Myome in der Gebärmutter. Schonende Therapie-Methoden

Myome in der Gebärmutter sind keine bösartigen Geschwulste, können aber dennoch unangenehme Symptome hervorrufen. Die betroffenen Frauen erleiden oftmals sehr starke Blutungen, die sie mit Tampons und Binden kaum im Griff halten können.

Aber auch übermäßig lange Blutungen (länger als 7 Tage), Zwischenblutungen, heftige, nahezu wehen-artige Schmerzen während der Periode sowie Druckgefühle auf Blase oder Darm oder gar Kreuzschmerzen können Anzeichen sein, dass sich ein großes Myom gebildet hat.

Gutartige Muskelknoten, die wir bei Beschwerden zunächst nicht-operativ behandeln

In unserer besonderen Myom-Sprechstunde untersuchen wir die Patientinnen – nach einem ausführlichen Anamnese-Gespräch – zunächst körperlich und dann mittels Ultraschall, um Größe und Lage der Muskelknoten in der Gebärmutter abschätzen zu können.

Falls das Myom Beschwerden verursacht, versuchen wir zunächst mittels nicht-invasiver Therapien Abhilfe zu schaffen. Medikamentöse Therapien können die Blutungen stoppen und das Myom verkleinern. Dadurch können wir in einigen Fällen eine Operation gänzlich vermeiden oder aber die Operation verkürzen, da ein kleineres Myom mit schonenderen Methoden zu entfernen ist.

Myom-Embolisation: Den Knoten ohne OP von der Blutversorgung abschneiden

In vielen Fällen können wir Myome mittels einer so genannte Myom-Embolisation therapieren, eine nicht-operative Methode, die unsere Radiologen unter Röntgenkontrolle durchführen.

Nachdem wir das Myoms mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) genau lokalisiert haben, legen wir zunächst eine lokale Betäubung, eine Periduralanästhesie (PDA), damit die Patientinnen keine Schmerzen ertragen müssen. Dann führen die Radiologen einen Katheter durch einen kleinen Schnitt an der Leiste ein und dringen damit – unter ständiger Röntgenkontrolle – bis zu den Verästelungen der Gebärmutter-Arterie vor.

Sobald der Katheter die Arterie erreicht hat, die das Myom versorgt, spritzt der Radiologe dort kleine sandkorngroße Plastikpartikel ein, die das Myom von der Blutversorgung abschneiden

„Das Myom verkleinert sich nach der Embolisation in der Regel innerhalb der nächsten Monate und verursacht weniger Beschwerden. “
Dr. Karoline Heinrich, Oberärztin

Großer Erfahrungsschatz und gute Erfolgsquoten bei der Myom-Embolisation

Das Myom verkleinert sich nach der Embolisation in der Regel innerhalb der nächsten Monate und verursacht weniger Beschwerden. Nach drei Monaten kontrollieren wir die Entwicklung mittels eines weiteren MRT.

In seltenen Fällen empfehlen wir auch fokussierten Ultraschall, um das Myom unter MRT-Kontrolle durch hochfrequente Schallwellen einzuschmelzen.

Myome ohne Schnitte von innen abtragen

In manchen Fällen, vor allem wenn die betroffene Patientin noch einen Kinderwunsch hegt, empfehlen wir, die Myome im Rahmen einer minimal-invasiven Operation zu entfernen.

Diese minimal-invasive Operation können wir teilweise mit einem Zugang durch die Scheide und den Gebärmutterhals innen in der Gebärmutter durchführen und die Myome dann von innen abtragen (hysteroskopische Myomenukleation).

Minimal-invasiver operativer Eingriff bei außen sitzenden Myomen

Sitzen die Myome aber nicht innen in der Gebärmutterhöhle, sondern in der Muskulatur oder an der Außenseite der Gebärmutter, dann wählen wir Zugänge über die Bauchdecke.

Durch kleine, millimeterlange Schnitte führen wir ein Stab-Endoskop mit Kamera und Lichtquelle und unsere kleinen Operations-Instrumente ein und schneiden die Myome aus der Gebärmutter heraus und vernähen die entstandenen Wunden (laparoskopische Myomenuklation).

Die Gebärmutter entfernen wir nur bei sehr weit reichender Ausbreitung der Myome

Haben sich die Myome schon sehr weit in der Gebärmutter ausgebreitet, steht auch eine Gebärmutter-Entfernung zur Debatte, um die durch die Myome ausgelösten Symptome zu beheben. Welche Vorgehensweise wir dabei wählen, besprechen wir in Ruhe mit unseren Patientinnen.

In der Regel werden wir minimal-invasive Operationsmethoden entweder durch die Scheide (vaginale Hysterektomie) oder mittels minimaler Bauchschnitte (laparoskopische Hysterektomie) empfehlen. Auch eine Kombination beider Verfahren ist möglich.

  • Vaginale Hysterektomie: Wenn wir die Gebärmutter durch die Scheide entfernen, entstehen keinerlei Narben.
  • Laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie (LAVH): Durch die Scheide entfernen wir bei dieser Methode die Gebärmutter, die wir vorher im Rahmen der Bauchspiegelung von den Eileitern und den Blutgefäßen getrennt haben.
  • Laparoskopische suprazervikale Hysterektomie (LASH): Nicht die komplette Gebärmutter entfernen wir mittels einer Bauchspiegelung, sondern der Gebärmutterhals bleibt in seiner Stützfunkton für die Blase erhalten.
  • Totale laparoskopische Hysterektomie (TLH): Die komplette Gebärmutter wird im Rahmen der minimal-invasiven Bauchspiegelung entfernt, der Scheidenstumpf durch Nähte verschlossen. Die Totalentfernung empfehlen wir vor allem Patientinnen, die eine Vorbelastung besitzen, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, oder bei denen die Zellen dort bereits Auffälligkeiten für Krebsvorstadien zeigen.
  • Offene Hysterektomie: In seltenen Fällen entnehmen wir die Gebärmutter im Rahmen einer offenen Bauchoperation.

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