Nuklearmedizin in München Neuperlach

Nuklearmedizinische Untersuchungen dienen der Früherkennung von krankhaften Stoffwechselvorgängen und Durchblutungsstörungen im Körper. Im Gegensatz z.B. zur Ultraschalluntersuchung oder zur Kernspintomographie, die vor allem die Struktur von Organen darstellen, ist es mit den bildgebenden nuklearmedizinischen Verfahren (Szintigraphien) möglich, die Organfunktion zu prüfen.

Die häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen betreffen die Schilddrüse, das Skelett (Ganzkörperskelett- oder Knochenszintigraphie), die Durchblutung und Belüftung der Lunge, die Funktion der Nieren (Nierenszintigraphie) oder des Herzmuskels (Myokardszintigraphie). Ebenso können Erkrankungen und Funktionsbeeinträchtigungen des Gehirns, der Nebenschilddrüsen oder des Magen-Darm-Traktes mit nuklearmedizinischen Methoden abgeklärt werden. Gerade bei diesen Organen ist die exakte Beurteilung ihrer Stoffwechselaktivität mit anderen Untersuchungsmethoden oft gar nicht möglich.

Was bedeutet Nuklearmedizin?

Unter Nuklearmedizin versteht man die Anwendung von radioaktiven Stoffen zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken. 
Ziel der nuklearmedizinischen Diagnostik ist es, Stoffwechselvorgänge eines bestimmten Organs sichtbar zu machen und Abweichungen von der normalen Funktion frühzeitig zu erkennen. Hierfür kommen radioaktive Substanzen zum Einsatz, bei Ihrem Zerfall Gammastrahlen aussenden (Radionuklide). Diese reichern sich selektiv in den zu untersuchenden Organen an und markieren dort den spezifischen Stoffwechselprozess. Die Verteilungsdichte der aus dem Organ freigesetzten Strahlung wird mit einer Gammakamera registriert, von einem Computer elektronisch aufgearbeitet und in ein Bild (Szintigramm) umgewandelt. Dieses erlaubt nun eine exakte Beurteilung der Durchblutung und Stoffwechseltätigkeit des Organs.

Wann ist eine nuklearmedizinische Untersuchung sinnvoll ?

In unserer Abteilung werden u. a. nuklearmedizinische Untersuchungen zur Beurteilung des globalen und regionalen Funktionszustandes von folgenden Organen durchgeführt.

  • Schilddrüse: z.B. zum Nachweis bzw. zur Beurteilung von autonomen (heißen) und kalten Knoten
  • Herz: z.B. um abzuklären, wo und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzmuskels infolge einer koronaren Herzkrankheit eingeschränkt ist
  • Gehirn: z.B. zur Abklärung einer Demenz
  • Skelett: z.B. zur Beurteilung von entzündlichen Veränderungen an Knochen und Gelenken, aber auch bei Krebserkrankungen zum Nachweis von Tochtergeschwülsten, die sich im Skelett abgesiedelt haben
  • Lunge: z.B. bei Verdacht auf einer Lungenembolie
  • Nieren: z.B. zum Nachweis von Schädigungen des Nierengewebes oder von Harnabflussstörungen

Wie wird die Untersuchung durchgeführt ?

Je nach Art der Szintigraphie (z.B. für die Myokardszintigraphie oder die Berechnung der Magenentleerungszeit) kann es notwendig sein, dass das Patient nüchtern ist. Darüber hinaus ist in der Regel keine besondere Vorbereitung notwendig. Im Allgemeinen wird die Untersuchungssubstanz in eine Armvene gespritzt. Sie verteilt sich über die Blutwege im Körper und sammelt sich in den zu untersuchenden Organen an. Die einzelnen nuklearmedizinischen Untersuchungen können sich in Ihrem Ablauf wesentlich unterscheiden.

