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04.09.2018 10:19 Uhr

Schwangere unterschätzen Alkoholfolgen

Am 09. September ist der "Tag des alkoholgeschädigten Kindes". Noch immer unterschätzen viele Schwangere die Gefahren des Alokoholkonsums. Nach Studien des Robert-Koch-Instituts trinkt etwa jede vierte werdende Mutter Alkohol – quer durch alle Bevölkerungsschichten. Daher ist das Fetale Alkoholsyndrom (kurz FAS) die häufigste angeborene Krankheit in Deutschland. Aufklärung tut not.

Dr. Olaf Neumann, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Schwabing, wird häufig von seinen Patientinnen in seinen Sprechstunden mit medizinischen Fake News konfrontiert, wenn er sie vor dem Konsum von Alkohol warnt. Von dem Glas Sekt, dass den Kreislauf stabiliseren, über ein Glas Wein, dass beruhigen soll bis zum Bier, dass eh kaum Alkohol enthält, hat er schon viel zu hören bekommen. 

Wie gefährlich ist der Alkoholkonsum wirklich?

"Alkohol schadet von Anfang an. Es ist daher wichtig, dass Frauen mit Kinderwunsch schon vor einer bestätigten Schwangerschaft möglichst keinen Alkohol mehr trinken", warnt Dr. Neumann. Der Fötus trinkt immer mit, denn durch die Nabelschnur gelangt der Alkohol direkt in den Blutkreislauf des Kindes. Mutter und Kind haben denselben Alkoholspiegel, aber da der Fötus den Alkohol nicht so schnell abbauen kann, ist es der Wirkung länger ausgesetzt.  

Gerade im ersten Trimester kann sich das schädigend auf die körperliche Entwicklung des Kindes auswirken, da sich in dieser Zeit die Organe und das Gehirn entwickeln. In der Frühphase der Schwangerschaft führt Alkohol eher zu Fehlbildungen, ab dem dritten Monat wirkt er sich vermehrt auf das Wachstum und die geistige Entwicklung aus. Bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat ist das Risiko für eine Fehlgeburt durch den Alkoholkonsum stark erhöht.     

Kaum bekannt, mit hoher Dunkelziffer: das fetale Alkoholsyndrom

Von der Frühgeburt über Fehlbildungen bis hin zu Behinderungen kann Alkohol in der Schwangerschaft unterschiedliche Folgen haben. Die häufigste und schwerwiegendste Folge, das fetale Alkoholsyndrom, ist bislang aber nur wenig bekannt. Symptome sind:

  • geringes Geburtsgewicht
  • Organschäden
  • Verformungen im Gesicht
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lernschwäche
  • verminderte Intelligenz 

Die geistigen Beeinträchtigungen fallen oftmals erst im Kindergarten- oder Schulalter auf. Daher verbinden viele Eltern die Verhaltensauffälligkeiten ihres Kindes nicht mit dem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und die Dunkelziffer der von FAS betroffenen Kinder ist extrem hoch. Betroffene kämpfen ihr Leben lang mit den motorischen und intellektuellen Einschränkungen. 

Klare Empfehlung: Kein Alkohol in der Schwangerschaft

Trotz zahlreicher Studien zum Thema gibt es bislang keinen wissenschaftlich belegten Schwellenwert, ab dem der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schädlich oder unschädlich ist. "Deswegen müssen wir davon ausgehen, dass auch das „Ausnahmeglas Wein im Monat“ schon schaden kann. Ich persönlich plädiere deshalb stark für die 0,0 Promille-Grenze", bekräftigt Dr. Neumann.

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