern unsere Konzepte fortlaufend auf Basis der Ergebnisse.

Regelmäßig treffen sich die an der Therapie beteiligten Mitarbeiter in Teamsitzungen und tauschen ihre fachlichen Überlegungen über die Therapie-Fortschritte jedes einzelnen Patienten aus. Alle Therapie-Schritte erfolgen eng abgestimmt zwischen den beteiligten Berufsgruppen.

Interne und externe Supervision der Mitarbeiter gewährleisten ein Höchstmaß an Qualität unserer therapeutischen Arbeit.

Rückmeldungen unserer Patienten bestärken uns in unserer Arbeit

Wer seelisch erkrankte Menschen behandelt, braucht nicht nur gute Therapie-Konzepte, sondern auch Empathie, Einfühlungsvermögen und Toleranz.

Es bestärkt uns in unserer Arbeit, wenn unsere Patientinnen und unsere Patienten uns melden „Ich habe mich sehr wohl gefühlt.“ (Lillz2), uns eine „...wertschätzende und wohlwollende Atmosphäre ...“ (Sonne803) und „...aufrichtiges Interesse...“ (Stella15) bescheinigen.

Wir geben auch weiterhin unser Bestes, um unseren Patienten während des Klinikaufenthalts die Erfahrung zu vermitteln, dass „...das Erlernte maßgeblich dazu beiträgt, dass ich mich für die kommende Zeit gewappnet fühle ..." (IsHelm).

Weitere Rückmeldungen unserer Patienten finden Sie hier auf der unabhängigen Internet-Plattform klinikbewertungen.de > Klinikum Harlaching > Psychosomatik -> Zur Webseite

Infogruppe

Eine wöchentlich stattfindende Infogruppe in unserer Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erleichtert die unverbindliche Kontaktaufnahme – und erläutert die Wege zu therapeutischer Hilfe.

Termin: Mittwochs von 10.15 bis 11.00 Uhr (keine Anmeldung)
Ort: Klinikum Harlaching, Haus A1, Erdgeschoss, Seminarraum E 36.

Dauer des Aufenthalts und Wartezeiten

Der Klinikaufenthalt zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen dauert entweder sechs oder zwölf Wochen.

Aufgrund der großen Nachfrage nach Therapie-Plätzen beträgt die Wartezeit in diesem Spezialsetting etwa zwei bis sechs Monate.