Spezielle Prozeduren

Vorgestellt: Verfahren von Embolisation über Mikrowellenablation und MRT bis zur interventionellen Therapie von Karotisstenosen.

Myomembolisation

Myome sind gutartige Geschwulste der Gebärmutterwand (Myometrium), die sich unter dem Einfluß von Östrogenen vornehmlich im 4. und 5. Lebensjahrzehnt bilden. Meistens sind Gebärmuttermyome symptomfrei, können jedoch abhängig von ihrer Lage, Größe, Wachstumstendenz und Anzahl bei einigen Frauen Beschwerden wie z.B. verlängerte, verstärkte und schmerzhafte Menstruationsblutungen oder Schmerzen und Druckgefühl im Beckenbereich verursachen. Mit Absinken des Östrogenspiegels nach der Menopause bessern sich die Symptome häufig. Bei Frauen mit postmenopausaler Hormonersatztherapie können diese Symptome jedoch weiterbestehen.

Die meisten Gebärmuttermyome sind symptomlos und bedürfen keiner Therapie. Bei symptomatischen Myomen steht die medikamentöse Therapie (Hormon- und/oder Schmerztherapie) oft an erster Stelle. Führt diese nicht zur Besserung der Symptome, stehen eine Reihe operativer Behandlungsverfahren wie z.B. die Myomausschälung (Myomenukleation) oder die Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie) zur Verfügung. Letztere war bisher oft der einzige Weg, die Patientinnen dauerhaft von ihren Beschwerden zu befreien. 

Anfang der 90er Jahre wurde ein neues radiologisch-interventionelles, nicht operatives Verfahren entwickelt, welches sich zunehmend als alternative, organerhaltende Therapie etabliert hat und weltweit bisher über 400.000fach durchgeführt wurde. Bei der sogenannten Myomembolisation wird in örtlicher Betäubung über einen wenige Millimeter großen Schnitt in der Leiste ein ca. 1,5mm dünner Plastikkatheter in die Gebärmutterarterien vorgeschoben. Über diesen Katheter werden feine Kunststoffpartikel in den Blutstrom abgegeben und in die Myome eingeschwemmt. Hierdurch kommt es zu einem Stillstand der Durchblutung und im Folgenden zu einem Schrumpfen der Myome. Die übrige gesunde Gebärmutter wird über ausgeprägte Umgehungskreisläufe versorgt. Der Eingriff gelingt technisch in 95% der Fälle und führt in 85 bis 90% zu einer deutlichen Besserung bzw. zu einem kompletten Verschwinden der Symptome. Nach bisherigen Erkenntnissen können Myome bis zu einer Größe von 12cm sowie einer Gesamtgröße der Gebärmutter von bis zu 25cm mit diesem Verfahren behandelt werden. Nach der Embolisation werden ein etwa 4tägiger stationärer Aufenthalt sowie eine etwa 14tägige Arbeitsbefreiung empfohlen.

Tumorembolisation / Chemoembolisation

Neben der Operation und direkter örtlicher Verfahren wie der Radiofrequenzablation und der Alkoholinstillation besteht bei einigen Tumoren der Leber und anderer Organe als weitere Therapieoption die sogenannte Embolisation oder auch die Chemoembolisation.

Dabei wird in örtlicher Betäubung ein dünner Katheter über die Leiste in die entsprechende Organarterie vorgeschoben. Über die den Tumor versorgenden Arterien werden dann innerhalb von 15 bis 30 Minuten unter ständiger Röntgenkontrolle flüssige oder partikelförmige Materialen in Kombination mit einem chemotherapeutischen Medikament (Chemoembolisation) oder auch alleinig (Embolisation) gezielt in den Tumor gespritzt. Im Gegensatz zur herkömmlichen intravenösen systemischen Chemotherapie können mit diesem Verfahren vielfach höhere Konzentrationen des Chemotherapeutikums im Tumor bei geringeren Nebenwirkungen erzielt werden.