So erhalten Sie bei der Skelettszintigraphie meistens zu Beginn nur eine Spritze mit der radioaktiven Substanz und müssen dann zu einem bestimmten Zeitpunkt (nach ca. 2 bis 3 Stunden) für die Aufnahmen zu uns zurückkommen. In der Zwischenzeit können Sie entweder auf Ihre Station zurückkehren oder spazieren gehen.

Bei den Aufnahmen selbst liegen Sie auf einer bequemen Liege und das Aufnahmegerät befindet sich über bzw. unter Ihnen, ohne Sie zu berühren.

Bei anderen Untersuchungen (z.B. der Nierenszintigraphie) starten wir die Aufnahmen direkt mit der Injektion der radioaktiven Substanz.

Diese verschiedenen Untersuchungsabläufe führen zum Teil zu ganz unterschiedlichen Wartezeiten und Zeitspannen, die Sie bei uns verbringen müssen. Eventuell müssen bei Ihnen auch zusätzliche Aufnahmen in anderen Räumen angefertigt werden, wodurch sich die Gesamtuntersuchungszeit verlängert.

Wir bemühen uns auf jeden Fall, Ihre Verweildauer in der Nuklearmedizinischen Abteilung so kurz wie möglich zu halten. Leider zwingen uns manchmal Notfalluntersuchungen, Ihren Termin kurzfristig ein wenig zu verschieben. Wir werden Sie dann informieren und bitten Sie hierfür schon vorab um Ihr Verständnis.

Mögliche Untersuchungen

Im Institut für Nuklearmedizin in unserem Hause werden folgende Untersuchungen angeboten:

  • Schilddrüsenszintigraphien
  • Nebenschilddrüsenszintigraphien
  • szintigraphische Untersuchungen des Gehirns zur Demenzabklärung
  • Knochenszintigraphien
  • Magenszintigraphien (z.B. Magenentleerung, Meckel-Divertikel-Suche)
  • Lungenszintigraphie
  • Herzszintigraphien
  • Tumorszintigraphie
  • Szintigraphien zur Blutungssuche
  • Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphien
  • Nierenszintigraphien
  • palliative Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Ist Radioaktivität nicht gefährlich ?

Generell hängt die Gefahr, die von Radioaktivität für den Menschen ausgeht, sowohl von der Art der Strahlung als auch von der Strahlenmenge ab. Durch Optimierung der Kameratechnik sowie Verbesserungen bei den verwendeten radioaktiven Substanzen liegt die Strahlenexposition der häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen (z.B. bei der Schilddrüsenszintigraphie) unterhalb der jährlichen natürlichen Strahlenbelastung. Zur Beurteilung von Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße liegt die Belastung unter der eines Herzkatheters und ist mit der Exposition bei einer Computertomographie vergleichbar.
Nur wenn bei Ihnen eine Schwangerschaft besteht bzw. wenn Sie eine solche vermuten, sollte man die Untersuchung nicht durchführen. Auch wenn Sie zur Zeit ein Baby stillen, sollten Sie uns informieren, damit wir Ihnen entsprechende Verhaltensmaßregeln geben können.

Darf ich vor der Untersuchung essen oder trinken ?

Nach der Injektion der radioaktiven Substanz sollten Sie, wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, viel Flüssigkeit über den ganzen Tag verteilt zu sich nehmen, um die schnelle Ausscheidung der Substanz zu fördern.

Die Injektion der radioaktiven Substanz beeinträchtigt Sie in keiner Weise. Wechselwirkungen mit Medikamenten bestehen nicht, und auch Ihre Fahrtüchtigkeit ist nicht eingeschränkt. Nach der Untersuchung brauchen Sie zu Hause oder auf Ihrer Station keine besonderen Verhaltensregeln zu beachten.

Sollten Sie jetzt noch Fragen haben, rufen Sie uns an oder sprechen Sie am Untersuchungstag unser Personal an. Wir alle werden Ihnen jederzeit gerne Auskunft erteilen.

Wir sind von Montag bis Donnerstag zwischen 8.00 Uhr und 16.30 Uhr sowie Freitag zwischen 8.00 Uhr und 15.00 Uhr für Sie erreichbar.

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