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Klinikum Neuperlach

Frauenklinik / Gynäkologie
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Gebärmutterkörperkrebs. Operation als wichtigste Säule

Anders als der Gebärmutterhalskrebs fällt der Gebärmutterkörperkrebs in der Regel nicht bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt auf. Die betroffenen Frauen, von denen nur etwa fünf Prozent unter 40 Jahre alt sind, kommen wegen Blutungen, die nach den Wechseljahren plötzlich eingesetzt haben zu ihrem Frauenarzt. Bei jüngeren Frauen treten extrem starke oder in engeren Abständen auftretende Monatsblutungen auf. Der Arzt wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchführen, um sich ein Bild von Eierstöcken und Gebärmutter zu verschaffen. Wenn sich die Gebärmutter-Schleimhaut verdickt zeigt, dann erregt dies den Verdacht auf ein Endometriumkarzinom, einen Krebs der Gebärmutterschleimhaut.

Alle aktuellen Untersuchungen: von konservativ bis operativ

Wenn Patientinnen mit dem Verdacht auf Gebärmutterkörperkrebs in unsere Oberarzt-Sprechstunde kommen, dann führen wir zunächst ein ausführliches Gespräch mit ihnen. Als Untersuchungsmethoden bieten sich neben dem Ultraschall eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) an, bei der wir eine leistungsfähige Kamera durch die Scheide einführen.

Um Gewebeproben aus der Gebärmutter zu erhalten, schaben wir die Gebärmutterschleimhaut aus – dies geschieht im Rahmen eines etwa 12-minütigen operativen Eingriffs unter hochsterilen Bedingungen in unseren modernen Operationssälen.

Viele Experten beraten gemeinsam über die beste Therapie-Strategie

Das entnommene Gewebe lassen wir unsere Pathologen unter ihren Mikroskopen untersuchen, meist erhalten wir drei bis fünf Tage später das Ergebnis. Dieses – und die Ergebnisse der bildgebenden Untersuchungsverfahren – besprechen wir dann in unserer so genannten Tumorkonferenz.

Gynäkologen und Onkologen beraten in der Tumorkonferenz gemeinsam mit den Radiologen und den Pathologen, welche Therapie-Optionen für jede einzelne Patientin am sinnvollsten erscheinen. Dabei gehen wir stets entsprechend der neuesten nationalen und internationalen Leitlinien vor und beziehen die Therapie-Protokolle der Deutschen Krebsgesellschaft mit ein. 

Schonende minimal-invasive Verfahren, um die Gebärmutter zu entfernen

Die Therapie-Strategien bei Endometrium-Karzinomen sehen – außer bei Vorstufen des Krebses, wenn ein dringender Kinderwunsch besteht – eine Entfernung der Gebärmutter vor, wobei in manchen Fällen auch die umliegenden Lymphknoten mit herausoperiert werden müssen.

Wir führen diese Operation mittels moderner Verfahren durch. Bei der laparoskopisch-assistierten vaginalen Hysterektomie (LAVH) entfernen wir die Gebärmutter durch die Scheide. Zuvor trennen wir die Gebärmutter mit den Eileitern im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) von den Blutgefäßen und dem Halte- und Bindegewebe.

Durch nur millimeterlange Schnitte führen wir in besonderen Schläuchen Kamera und unsere kleinen Operations-Instrumente ein. Wir ersparen unseren Patientinnen mit diesem Operationsverfahren lange Operationsschnitte, ermöglichen entsprechend schnellere Heilungsprozesse und kaum sichtbare Narben

Bestrahlungen vermindern das Rückfallrisiko

In den meisten Fällen setzen wir nach der Operation auf eine Bestrahlung, da fast alle Patientinnen hinsichtlich des Rückfallrisikos davon profitieren. Bei der Strahlentherapie, die in der Regel ambulant erfolgt, schädigen die Strahlen sehr gezielt die Zellen in der betroffenen Region.

Die schnell wachsenden Krebszellen können – anders als gesunde Zellen – keine Reparaturmechanismen einsetzen, um den von den Strahlen zugefügten Schäden zu entgehen und sterben daher ab. Die Bestrahlung führen die Strahlenpraxen entweder durch die Scheide oder aber über die Haut durch – in manchen Fällen kombinieren sie auch beide Methoden.

Strahlentherapien meist ambulant, aber auch stationär möglich

Bei der Bestrahlung vom Gebärmutterkörperkrebs arbeiten wir sehr eng mit dem Städtischen Klinikum Harlaching zusammen, die Bestrahlungen sowohl ambulant als auch stationär durchführen und direkt auf die für sie relevanten Daten zugreifen können.

Patientinnen, die eine wohnortnahe Strahlentherapie durchführen möchten, sind frei in der Wahl ihrer Strahlenpraxis. Wir besitzen zudem gute Erfahrungen mit der auf onkologische Therapien spezialisierten Klinik Bad Trissl (Oberaudorf), die ebenfalls ambulante und stationäre Strahlentherapien durchführen.

Nur in seltenen Fällen Chemotherapie erforderlich

Beim Endometrium-Karzinom, also dem Krebs der Gebärmutterschleimhaut, bedarf es nur selten einer zusätzlichen Chemotherapie. Allerdings kann Krebs im Gebärmutterkörper auch in Form von Sarkomen, die sich in den Muskeln bilden, entstehen.

Sarkome sind aggressive Krebsformen, die wir in der Regel zusätzlich mit einer Chemotherapie, die die Krebszellen im gesamten Körper angreift, bekämpfen müssen.

„In den meisten Fällen setzen wir nach der Operation auf eine Bestrahlung, da fast alle Patientinnen hinsichtlich des Rückfallrisikos davon profitieren. “
Dr. Karoline Heinrich, Oberärztin

Psychologischer Beistand, um Ängste und bedrückende Gefühle zu bewältigen

Nicht nur die körperlichen Leiden, auch die Ängste und das beklemmende Gefühl, ein Teil ihrer Weiblichkeit zu verlieren, setzen den betroffenen Patientinnen zu. Bei uns können sie auf die Unterstützung einer erfahrenen Psychoonkologin zählen, einer Psychologin, die sich auf die Beratung Krebskranker spezialisiert hat.

Die Psychologin steht ihnen zur Seite und hilft, die bedrückenden Gedanken zu bewältigen. Denn selbst wenn kein Kinderwunsch mehr besteht – kaum eine Frau kann den Verlust der Gebärmutter aufgrund eines Krebsleidens mit Leichtigkeit wegstecken.

Unser Sozialdienst unterstützt bei allen organisatorischen Fragen

Eine schlimme Erkrankung bringt auch immer schwierige organisatorische Themen mit sich:

  1. Wer kann sich um zu pflegende Angehörige kümmern?
  2. Wer hilft mir selber, wenn ich nach der Operation und während der Bestrahlungen nicht mehr in der Lage bin, den Haushalt zu regeln?
  3. Gibt es finanzielle Unterstützungsleistungen, die mir zustehen?

Diese und viele weitere Fragen können unsere Sozialdienst-Mitarbeiter beantworten. Sie helfen auch bei Anträgen, kennen die Adressen von Selbsthilfegruppen und organisieren Rehabilitationsbehandlungen, die sich an die Krebstherapie anschließen.

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