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Klinikum Neuperlach

Frauenklinik / Gynäkologie
Ihr Kontakt zu unserer Gynäkologie

(089) 6794-2451

Brustkrebs. Einfühlsame und individuelle Therapie

Veränderungen an der Brust, die den Patientinnen selbst oder bei der Brustkrebsvorsorge auffallen, lösen Ängste aus: Sollte sich tatsächlich ein Tumor in der Brust ausbreiten? Wie sehr wird eine möglicherweise monatelange Behandlung den Alltag durcheinander rütteln? Wie stehen die Chancen, wieder ganz gesund zu werden? Keine Patientin kann sich in dieser Situation von den weit entgleitenden Gedanken frei machen und möchte möglichst schnell Gewissheit erhalten, ob tatsächlich eine bösartige Erkrankung aufgetreten ist.

Schnell Gewissheit innerhalb von 30 Minuten

Selbst die Tatsache, dass sich in der Mehrheit der Fälle der Krebsverdacht nicht bestätigt, kann die Ängste und Sorgen nicht eindämmen, sobald einmal der Verdacht „Brustkrebs“ im Raum steht. Daher bieten wir eine besondere Brustkrebs-Sprechstunde an, die ein Oberarzt der Gynäkologie und ein Oberarzt der Radiologie gemeinsam durchführen.

Das Besondere an diesem Konzept: Innerhalb einer halben Stunde erhalten unsere Patientinnen einen – mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zutreffenden – Befund und, falls sich der Krebsverdacht tatsächlich bestätigen sollte, auch einen Therapie-Vorschlag.

Zielführende Untersuchungen und detailgenaue Röntgenbilder

Wie können wir innerhalb einer halben Stunde Gewissheit erlangen, ob und welcher Brustkrebs vorliegt oder nicht? Nach einem Gespräch, in dem wir Ihnen als Patientinnen Fragen zu den Beschwerden, Ihren Monatsblutungen und Ihren Medikamenten stellen, untersuchen wir sie zunächst und tasten Brust und Achselhöhlen ab.

Dann führen wir eine Mammographie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, durch. Diese ist deutlich detailgenauer als die Mammographien, die Sie vermutlich von den Früherkennungen kennen, und verlangt von den durchführenden Radiologen eine weitergehende Qualifikation und Zertifizierung. 

Bei Brustkrebsverdacht führen wir eine detailgenaue Mammographie durch.

Durch Ultraschall und Gewebeproben dem Tumor auf die Spur kommen

Diese Röntgenuntersuchung ergänzen wir durch einen Ultraschall der Brust, den wir mit besonders hochauflösenden Geräten vornehmen. Wenn sich durch diese beiden Untersuchungen der Brustkrebs-Verdacht nicht entkräften ließ, entnehmen wir Gewebeproben, um untersuchen zu können, ob diese Krebszellen enthalten.

Unterstützt durch deutliche Bilder am Ultraschall-Monitor schieben wir eine dünne Kanüle zu den auffälligen Stellen im Brustgewebe vor und stanzen dort mit feinen Zylindern mehrere Proben heraus – Stanzbiopsie wird diese Untersuchung von Medizinern genannt. Diese Proben untersuchen wir unter dem Mikroskop, so dass wir einen Überblick über die Zellstrukturen erhalten.

In einigen Fällen führen wir zudem eine Magnetresonanztomographie (MRT) durch, deren Befunde wir gleich sichten.

Wir erläutern unser Therapie-Konzept, das auf bis zu fünf Säulen steht

In einem ruhigen und ausführlichen Gespräch erläutern wir unseren Patientinnen die Untersuchungsergebnisse. Sollte tatsächlich eine Brustkrebserkrankung vorliegen, skizzieren wir auch gleich die für diese spezielle Erkrankung und dieses Stadium wirksamste Therapie-Strategie.

Die Therapie bei Brustkrebs steht auf bis zu fünf Säulen – manchmal kommt nur eine zum Tragen, manchmal eine Kombination mehrerer dieser Säulen.

Zweites Patientengespräch innerhalb von fünf Tagen

Wir wissen, dass in dem Moment, in dem wir Ihnen die Diagnose und Therapie-Vorschläge unterbreiten, ganz vieles auf einmal durch Ihren Kopf geht und Ihnen nicht alle Fragen sofort einfallen, die für Sie jetzt wichtig wären. Daher bieten wir Ihnen an, nach ein paar Tagen einen weiteren Termin bei uns wahrzunehmen, um sämtliche offenen Fragen zu klären und genauere Informationen zu erhalten.