Ziel der Therapie ist das Abtöten der Tumorzellen mit einem Wachstumsstillstand bzw. Schrumpfen des Tumors durch die fehlende Durchblutung in Kombination mit der Wirkung des Zytostatikums. Auch können Tumore nach dieser Therapie erst operabel werden oder mit einem geringeren Risiko operiert werden. 

Bestimmte Tumore, insbesondere das Leberzellkarzinom sprechen in vielen Fällen sehr gut auf diese Therapie an. 

Nach der Untersuchung wird der Katheter gezogen, es wird ein Druckverband an die Leiste angelegt und Sie müssen für 12 Stunden Bettruhe halten.

Häufige Nebenwirkung der Embolisation / Chemoembolisation ist das sogenannte Postembolisationssyndrom mit grippeähnlichen Symptomen wie Temperaturerhöhung, Abgeschlagenheit und Übelkeit, die in der Regel nach 1 bis 2 Tagen zurückgehen und medikamentös gut kontrollierbar sind.

Pfortaderembolisation

Aufgrund ihrer Filter- und Entgiftungsfunktion, ihrer doppelten Blutversorgung und ihres hohen Blutflusses sowie der venösen Drainage der Organe des Bauchraumes ist die Leber der häufigste Ort von Metastasen, die sich über den Blutstrom ausbreiten (sekundäre Lebertumore). Demgegenüber können in der Leber aber auch lebereigene Tumore, die sich aus Leberzellen oder Gallengangszellen entwickeln (Hepatocelluläres Karzinom gehäuft bei der Leberzirrhose oder das Cholangiocelluläre Karzinom und der Klatskin-Tumor), die sogenannten primären Lebertumore. Die derzeit einzige Möglichkeit der Heilung besteht in einer operativen Entfernung des Tumors mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand. In einigen Fällen ist das jedoch wegen der Gefahr eines postoperativen Leberversagens nicht möglich (kontraindiziert), wenn das verbleibende Lebergewebe zu klein ist - bei Lebergesunden unter 30%.

Bei diesen Patienten kann vor einer geplanten Operation die Pfortaderembolisation durchgeführt werden. Ziel hierbei ist es, durch Embolisation (Verschließen) der Pfortaderäste des zu entfernenden Lebergewebes und die dadurch bedingte gesteigerte Durchblutung in den zu erhaltenden Lebersegmenten eine Vergrößerung derselben (Hypertrophie) zu erreichen, die dann ca. 4 bis 6 Wochen nach Embolisation mittels einer Volumenmessung in der Computertomographie ermittelt wird und für die geplante Operation ausreichend ist. In ca. 80% führt diese Methode zum Erfolg mit einem ausreichenden Wachstum des zu erhaltenden Leberlappens.

Die Pfortaderembolisation wird in örtlicher Betäubung unter Röntgenkontrolle in der Angiographie durchgeführt. Mit einer dünnen Nadel wird ein Pfortaderast in der Leber durch die Haut der rechten Brustwand punktiert und anschließend ein knapp 2 mm dünner Plastikschlauch in die Pfortader vorgeschoben. Über diesen werden kleine Kunststoffpartikel und feine Metallspiralen in den Blutstrom eingeschwemmt, die zu einem Verschluss der Pfortaderäste führen. Die Prozedur dauert ca. 2 Stunden. Nach der Embolisation kann es für einige Tage zu Fieber, Unwohlsein und Bauchschmerzen kommen. Ernste Komplikationen sind selten. Die Patienten werden vorsorglich für 24 Stunden überwacht und können in der Regel nach einem 3 bis 4-tägigen stationären Aufenthalt entlassen werden.

Blutungsembolisation

Blutungen werden zumeist durch Tumore, Entzündungen, Geschwüre, Verletzungen und Gefäßanomalien ausgelöst, aber auch als Komplikation nach einer Operation. Sie können arteriell und venös sein. Akute arterielle Blutungen können rasch zu einem lebensbedrohlichem Zustand führen, insbesondere wenn sie von außen nicht sichtbar und erreichbar sind - so zum Beispiel in der freien Bauchhöhle oder im Darm.

