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Klinikum Neuperlach

Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, endokrine Chirurgie und Coloproktologie
Ihr Kontakt zu unserer Abteilung

(089) 6794-2501

OP der Bauchspeicheldrüse, Pankreaschirurgie

Operationen am Pankreas, der Bauchspeicheldrüse, zählen zu den komplexesten Eingriffen, die Chirurgen ausführen können. Daher empfiehlt es sich, diese Eingriffe nur in darauf spezialisierten Zentren vornehmen zu lassen. Dazu gehört unsere Klinik für Viszeralchirurgie am Münchner Klinikum Neuperlach.

Zertifiziertes Kompetenzzentrum für Pankreaschirurgie

Unsere Klinik ist auf Grund der hier vorhandenen großen Erfahrung im Bereich der Pankreaschirurgie bereits seit 2010 als "Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Pankreas und der Leber" zertifiziert. Dieses Gütesiegel wird von der "Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie" nach strengen Kriterien vergeben und ist uns seither wiederholt, zuletzt im Herbst 2017, verliehen worden.

Maßgeblich für die erneute Auszeichnung war auch die hohe Qualität der Patientenversorgung. Sehr niedrige Sterblichkeitsraten nach Operationen und außerordentlich geringe Raten an Komplikationen spiegeln die Erfahrung unserer Ärzte wieder.

Experten der Chirurgie und Inneren Medizin behandeln im Team

Unsere Klinik zeichnet sich dadurch aus, dass die Patienten auf Stationen versorgt werden, die gemeinsam von Chirurgen und Experten der Inneren Medizin betrieben werden.

Dies entspricht dem Konzept der interdisziplinären Therapie, das anstrebt, gemeinsam die jeweils beste Therapie für den einzelnen Patienten anzubieten, unabhängig davon, in welcher Fachabteilung er betreut wird. Der Patient bemerkt dies vielleicht auch daran, dass Chirurg und Internist gemeinsam "Visite" machen. 

Wann muss operiert werden?

Chirurgische Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse werden vor allem notwendig

  • bei bösartigen Tumoren (Krebs) oder dessen Vorstufen
  • bei chronischen Entzündungen
  • bei neuroendokrinen Tumoren

Eingriffe bei Bauchspeicheldrüsenentzündung

Handelt es sich um langandauernde, d.h. chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, so stehen zunächst nicht-chirurgische, vorwiegend medikamentöse Behandlungen im Vordergrund.

Wann eine OP-Indikation gegeben ist

Die chirurgische Therapie wird erst dann notwendig bzw. unumgänglich, wenn das natürlicherweise weiche Gewebe des Pankreas durch narbigen Umbau soweit verhärtet ist, dass der Abfluss des Pankreassaftes in den Dünndarm behindert wird.

Oft sammelt sich der Verdauungssaft dann in Hohlräumen des Gewebes (in sog. Zysten), was wiederum zu eitrigen Entzündungen (Abszessen) oder in seltenen Fällen zu bösartigen Veränderungen führen kann.

All diese krankhaften Entwicklungen verursachen schließlich derartig schwere Schmerzen, dass sie durch Medikamente nicht mehr beherrscht werden können.

OP-Methode hängt vom Entzündungsort ab

Das Ziel der Chirurgen ist es, den Abfluss des Pankreassaftes in den Dünndarm wiederherzustellen, das entzündete Gewebe, das den Schmerz verursacht, zu entfernen und die Zysten zu entleeren.  

Am häufigsten finden sich Entzündungen im größten Teil des 15 cm langen Pankreas, dem sogenannten Kopf. Seltener treten sie im Mittelstück (Corpus) des Organs oder im Endteil, dem sogenannten Schwanz, auf.

Vom Ausmaß der Entzündung und ihrer Verteilung im Pankreas hängt auch die Art des chirurgischen Vorgehens ab. Vor allem bei Veränderungen im Pankreasschwanz kann man minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie) operieren. Wenn hingegen der Kopf oder mehrere Abschnitte des Organs betroffen sind, bevorzugen wir das offene Vorgehen mit Bauchschnitt. 

Operation von neuroendokrinen Tumoren

Neuroendokrine Tumore sind meist gutartige Tumore, die Hormone in den Kreislauf abgeben und damit Stoffwechselprobleme verursachen können. Eigentlich eine seltene Tumorart, tritt aber in den letzten Jahren immer häufiger auf.

Mit zunehmender Größe können diese Tumore aber auch entarten und zu Metastasen (Tochtergeschwülsten) in anderen Organen, vor allem der Leber führen.

Bei kleinen Tumoren gelingt es uns meist, diese Tumore ohne wesentlichen Verlust an Pankreasgewebe chirurgisch "herauszuschälen". Eine solche "Enukleation" ist aber nur möglich, solange die Tumore nicht direkt bis an den Hauptgang der Drüse reichen. Ist dies der Fall, oder ist der Tumore größer als 2 cm, so bleibt nur die Entfernung der betroffenen Pankreasanteile. 

Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Karzinome, also bösartige Tumore, entwickeln sich vorwiegend im Pankreaskopf. Dieser Teil des Pankreas ist eingebettet in zahlreiche Organe des Oberbauchs. Magen, Zwölffingerdarm, Dickdarm, Gallenblase und Gallengang, Gefäße, Lymphknoten und Nerven liegen in direkter Nachbarschaft und sind daher oft in den Tumor miteinbezogen. Diese Komplexität erfordert ein sogenanntes offenes Operationsverfahren mit Bauchschnitt.

Eine offene OP wird auch gewählt, wenn sich Karzinome im mittleren Abschnitt oder gar im gesamten Pankreas entwickelt haben, so dass das Organ komplett entfernt werden muss. Liegt das Karzinom dagegen im "Schwanz" des Pankreas, so kann oft minimal-invasiv vorgegangen werden.

Wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist

Bei Komplikationen weit fortgeschrittener Krebserkrankungen bietet die Chirurgie außerdem noch zahlreiche entlastende Operationsverfahren an, beispielsweise um Schmerzen zu verringern oder die Nahrungspassage zu erhalten.

Operation bei Vorstufen eines bösartigen Tumors

Erfreulicherweise können inzwischen bereits frühzeitig Veränderungen im Pankreas entdeckt werden, aus denen sich ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Diese Vorstufen, die sogenannten IPMN (intraduktale papilläre muzinöse Neoplasien) bestehen aus zystischen Veränderungen, die auch zum Anschwellen des Pankreashauptgangs führen können.

Nicht alle IPMN entarten grundsätzlich, daher werden diese Patienten engmaschig gemeinsam von Gastroenterologen und Chirurgen betreut. Eine Operation ist immer dann angezeigt, wenn die Veränderungen den Pankreashauptgang betreffen und/oder an Größe und Ausmaß zunehmen. In diesen Fällen muss der betroffene Anteil des Pankreas entfernt werden. Dadurch kann aber die Entstehung der Krebserkrankung verhindert und der Patient geheilt werden.