In diesem zweiten Gespräch können wir Ihnen auch die detaillierten Ergebnisse der Stanzbiopsien, die unsere Pathologen gründlich analysiert haben, erläutern. Auch haben wir inzwischen das Therapie-Konzept für ihre spezielle Krebsform und deren Stadium nochmals in einer so genannten Tumorkonferenz beratschlagt und können ihnen daraus resultierende Änderungsvorschläge präsentieren. 

Die optimale Behandlungsstrategie entwickeln viele Experten gemeinsam

Tumorkonferenzen sind bei der Krebstherapie in spezialisierten Zentren zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Spezialisierte Mediziner verschiedener Fachgebiete – Radiologen, Pathologen, Onkologen und Gynäkologen – kommen dort zusammen und besprechen für jede einzelne Patientin alle inzwischen vorliegenden Untersuchungsergebnisse und beratschlagen die Therapie-Optionen.

Die Therapien richten sich stets nach den nationalen und internationalen Leitlinien und den Therapie-Protokollen der Deutschen Krebsgesellschaft, gehen aber individuell auf die besondere Situation der Patientin ein. Ihr niedergelassener Frauenarzt kann übrigens ebenfalls gerne an der Tumorkonferenz teilnehmen.

Die erste Säule: operative Entfernung des Tumors

Oft können wir die Brust bei der OP erhalten

Eine wichtige Säule der Brustkrebstherapie ist die Operation des Tumors: Wir Gynäkologen streben stets an, den Tumor vollständig mit einem Randsaum von gesundem Gewebe herauszuoperieren, gleichzeitig aber möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten.

Die Mehrzahl unserer Brustkrebs-Operationen können wir brusterhaltend durchführen, doch werden wir Ihnen immer dann eine Brustamputation empfehlen, wenn diese bessere Heilungschancen verspricht.

Stets müssen wir bei der Operation des Tumors in der Brust einen oder mehrere Lymphknoten in der Umgebung entnehmen. Denn wenn Krebszellen streuen, dann am ehesten über die Blut- und Lymphbahnen und daher finden wir dies über eine pathologische Untersuchung der Lymphknoten heraus und können unser weiteres Behandlungskonzept darauf ausrichten.

Die Mehrzahl unserer Operationen können wir Brusterhaltend durchführen.

Verständnisvolle Krankenschwestern kümmern sich

Nach der Operation betreuen liebevolle und verständnisvolle Krankenschwestern unsere Patientinnen. Diese Pflegekräfte haben oftmals viel Erfahrung mit gynäkologischen Erkrankungen und gehen sehr sensibel mit den Ihnen anvertrauten Patientinnen um. Da wir auch Nachwuchskräfte in der Pflege ausbilden, halten sich unsere Pflegeteams sehr gewissenhaft an die hohen Pflegestandards.

Nach Brustentnahme: Aufbau durch Eigengewebe

Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Plastischen Chirurgen im Städtischen Klinikum Bogenhausen können wir im Anschluss einen Wiederaufbau der Brust mit einem sehr natürlichen Aussehen erreichen. Denn diese Plastischen Chirurgen setzen vor allem auf den Transfer von Eigengewebe, das sie meist aus der Bauchregion, der Hüfte oder dem Po entnehmen und dann mittels mikrochirurgischer Verfahren in der Brust einpflanzen.

Die zweite Säule der Behandlung: Chemotherapie und Bestrahlung

Chemotherapie kann den Tumor verkleinern und das Rückfallrisiko herabsetzen

Die zweite Säule der Behandlung von Brustkrebs stellt die Chemotherapie dar. Diese erfolgt zum Teil noch vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern und ihn somit überhaupt operabel zu machen oder möglichst viel gesundes Brustgewebe schonen zu können.

Da die Chemotherapie die Krebszellen im gesamten Körper angreift, setzen wir sie in vielen Fällen aber auch nach der Operation ein, um zu verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet oder ein Rückfall eintritt. Die Chemotherapie führen wir in unserer Klinik Neuperlach entweder stationär in unserer Onkologie oder ambulant, also ohne Übernachtung, in unserer onkologischen Tagesklinik durch.

Lokal wirkende Bestrahlungen meist wichtige Säule der Therapie

Beim Brustkrebs, vor allem dann wenn wir brusterhaltend operiert haben, stellt die Bestrahlung eine sehr häufig empfohlene Therapie-Säule dar. Die gezielten, ausschließlich lokal wirkenden Strahlen zerstören die Krebszellen, da diese – anders als die gesunden Zellen in der Region – die zugefügten Schäden nicht reparieren können. Die Bestrahlung, die in der Regel vier bis fünf Wochen nach der Operation einsetzt, können Sie als Patientin in einer Praxis für Strahlentherapie Ihrer Wahl durchführen lassen.