Im Magen- und Darmbereich ist die Endoskopie häufig das Verfahren der ersten Wahl zur Lokalisation und Therapie einer Blutung bei Ulcusleiden oder Divertikeln, in der freien Bauchhöhle ist es die Operation.

Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung geeigneter dünner Katheter sowie neuer Materialien zur Embolisation können Blutungen nahezu im gesamten Körper schnell lokalisiert - und ohne operativen Eingriff minimal-invasiv effektiv therapiert werden.

Hierzu wird in der Angiographie unter Überwachung durch die Anästhesie in örtlicher Betäubung über die Leistenarterien und die Körperschlagader ein dünner Plastikschlauch (Katheter) in das Blutungsgebiet vorgeschoben. Nach Lokalisation der Blutungsquelle wird häufig ein zweiter dünner Katheter (ein sogenannter "Mikrokatheter") bis unmittelbar an die Blutungsquelle herangeführt und diese mit feinsten Metallspiralen gezielt verschlossen. Hierdurch wird das umgebende Gewebe geschont und die Gefahr einer anhaltenden Blutung über Umgehungskreisläufe minimiert. Eine Operation kann so in den meisten Fällen vermieden werden oder zumindest hinausgeschoben werden. Je nach Blutungsort beträgt die Erfolgsrate 70 bis 90%. Nebenwirkungen sind selten und treten meist in Form von nicht schmerzhaften rasch ausheilenden Durchblutungsstörungen auf.

Virtuelle Kolonographie

Mit CT-Scannern der neuesten Generation lässt sich der Dickdarm, ähnlich wie bei der Darmspiegelung, beurteilen, ohne dass ein Endoskop eingeführt werden muss.

Darmpolypen, die als potentielles Risiko für Darmkrebs gelten, können mit einer Sensitivität ähnlich wie bei der Darmspiegelung nachgewiesen werden.

Die Vorbereitungen zur CT-Kolonographie und zur normalen Koloskopie sind identisch. Für die Untersuchung muss keine Betäubungsmedikation gegeben werden, d. h. dass man unmittelbar nach der Untersuchung wieder voll arbeitsfähig ist. Ferner besteht die Möglichkeit, den gesamten Bauchraum in derselben Untersuchung zu beurteilen.

Da es sich um ein radiologisches Verfahren handelt, ist die Anwendung von Röntgenstrahlen erforderlich.

Ein entdeckter Polyp oder andere Auffälligkeiten werden dann ggf. weiter endoskopisch abgeklärt.

Radiofrequenz- bzw. Mikrowellenablation

Bei der Radiofrequenz- bzw. Mikrowellenablation wird eine dünne Nadel durch die Haut unter Röntgenkontrolle in einen Tumor platziert, die an der Spitze erhitzt wird und den Tumor gezielt zerstört.

Die Behandlungsdauer beträgt hierbei bis 2 Stunden. Eine Vollnarkose ist in den meisten Fällen nicht nötig, die Untersuchung wird in örtlicher Betäubung und Sedierung durchgeführt. Das Verfahren wird meistens bei Tumoren in der Leber, welche nicht operativ entfernt werden können, angewendet. Die gesunde Leber wird bei diesem Verfahren weitgehend geschont.

Auch in anderen Organen können auf diese Weise Tumore behandelt werden, wenn eine Operation nicht sinnvoll erscheint.

Wir bieten dieses Verfahren in unserem Tumorzentrum in Absprache mit unseren Onkologen und Chirurgen vor allem bei Tumoren in der Leber an.

Knochendichtemessung

Mit Hilfe der Knochendichtemessung lässt sich der Mineralsalzgehalt des Knochens bestimmen und in Zusammenschau mit anderen Untersuchungen und der Anamnese eine Osteoporose diagnostizieren oder den Therapieverlauf kontrollieren.

Dabei ist eine Knochendichtemessung mit einer sehr geringen Strahlenexposition verbunden, die die einer Röntgenuntersuchung weit unterschreitet.

