Palliativpflege & Betreuung.

Einfühlsame Begleitung in der letzten Lebensphase

Trotz aller Fortschritte in der Krebsmedizin können wir nicht für alle Patienten eine Heilung erreichen. Wir bieten unseren Patienten, bei denen das Lebensende nahe scheint, unsere gesamte weitgefächerte Kompetenz an – dabei arbeiten sowohl  Mediziner, Pflegekräfte und Physiotherapeuten als auch Seelsorger, Psychologen sowie Sozialdienst-Mitarbeiter, welche bei den organisatorischen Themen hilfreich entlasten, eng vernetzt zusammen.

Gezielte, optimale Schmerztherapie und Schmerzbefreiung

Unsere Palliativmediziner achten ganz besonders auf die einzelnen Bedürfnisse ihrer Patienten. Im Fokus steht die gezielte Schmerztherapie und Schmerzbefreiung, falls notwendig werden ausgebildete Schmerztherapeuten hinzugezogen. So gelingt es uns in den meisten Fällen, die Schmerzen gut zu beherrschen. Zusätzlich können Medikamente zur Symptomkontrolle, z.B. bei Atemnot, Angst oder Unruhe, eingesetzt werden.

Eine ganz zentrale Rolle nehmen unsere einfühlsamen Pflegekräfte ein

Patienten, die schwerstkrank sind, brauchen besonders sorgfältige und einfühlsame Pflege. Daher arbeiten in der Palliativeinheit (pro Schicht) doppelt so viele Pflegekräfte wie in den anderen Bereichen der Onkologie. Zudem haben diese Pflegekräfte vielfach spezielle Fortbildungen in der Palliativpflege absolviert und sich ganz bewusst für diese Arbeit mit Sterbenden entschieden.

Sie bringen viel Einfühlungsvermögen mit, gehen sehr behutsam mit den Patienten um und richten sich ganz nach deren speziellen Bedürfnissen. Sie werden beispielsweise Aromatherapien und Massagen eingesetzt, um den Patienten ihre letzten Lebenswochen möglichst angenehm zu gestalten.

Würdevolles Sterben, erleichtert durch ein besonders Pflegekonzept

Unser Palliativ-Konzept „Best Care of the Dying“ (BCD), welches in den letzten Lebenstagen eingesetzt wird, wurde zuerst in Liverpool entwickelt und hat sich inzwischen als Behandlungspfad in vielen Palliativstationen bewährt. Dieses Konzept stellt sicher, dass wir wirklich alle medizinischen Maßnahmen daraufhin hinterfragen, ob sie in der jeweiligen Krankheitsphase noch angemessen sind.

Wir fokussieren uns einzig auf erleichternde Maßnahmen und begleiten unsere Patienten einfühlsam, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

Eine hohe Lebensqualität auf dem letzten Stück ihres Weges erreichen wir für unsere Patienten unter anderem dadurch, dass sich alle Mitarbeiter, die an der Betreuung beteiligt sind, regelmäßig in gemeinsamen Teamsitzungen austauschen. So können Anregungen von allen Seiten einfließen.

Modernes Palliativkonzept entlastet Patienten und Angehörige

Bei der Palliativ-Betreuung, die wir gemäß des Konzepts "Best Care of the Dying" ausführen, bringen sich besonders geschulte Mitarbeiter vieler Berufsgruppen ein, um schwerkranke Patienten – und auch ihre Angehörigen – in der letzten Lebenstagen zu entlasten.

Angehörige dürfen bei uns übernachten und erhalten, so die Einwilligung des Patienten vorliegt  – ebenso wie der Hausarzt – umfassende Informationen über den Krankheitsverlauf. Wir legen sehr viel Wert auf eine offene Kommunikation mit den Angehörigen und den niedergelassenen Ärzten.    

Physiotherapie hilft, Atemprobleme und Verspannungen zu begrenzen

Regelmäßig kommen unsere Physiotherapeuten zu den Patienten ans Bett, bewegen sie durch, so dass Verspannungen und Verkürzungen in den Gelenken vorgebaut wird.

Durch atemerleichternde Techniken können sie helfen, den Schleim aus der Lunge abzutransportieren. Bei manchen Patienten gelingt es unseren Physiotherapeuten auch, diese nochmals zu mobilisieren, so dass sie nicht den ganzen Tag im Bett verbringen müssen.

Keine unnötigen, sondern nur noch lindernde medizinische Maßnahmen

Eins der Grundprinzipien des Konzepts lautet: Den Patienten von all jenen medizinischen Maßnahmen befreien, die in dieser letzten Lebensphase belasten könnten.

Die Medikation wird auf die tatsächlich noch für das Wohlbefinden notwendige reduziert. Im Gegenzug tun wir alles medizinische Erdenkliche, um die Symptome wie Schmerzen, Atemnot, aber auch Ängste und Unruhe zu lindern.

Wir nehmen uns nicht nur des Körpers, sondern auch der Seele an

Schwerstkranke und sterbende Patienten leiden nicht nur an ihren körperlichen Gebrechen, sondern auch an seelischen Nöten. Daher können sie Gespräche mit Seelsorgern aller Konfessionen, aber auch mit nicht religionsgebundenen Seelsorgern führen.

Auch unsere Psychologinnen können die Patienten und – was oft noch wichtiger ist – die Angehörigen auffangen, wenn Trauer und Ängste sie übermannen.

Wir sind für Sie da!

Sozialdienst unterstützt bei der Organisation, auch für die Pflege daheim

Unsere Sozialdienst-Mitarbeiter können Sie unterstützen, wenn sie Fragen zu Kostenträgern oder Ihnen zustehende finanzielle Hilfeleistungen haben. Aber auch wenn der Gesundheitszustand sich so gut stabilisiert, dass der Patient nach Hause entlassen werden kann, dort aber umfassender pflegerischer Unterstützung bedarf, kann der Sozialdienst die ambulante Pflege organisieren helfen.

Falls Patienten daheim zu sterben wünschen, lässt sich dies in den meisten Fällen unter Hinzuziehung einer speziellen ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ermöglichen.

Ehrenamtliche Helfer schaffen eine besonders menschliche Atmosphäre

Da wir auf unsere „Grünen Damen“, ehrenamtliche Helferinnen, die den Patienten kleine Besorgungen abnehmen, und auch auf die Helfer/-innen der örtlichen Hospizvereine zurückgreifen können, gelingt es uns, einen wirklich menschlichen Rahmen für alle Patienten – auch für diejenigen, die selten Besuch von Angehörigen erhalten – zu schaffen.

Die Hospizhelfer kommen zu den Patienten, wenn diese Gesprächsbedarf haben, lesen vielleicht etwas vor oder halten einfach nur die Hand – und schenken damit den schwerstkranken Menschen wertvolle Momente.

Besonderer Abschiedsraum und Eingehen auf Rituale unterschiedlicher Kulturen

Wenn Patienten auf unserer Station sterben, kann in einem schön dekorierten Abschiedsraum, dem „Raum der Stille“, in einem angemessenen Rahmen Abschied genommen werden. Dabei passen wir uns an die Trauer-Rituale in den unterschiedlichen Kulturen an.