Wir arbeiten sehr eng mit dem Städtischen Klinikum Harlaching zusammen, wo sowohl stationäre als auch ambulante Strahlentherapien möglich sind. Weiterhin besteht eine enge Kooperation mit der Klinik Bad Trissl (Oberaudorf), die ebenfalls eine stationäre Betreuung während der Bestrahlung anbietet, wenn der gesundheitliche Zustand den täglichen Weg zwischen Heimatort und Behandlung nicht zulässt. 

Ergänzende Therapien als weitere Säulen

Hormontherapien blockieren Hormone, damit die Krebszellen nicht wachsen

Da die meisten Arten von Brustkrebszellen durch die weiblichen Hormone zum Wachsen angeregt werden, setzen wir oftmals Hormontherapien ein, um die körpereigenen Hormone zu blockieren.

Die Hormontherapie erfolgt in der Regel durch Tabletten, die die Patientinnen mindestens fünf Jahre lang einnehmen müssen. In einigen Fällen spritzen wir die Medikamente auch in einen Muskel oder unter die Haut.

Moderne Antikörper-Therapien können Mechanismen der Krebszellen austricksen

Moderne Antikörper-Therapien kommen in unserer Gynäkologie ebenfalls zum Einsatz, um das Voranschreiten oder die Rückfälle bei der Brustkrebs-Erkrankung zu verhindern. Diese medikamentösen Therapien, die wir ganz gezielt denjenigen Patientinnen empfehlen, deren Krebszellen darauf höchstwahrscheinlich ansprechen, tricksen unterschiedliche Mechanismen der Krebszellen aus – beispielsweise können sie die Wachstumssignale abblocken.

Psychologische Unterstützung und Sozialdienst als letzte Säule

Wir unterstützen auch die Seele beim Kampf gegen den Krebs

Die Diagnose „Brustkrebs“ stellt das Leben der betroffenen Patientinnen völlig auf den Kopf und löst vielfältige Ängste aus.

Wie kann ich meine beruflichen Pläne weiter verfolgen? Wer soll sich um die Kinder oder die zu pflegenden Angehörigen kümmern? Wie lange geht diese Achterbahnfahrt zwischen Bangen und Hoffen noch?All diese Ängste und Sorgen belasten die Patientinnen so sehr, dass manchmal eine professionelle Unterstützung gut tut und helfen kann, wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Unsere erfahrene Psychoonkologin, eine Psychologin, die sich speziell auf die Begleitung krebskranker Patientinnen spezialisiert hat, kann Ihnen durch intensive Gespräche erleichtern, diese schwierige Situation zu bewältigen.

Seelsorger aller Konfessionen bieten Gespräche an

Viele Menschen finden gerade in so belastenden Situationen Halt in ihrem Glauben oder spirituellen Gedanken. Daher bieten wir Gespräche mit Seelsorgern aller Religionen an: katholisch, evangelisch, muslimisch, aber auch religionsfrei. Sie bedeuten manchen Patienten eine wertvolle Stütze, um Halt und Kraft zu finden.

Unser Sozialdienst unterstützt Sie bei den organisatorischen Fragen

Wer schwer erkrankt, muss zudem noch viele organisatorische Probleme lösen: Wie lässt sich der Alltag daheim während des Krankenhausaufenthalts regeln? Welche finanziellen Unterstützungsleistungen stehen den Patientinnen zu? Wo findet sich eine geeignete Rehabilitationsklinik?

Bei all diesen Fragen unterstützen Sie unsere Mitarbeiter im Sozialdienst, die sich im Sozialrecht bestens auskennen, Ihnen Selbsthilfegruppen nennen und alle Formalitäten für eine anschließende Reha klären.

Persönlicher Kontakt bleibt während der ganzen Behandlung erhalten

Als mittelgroße Klinik, die sich auf die Brustkrebs-Therapie spezialisiert hat, können wir einen engen persönlichen Kontakt während der gesamten Behandlungszeit aufrecht erhalten.

Bei uns begleitet ein Oberarzt mit seinem Team die Patientin während ihrer gesamten Therapiezeit. Sie sind nicht mit ständig wechselnden Ärzten konfrontiert, sondern haben immer die gleichen Ansprechpartner und können sich darauf verlassen, dass wir Ihre besonderen Nöte und Sorgen einbeziehen.

Die Spezialgebiete der Gynäkologie in München Neuperlach