In unserer Abteilung wird die Knochendichte mit einem modernen Mehrzeilen-CT-Gerät und neuester Software an der Wirbelsäule bestimmt

Herz-MRT

Für die bildgebende Diagnostik des Herzens steht neben den  traditionellen Verfahren des Ultraschalls, der nuklearmedizinischen Verfahren und der Herzkatheteruntersuchung mit Röntgenkontrastmittel auch die Kernspintomographie zur Verfügung. Dabei werden mit unterschiedlichen Messtechniken Informationen sowohl über die Morphologie (z.B. Größe und Wanddicke der Herzkammern) als auch über die Funktion des Herzens sowie über die regionale Durchblutung des Herzmuskels gewonnen.

Kinematographische Aufnahmen erlauben die genaue Beobachtung und Dokumentation der Herzwandbewegung sowie die exakte quantitative Erfassung der Pumpfunktion. Verfahren zur Darstellung der Herzwanddurchblutung ermöglichen die Abgrenzung von vitalem und nicht-vitalem Muskelgewebe und können z.B. eine Entscheidungshilfe bei der Frage liefern, ob eine Bypassoperation die Funktion eines infarktgeschädigten Herzens verbessern kann oder nicht.

Eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße wie in der Herzkatheter-Angiographie gelingt mit der hier zur Verfügung stehenden Geräte-Generation noch nicht, hierfür sind weitere technologische Entwicklungen abzuwarten. Daneben ist die Kernspintomographie auch geeignet zur Diagnostik entzündlicher Herzmuskelerkrankungen. Für die letztgenannten Verfahren ist die intravenöse Gabe eines Kontrastmittels erforderlich. Dieses ist  ohne Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion und kann auch bei eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden. 

Wie auch in der übrigen Kernspin- Diagnostik können Schrittmacherträger in unserem Hochfeld- Kernspintomographen nicht untersucht werden.

Abgesehen von einer (je nach Fragestellung) bis zu 45 Minuten betragenden Untersuchungsdauer ist die Methode nicht belastend oder mit Risiken bzw. Nebenwirkungen behaftet, erfordert jedoch eine gewisse Kooperationsbereitschaft des Patienten, z.B. für die Befolgung von Atemkommando.

Punktion und Biopsie

Bei verdächtigen Veränderungen oder Tumoren im Körper ist es meistens notwendig, eine kleine Gewebeprobe zu entnehmen, um sie mikroskopisch zu untersuchen.

Hierbei wird nach örtlicher Betäubung unter computertomographischer oder sonographischer Kontrolle eine dünne Nadel bis zu diesem Herd vorgeführt, um dann mehrere kleine Proben aus dem Herd zu entnehmen.

Eine solche Untersuchung dauert zwischen 15 und 45 Minuten, durch die örtliche Betäubung ist sie (wie beim Zahnarzt) in der Regel schmerzfrei. Nach der Punktion bleibt der Patient noch ca. 2 bis 3 Stunden zur Überwachung in der Abteilung. Während dieser Zeit können die Patienten trinken und essen. 

Das Ergebnis der mikroskopischen Untersuchung geht dem behandelnden Arzt ca. 2 bis 3 Tage nach der Untersuchung zu.

Abklärung von auffälligen Mammabefunden

Die Radiologie unseres Hauses gehört zum zertifizierten Mammazentrum Süd. Auffällige Befunde (Tastbefunde ebenso wie Mammographiebefunde) werden von uns in Zusammenarbeit mit der gynäkologischen Abteilung unseres Hauses mittels Mammographie, Ultraschall oder Stanzbiopsie abgeklärt.

Die Anmeldung zur Abklärung eines unklaren Mammabefundes erfolgt über die Brustsprechstunde (Mammasprechstunde) der Frauenklinik.

Schmerztherapien

Wurzel- und Facettenblockaden
Durch Abnützungen der kleinen Gelenke der Wirbelsäule oder bei Bandscheibenvorfällen kann es durch Kompression der Wirbelsäulennerven zu erheblichen Schmerzen kommen. Diese Beschwerden lassen sich durch Schmerzmedikamente oder physikalische Therapie lindern, in bestimmten Fällen muss auch operiert werden. Bleiben die Schmerzen trotz dieser Maßnahmen bestehen oder ist eine Operation nicht möglich, kann als Therapie eine so genannte Wurzelblockade durchgeführt werden.

Hierbei wird nach örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) eine dünne Nadel bis an den betroffenen Nerv vorgeschoben und dann ein Gemisch aus Betäubungsmittel, Kontrastmittel und Kortison injiziert. Dadurch kann in vielen Fällen eine deutliche Schmerzlinderung erreicht werden.

Ein dauerhaftes Ergebnis wird allerdings oftmals erst nach mehreren Sitzungen erzielt. Ebenso lassen sich Arthroseschmerzen der kleinen Wirbelgelenke behandeln. Eine Behandlung, bei der der Patient ruhig auf dem Bauch liegen muss, dauert ca. 30 Minuten. 

Vertebroplastie
Sie kann bei andauernden, von einem eingebrochenen Wirbel ausgehenden und unter konservativer (medikamentöser) Therapie nicht ausreichend behandelbaren Schmerzen angewandt werden.

Unter Lokalanästhesie wird eine große Hohlnadel durch die Bogenwurzeln des betroffenen Wirbels eingebracht. Anschließend spritzt man Knochenzement in den Wirbelkörper ein, der unter Hitzeentwicklung in kurzer Zeit aushärtet. Ein sehr großer Teil der behandelten Patienten ist nach kurzer Zeit beschwerdefrei oder zumindest besser medikamentös zu behandeln. Die guten Erfolgsraten der Vertebroplastie kontrastieren mit der vergleichsweise niedrigen Rate an ernsten Komplikationen. 

Sympathikolyse
Die Sympathikolyse ist ein Verfahren zur zeitweiligen oder andauernden Ausschaltung der sympathischen Innervierung. Es wird u. a. zur Verbesserung der Durchblutung in den Beinen oder Armen angewandt. Der Sympathikus bewirkt im Gleichgewicht der vegetativen Systeme die Engstellung der Blutgefäße, daher ist nach seiner Ausschaltung in vielen Fällen eine Gefäßerweiterung zu erzielen. Verschlossene Gefäße werden nicht wieder eröffnet, aber die Kollateralen werden besser durchblutet. 

Palliative Schmerztherapie bei Knochenmetastasen
Einige bösartige Erkrankungen führen zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) in den Knochen. Therapie der Wahl sind in erster Linie Chemotherapie und/oder Bestrahlung von außen (extern). Wenn jedoch eine Heilung nicht mehr möglich ist, bietet sich die lokale Schmerzbehandlung, bei der eine radioaktive Substanz in eine Vene gespritzt wird, die sich an die Knochenmetastasen anlagert und diese sozusagen von innen bestrahlt, mit sehr guten Erfolgen an.

Portkatheteranlage

Bei einzelnen Erkrankungen ist es notwendig, Medikamente oder Infusionen regelmäßig und über längere Zeiträume in eine Vene zu applizieren.

Dabei kommt es relativ häufig vor, dass mit der Zeit die Venen vernarben und sich verschließen. In solchen Fällen kann man einen so genannten Port-Katheter für den Zeitraum der Behandlung implantieren, über den dann die Medikamente über lange Zeiträume unter Schonung der Venen direkt in die obere Hohlvene eingebracht werden.

In unserer Abteilung werden die Portkatheter am Unterarm unter die Haut eingepflanzt. Der gesamte Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert ca. eine halbe bis eine Stunde.

Wir bieten diese Eingriffe sowohl für unsere stationären als auch für ambulante Patienten an. Ambulante Patienten werden nach dem Eingriff noch über etwa 3 bis 4 Stunden überwacht, um Nachblutungen zu vermeiden. Während dieser Zeit können die Patienten auch eine kleine Mahlzeit und Getränke zu sich nehmen.

Szintigraphische Untersuchung des Gehirns

Insbesondere in ganz frühen Stadien einer Demenz-Erkrankung ist die Diagnose und Abgrenzung gegenüber anderer Erkrankungen, z.B. Depressionen oder normale Alterung oft schwierig. Hier hilft die nuklearmedizinische Diagnostik anhand funktioneller Bildgebung des Gehirns zwischen den verschiedenen Demenzformen zu unterscheiden und somit die richtige Therapie einzuleiten.

Gefäßcheck

Mit Hilfe moderner Computertomographie- (CT) und Magnetresonanzgeräte (MRT) lassen sich die Gefäße des Körpers dreidimensional darstellen und beurteilen, ohne dass Katheter in die Gefäße eingebracht werden müssen. Es wird lediglich während der Untersuchung ein gut verträgliches Kontrastmittel über eine Armvene gespritzt.

Routinemäßig führen wir diese Untersuchungen, die im Vergleich zur üblichen Angiographie für den Patienten wesentlich weniger belastend sind, bei Erkrankungen der Becken- und Beinarterien („Schaufenster-Krankheit“) sowie zur Beurteilung der großen Körperschlagader und der aus ihr abgehenden Gefäße wie Nieren- und Darmarterien durch. Auch die Halsschlagadern werden auf diese Weise untersucht.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann dann eine weiterführende Behandlung der Beschwerden geplant werden.

Interventionelle Therapie von Karotisstenosen

Einengungen der vorderen Halsschlagader (Arteria carotis) sind eine wesentliche Ursache für das Auftreten eines Schlaganfalles (Apoplex). Ca. 20 bis 30% der Schlaganfälle werden hierdurch verursacht. Durch Ablagerungen von Cholesterin kommt es über eine Entzündung zu einer irregulären Verdickung der Arterienwand und einer Enge des Gefäßes. Diese „Plaques“ begünstigen die Bildung von Blutgerinnseln. Mit dem Ausmaß dieser Veränderungen erhöht sich das Risiko einen Hirninfarkt zu erleiden – entweder durch eine erniedrigte Blutzufuhr oder durch Ablösen von Plaques oder Thromben, die mit dem Blutstrom weitergetragen werden und im Gehirn Arterien verschließen (Embolie).

Rauchen, Diabetes, Übergewicht und fettreiche Ernährung sowie Bluthochdruck erhöhen das Risiko für eine Gefäßerkrankung.

Die Diagnosestellung erfolgt durch Ultraschall, Kernspin-Angiographie oder CT-Angiographie. Neben der medikamentösen Therapie, der operativen Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes (Carotis-Endarterektomie) stellt die Stentimplantation eine weitere, in zahlreichen Studien inzwischen belegte gleichwertige Therapieoption dar.

Nach einer medikamentösen Vorbereitung führt der Arzt in örtlicher Betäubung einen dünnen Plastikschlauch (Schleuse) über die Leiste oder den Arm in die Halsschlagader unterhalb der Verengung ein. Mittels eines feinen Drahtes wird diese dann sondiert. Über diesen wird ein dünnes, flexibles nicht magnetisches Metallgitterchen (Stent) in die Gefäßenge vorgeschoben und entfaltet. Anschließend wird im Stent ein dünner Ballon aufgepumpt, welcher den Stent korrekt an die Gefäßwand drückt und eine mögliche noch verbliebene Enge aufweitet. Der Stent verbleibt dauerhaft im Gefäß und wächst innerhalb einiger Wochen in die Gefäßwand ein, wird in der Regel von den Patienten aber nicht gespürt.

Nach Entfernen der Schleuse wird die Punktionsstelle mit einem Kollagenpropf verschlossen, welches die Liegezeit nach dem Eingriff deutlich verkürzt und die Gefahr einer Nachblutung minimiert. Insgesamt dauert der Eingriff ca. 1 Stunde. Auf der Station werden Sie sorgfältig überwacht, der Krankenhausaufenthalt liegt zwischen 2 und 4 Tagen. Eine medikamentöse Therapie zur Blutverdünnung ist ebenso wichtig wie eine weiterführende Kontrolluntersuchung, welche von Ihrem Hausarzt durchgeführt werden kann

Wichtigste Untersuchungen und Behandlungen im Überblick